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117 geplante Operationen von Streik in Ordensspitälern OÖ betroffen

Tips Logo Karin Seyringer, 21.01.2026 15:19

OÖ/LINZ/BEZIRK. Im Zuge der KV-Verhandlungen für das nicht-ärztliche Personal an den Ordensspitälern OÖ findet wie angekündigt am Donnerstag, 22. Jänner, ein ganztägiger Streik statt. In Linz gibt es zudem eine öffentliche Streikversammlung mit Zug vor das Landhaus. 117 geplante Operationen sind laut aktuellem Stand betroffen.

Symbolfoto - die Ordensspitäler OÖ meldeten am Mittwoch 117 geplante Operationen, die vom Streik betroffen sind. (Foto: VOLKER WEIHBOLD)

Die oö. Ordensspitäler umfassen die Linzer Häuser Barmherzige Brüder, Barmherzige Schwestern sowie Elisabethinen, das Klinikum Wels-Grieskirchen, die Barmherzigen Schwestern Ried, die Franziskanerinnen Braunau und die Kreuzschwestern Sierning.

Mit dem Streik will die Gewerkschaft Vida den Druck in den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen erhöhen. Wie sie am Mittwoch mitteilt, werden Beschäftigte in allen acht Ordensspitälern Oberösterreichs ihre Arbeit niederliegen.

Marsch vor das Landhaus

Für die drei Häuser in Linz wird es außerdem öffentliche Streikversammlungen geben. Nach Start der Streikversammlungen um 7 Uhr ist für 10 Uhr der Abmarsch bei den Barmherzigen Schwestern, Barmherzigen Brüdern und Elisabethinen geplant. Mit Zwischenstopp am Martin-Luther-Platz wird zum Landhaus gezogen, wo um 11 Uhr eine Versammlung stattfindet. Kurz vor Mittag ist die Rückkehr zu den Häusern und die dortige Fortsetzung der Streikversammlungen geplant.

117 geplante Operationen betroffen

Lange war unklar, welche konkreten Auswirkungen der Streik auf den Betrieb in den Spitälern haben wird. Am Mittwoch legten die Ordensspitäler in einer gemeinsamen Mitteilung eine Zahl vor: „Nach aktuellem Stand sind 117 geplante Operationen in allen Ordensspitälern Oberösterreich betroffen“, heißt es. „Die Ordensspitäler bedauern sehr, dass es als unmittelbare Folge des von der Gewerkschaft vida ausgerufenen Streiks zur Verschiebung einzelner Operationen und Behandlungen kommen muss.“

Die betroffenen Operationen seien laut Ordensspitälern erfolgreich verschoben worden oder wurden bereits durchgeführt.

Keine Zahl zu Streikenden

„Die exakte Zahl kann variieren, da im täglichen Spitalsbetrieb immer wieder Operationen krankheitsbedingt verschoben werden müssen. Es ist den Ordensspitälern gelungen, die Auswirkungen für die Patienten so gering wie möglich zu halten. Dort, wo es zu Änderungen kommt, werden die betroffenen Patienten direkt, persönlich und rechtzeitig informiert.“

Weiter nicht klar ist, wie viele Beschäftigte tatsächlich am Streik teilnehmen, diese sind rechtlich nur dazu verpflichtet, ihre Teilnahme am Streiktag vor Dienstbeginn bekannt zu geben. Daher könne seitens der Ordensspitäler aktuell keine abschließende Angabe zur Teilnehmerzahl gemacht werden.

Betont wird seitens der Ordensspitäler nochmals, dass es einen engen und konstruktiven Austausch mit den Betriebsräten in den Häusern gebe. „Fest steht, dass Betriebsräte in sechs von acht Ordensspitälern in den Streik eingebunden sind, während sich zwei Betriebsräte von zwei Krankenhäusern bewusst gegen eine Streikteilnahme entschieden haben.“

Notfälle und stationäre Patienten versorgt

Konsens herrsche, dass Notfälle, aus medizinischen Gründen unaufschiebbare Behandlungen sowie die Versorgung stationärer Patienten auch am Streiktag garantiert sind. 

„Unser oberstes Ziel ist und bleibt die sichere Versorgung der Patienten. Dass es dennoch zu Verschiebungen einzelner Operationen kommt, ist eine unmittelbare Folge des von der Gewerkschaft Vida ausgerufenen Streiks. Viele unserer Mitarbeiter zeigen auch morgen Verantwortungsbewusstsein. Dank ihres Engagements gelingt es uns, auch am Streiktag den Spitalsbetrieb aufrechtzuerhalten und Notfälle sowie die Betreuung stationärer Patienten sicherzustellen. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken“, so Johann Minihuber, Geschäftsführer der Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH.

35-Stunden-Woche gefordert

Die vierte Kollektivvertragsverhandlungsrunde am Montag, 8. Jänner, blieb ohne Ergebnis, zudem ist kurz danach ein von der Gewerkschaft ausgerufenes 40-tägiges Ultimatum ausgelaufen. vida fordert Lohnerhöhungen zumindest in Höhe der Inflation und – besonderer Knackpunkt: eine stufenweise Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bis 2030.

Von Arbeitgeberseite liegt das Angebot einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,3 Prozent ab Dienstag, 1. Juli 2026, auf dem Tisch, angelehnt an den Abschluss des öffentlichen Dienstes auf Bundesebene, zusätzlich unter anderem der Verzicht auf Kostenerhöhungen bei Essen und Parken.

„Das Angebot gleiche weder die Teuerung aus noch gebe es Antworten auf die massive Arbeitsbelastung“, heißt es seitens vida. Die Ordensspitäler kritisieren „Aktionismus“ der Gewerkschaft und dass der bislang übliche Weg der konstruktiven Lösungsfindung verlassen worden sei.

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