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Österreich will mit Industrie-Strategie zu Top Ten der OECD-Länder aufrücken

Tips Logo Online Redaktion, 16.01.2026 16:37

Ö/OÖ. Um eine schleichende De-Industrialisierung zu stoppen und eine Neu-Industrialisierung zu starteten, hat die Bundesregierung am Freitag ihre Industriestrategie 2035 präsentiert. Der Anspruch: Österreich bis 2035 in die Top Ten der OECD-Länder bei der Industrieproduktion zu bringen. 114 konkrete Maßnahmen sind vorgesehen, ein Budget von 2,6 Milliarden Euro bis 2029 wird bereitgestellt.

Symbolfoto (Foto: VOLKER WEIHBOLD)
Symbolfoto (Foto: VOLKER WEIHBOLD)

„Mit der Industriestrategie setzen wir erstmals eine klare Richtung und wollen langfristigen Aufschwung: Wir stoppen die Deindustrialisierung und starten die Neu-Industrialisierung Österreichs. Mit 114 konkreten Maßnahmen, klaren Schlüsseltechnologien und messbarer Umsetzung stärken wir Innovation, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit – und bekennen uns unmissverständlich zum Produktionsstandort Österreich“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Gemeinsam mit Infrastrukturminister Peter Hanke (SP) und Staatssekretär Josef Schellhorn (Neos) präsentierte er die Strategie am Freitag.

Ziel sei ein langfristiges Wachstum sowie die Sicherung und Wiedererlangung von wirtschaftlicher und technologischer Kompetenz durch die Definition von neun Schlüsseltechnologien. 

Sechs messbare Ziele

Der Anspruch: Österreich bis 2035 in die Top Ten der OECD-Länder bei der Industrieproduktion zu bringen. 114 Maßnahmen wurden erarbeitet, aufgeteilt auf sieben Handlungsfelder: Forschung, Technologie & Innovation, Energie, Bildung, Fachkräfte & Arbeitsmarkt, Kreislaufwirtschaft, Bioökonomie & Transformation, Infrastruktur, Mobilität & wirtschaftliche Resilienz, Europa & geopolitische Herausforderungen sowie Entbürokratisierung & Finanzierung.

Ein Budget von 2,6 Milliarden Euro wird bis 2029 bereitgestellt. Geplant sind regelmäßige Messung und Evaluierung der Fortschritte. 

Konkrete Maßnahmen

Geplant sind unter anderem die Einführung eines Industriestrompreises ab 2027 nach deutschem Vorbild, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren durch eine des UVP-Gesetzes und Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz, eine eigene Kraftwerkstrategie, die Aufhebung des CO₂-Speicherverbots (CCS) oder die Ausweitung der Rot-Weiß-Rot-Karte.

Wirtschaftskammer OÖ sieht viele Forderungen umgesetzt

Die Industriestrategie sei ein wichtiges Bekenntnis, viele Forderungen der Wirtschaftskammer würden damit umgesetzt, reagiert WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer auf die Strategie.  „Viele Anliegen der oö. Wirtschaftsvertretung, wie aktuell jene des Industriestrompreises, wurden von der Bundesregierung aufgegriffen. Den Nöten und Anliegen unserer Betriebe, insbesondere im internationalen Wettbewerb, wird damit umfassend Rechnung getragen.“ Der Weg stimme, jetzt sei Tempo nötig.

Auch die Industriellenvereinigung (IV) begrüßt die Strategie: „Die vorgelegte Industriestrategie enthält zahlreiche richtige Ansatzpunkte – insbesondere im Bereich Forschung, Innovation, Energie, Fachkräfte sowie Bürokratieabbau. Die heutigen Ankündigungen sind eine solide Basis, mit der es nun zu arbeiten gilt. Auch die langfristige Zielsetzung gibt Orientierung für Unternehmen. Entscheidend wird nun sein, wie die angekündigten Maßnahmen konkret ausgestaltet und umgesetzt werden, diese sollte rasch, wirksam und praxisnah erfolgen“, unterstreicht IV-Präsident Georg Knill und betont: „Die Umsetzung der Ankündigungen darf keinesfalls mit neuen Kosten, zusätzlicher Bürokratie oder weiteren Regulierungen einhergehen.“

Einen bedeutenden Schritt für die Stärkung der Rohstoffsicherheit sieht Altstoff Recycling Austria (ARA). „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Kreislaufwirtschaft ein wesentlicher Bestandteil der Industriestrategie ist. Kaum eine andere Branche wächst derzeit so stark wie die Circular Economy. Die Regierung hat dieses Potenzial erkannt und stellt die Weichen, die Rohstoffunabhängigkeit Österreichs voranzutreiben. Zudem stärken die geplanten Maßnahmen den Wirtschaftsstandort sowie die Wettbewerbsfähigkeit und leisten nicht zuletzt einen wichtigen Impact für den Klima- und Umweltschutz“, betont ARA Vorstandssprecher Harald Hauke.


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