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OÖ/LINZ. „Nützen und schützen“, so lautet das Motto für die nächsten Jahre im Industriebundesland Oberösterreich. Die vergangenen fünf Jahre hätten gezeigt, dass digitale Souveränität einen immer wichtigeren Stellenwert einnehme. Europa sei munter geworden, so Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP). Zukünftig gehe es darum, Industrie und Wirtschaft bei ihrer digitalen Transformation mit sicheren regionalen IT-Lösungen zu unterstützen, so Nikolaus Dürk, Geschäftsführer von X-Net.

IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Nikolaus Dürk, Gründer und Geschäftsführer von X-Net, und Markus Roth, Obmann der Bundessparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Österreich (v. l.) (Foto: Land OÖ/Lina Spenlingwimmer)

Die US-Wirtschaftspolitik unter Präsident Donald Trump habe einmal mehr auch die Abhängigkeit Europas von US-Tech-Konzernen im Bereich Digitalisierung vor Augen geführt. Themen wie Daten-Souveränität sowie regionale und transparente IT-Strukturen würden damit immer größere Bedeutung gewinnen, heißt es. Ein Partner, der diese Unabhängigkeit fördert, ist das in Linz ansässige KMU X-Net. „Wir sind zu einem verlässlichen und stabilen Partner im IT-Bereich geworden. Viele unserer Kunden sind seit der ersten Stunde bei uns“, so Gründer und Geschäftsführer Nikolaus Dürk.

Regionales Know-How für digitale Transformation

Man habe sich in den vergangenen Jahren zu einer digitalen Kolonie der USA und China entwickelt, so Markus Roth, Obmann der Bundessparte Information und Consulting der WKO. „Abhängigkeit von anderen Ländern beziehunsgweise ausländischen Tech-Konzernen führen zu deutlichen Nachteilen, speziell wenn Cloud-Dienste genutzt werden und dadurch die Integrität sensibler Daten nicht mehr garantiert werden kann“, so Achleitner.

Genau aus diesem Grund gehe es zukünftig darum, sich die Wettbewerbsfähigkeit wieder zurückzuholen. Der Vorteil sei, dass Oberösterreich bereits das Know-How habe, um souveräne, sichere und compliante IT-Lösungen zu entwickeln und zu betreiben.

Unter anderem betreibt X-Net, das heuer sein 25-jähriges Bestehen feiert, eigene IT-Infrastrukturen in regionalen Rechenzentren. Die Nutzung von OpenSource Technologien ermöglicht es dabei, unabhängig zu bleiben. Das Unternehmen betreut über 110 Firmennetzwerke aus unterschiedlichen Branchen. Kunden sind unter anderem die Johannes Kepler Universität Linz, die ÖBB, BOSCH Car Multimedia und Airbus Operations.

Oberösterreich als Vorreiter

Der IT-Sektor habe sich in den vergangenen Jahren zum Motor der Republik entwickelt, so Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Indutsriellenvereinigung OÖ. Die Symbiose von „klassischer“ Industrie und IT-Industrie sei die Grundvoraussetzung für den Erhalt und den Ausbau des Wohlstands.

Aus diesem Grund sollen Wissenschaft, Bildung und Forschung in Zukunft bestmöglich mit der Wirtschaft vernetzt werden. Der Softwarepark Hagenberg, die IT:U, die Johannes Kepler Universität sowie die Fachhochschule OÖ würden dieses Vorhaben unterstützen, heißt es. Oberösterreich sei ein Brennpunkt der digitalen Revolution, so Achleitner.

Das würden auch die Zahlen belegen. Rund 5.000 Unternehmen sind in Oberösterreich derzeit dem IT-Sektor zuzuordnen, der Umsatz der Branche beträgt 3,7 Milliarden Euro. Diese Entwicklung soll zukünftig noch gesteigert werden, unter anderem durch Investitionen.

Kritik an derzeitigen Strukturen

Freiheit und Rechtssicherheit durch Regularien würden sich laut Markus Roth nicht ausschließen. Während es im asiatischen Raum kaum Einschränkungen gibt, was Datenschutz betrifft, geht Europa und damit auch Österreich einen anderen Weg. Das zeigt unter anderem auch der AI Act. Die weltweit erste umfassende Regulierung für Künstliche Intelligenz (KI) innerhalb der Europäischen Union. Das Gesetz teilt KI-Anwendungen in vier Risikokategorien ein, verbietet Systeme mit inakzeptablem Risiko, legt strenge Anforderungen an Systeme und soll eine sichere und vertrauenswürdige KI-Entwicklung in Europa fördern.

Nikolaus Dürk kritisiert vor allem Rahmenwerk wie die internationalen Eigenkapitalvorschriften für Banken (Basel II). Regularien wie diese würden verhindern, dass Investitionen in KMUs fließen.


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