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FH Oberösterreich sieht sich für eigenes Promotionsrecht gut gerüstet

Tips Logo Baumgartner Anna, 12.01.2026 10:24

OÖ/LINZ. Die Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Österreich verstärken ihre gemeinsamen Bemühungen um ein eigenständiges Promotionsrecht. Auch die FH Oberösterreich sieht sich dafür gut vorbereitet. Allein im Jahr 2025 haben 17 Mitarbeiter der Fachhochschulen erfolgreich ein Doktoratsstudium abgeschlossen – bislang allerdings noch in Kooperation mit nationalen und internationalen Universitäten, welchen das Promotionsrecht derzeit vorbehalten ist. 

Oberösterreichs Hochschulpräsident Michael Rabl sieht vor allem die Stärke in der Angewandten Forschung und Entwicklung als ideale Voraussetzung für eigenständige Doktorate. (Foto: Volker Weihbold)

Die Frage eines eigenständigen Promotionsrechts für Fachhochschulen sorgt österreichweit seit Jahren für Diskussionen. Die Fachhochschulen (FH) und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) ziehen in dieser Sache besonders intensiv an einem Strang, auch in Oberösterreich. Unterstützung erhielt die langjährige Forderung der Fachhochschulkonferenz zuletzt von Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (beide ÖVP), wie es in einem Bericht der OÖN heißt. Ein Promotionsrecht würde die Attraktivität der FHs steigern, Karrierechancen für Forschende erweitern und die heimische Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

17 Doktorratsstudien im Jahr 2025

Die Fachhochschulen seien auf das Recht, Doktorgrade zu verleihen, sehr gut vorbereitet, heißt es von Seiten der FH Oberösterreich. Das würden unter anderem 17 erfolgreich abgeschlossene Doktoratsstudien der Mitarbeiter alleine im Jahr 2025 bezeugen, wie betont wird. Mangels eigenen Promotionsrechts würden diese aktuell neben der FH-eigenen Forschung noch auf Partnerschaften mit nationalen und internationalen Universitäten beruhen. 

„Voraussetzungen für eigenständige Doktorate sind gegeben.“

Hochschulpräsident in Oberösterreich, Michael Rabl, sieht die Voraussetzungen für eigenständige Doktorate gegeben. „Unsere 17 Doktoranden kommen aus allen Fakultäten. Basis ist die qualitätsvolle Angewandte Forschung, die wir mit Unternehmen und Institutionen betreiben“, betont Rabl. Auch der für Forschung und Entwicklung zuständige Vizepräsident Johann Kastner verweist auf die hohe Forschungsaktivität der Hochschule. „Diese Vielzahl an Projekten bieten unseren Wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht nur eine gut bezahlte Anstellung, sondern auch die Möglichkeit, eine eigene Doktorarbeit innerhalb eines Projektes voranzutreiben“, so Kastner.

Wissenschaftler an Region und Hochschulen binden

Unterstützt werden die Bestrebungen auch auf Bundesebene durch die Fachhochschulkonferenz. Rabl und Kastner sehen im Promotionsrecht für FH/HAW eine Chance, mehr wissenschaftlichen Nachwuchs in Österreich zu halten. „Dadurch könnten noch mehr talentierte Wissenschaftler in ihrer Entwicklung gefördert und an unsere Regionen und Hochschulen gebunden werden“, erklären beide.

In Oberösterreich wird auf politischer Ebene die Diskussion rund um ein eigenständiges Promotionsrecht weniger kontrovers geführt. Ausschlaggebend dafür sei insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Oberösterreich und der Johannes Kepler Universität (JKU). Mithilfe verschiedener Förderungen, darunter das mit rund einer Million Euro ausgestattete Dissertationsprogramm des Landes, werden Promotionen von FH-Absolventen an Universitäten ermöglicht. Aus diesem Grund betrachtet Wissenschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) die Situation für den Standort als „gelöst“, wie dieser im November gegenüber den OÖN erklärte.

Promotionsrecht an deutschen Hochschulen

Rabl warnt zudem vor einer wachsenden Konkurrenz aus dem Ausland: „Nicht unterschätzen dürfen wir hier vor allem die Konkurrenz zu FH/HAW in Süddeutschland, wo es bereits das in Österreich noch ausstehende Promotionsrecht gibt.“ Ohne entsprechende Regelungen könnten diese Hochschulen für Absolventen „leicht zugängliche Alternativen“ darstellen – zum Nachteil des heimischen Wissenschaftsstandortes.


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