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Oberösterreichs Arbeitsmarkt mit leichter Stabilisierung, Sorgenkind Langzeitarbeitslosigkeit

Tips Logo Karin Seyringer, 02.02.2026 17:25

OÖ. Die Arbeitslosenquote in Oberösterreich lag im Jänner 2026 bei 6,8 Prozent, zeigen die neuen Zahlen des AMS OÖ. Oberösterreich sei damit das einzige Bundesland mit leicht rückläufiger Arbeitslosigkeit, weise zudem die niedrigste Arbeitslosenquote der Nicht-Saison-Bundesländer auf.

Symbolfoto (Foto: VOLKER WEIHBOLD)
Symbolfoto (Foto: VOLKER WEIHBOLD)

Bei 8,8 Prozent liegt die Arbeitslosenquote im Jänner 2026 im Österreich-Schnitt, Oberösterreich liegt im Bundesländer-Vergleich auf Platz vier, hinter Tirol (4,9), Salzburg (5,2) und Vorarlberg (6,4).

Die leicht positive Entwicklung zu Ende des letzten Jahres setze sich Anfang 2026 fort. „Diese zeigt sich vor allem in den Bereichen Produktion und Arbeitskräfteüberlassung und kompensiert damit den witterungsbedingten Anstieg der Bauarbeitslosigkeit. Weiterhin spürbar ist der Zuwachs der Arbeitsuchenden im Handel, dies spiegelt sich auch im Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit wider. Vor allem in der Gruppe der über 60-jährigen Frauen sind die Auswirkungen der schrittweisen Erhöhung des Pensionsantrittsalters sichtbar. Die Stabilisierung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit bleibt in Anbetracht der schwachen Konjunktur und der knappen Ressourcen des AMS weiterhin die größte Herausforderung“, fasst der stv. Landesgeschäftsführer des AMS OÖ Markus Litzlbauer zusammen.

Leichter Rückgang um 0,4 Prozent

49.069 Personen waren mit Ende Jänner 2026 beim AMS OÖ als arbeitslos vorgemerkt, um 198 oder 0,4 Prozent weniger als im Jänner 2025. Davon sind 18.556 Frauen.

Bei den langzeitbeschäftigungslosen Personen gab es ein Plus von 1.983 (plus 22,3 Prozent) auf 10.895 Personen.

Während es bei den bis 19-jährigen arbeitslos gemeldeten Personen ein Minus von 14,3 Prozent auf 987, sowie bei den 20- bis 24-Jährigen (minus 1,6 Prozent auf 4.990) einen Rückgang gab, wurde bei den arbeitslos gemeldeten Personen über 60 Jahren ein Plus von 9,7 Prozent auf 3.417 verzeichnet.

675.000 in Beschäftigung

Die Zahl der Personen in Beschäftigung im Jänner 2026 lag bei 675.000, im Vergleich zum Vorjahr mit 677.134 entspricht dies einem Rückgang um 2.134 oder 0,3 Prozent.

10.876 Personen befinden sich in Schulungen (Vorjahr: 10.350).

Offene Stellen sind beim AMS OÖ 17.887 gemeldet, das entspricht einem Rückgang von 1.146 oder 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

2.355 Lehrstellensuchende sind gemeldet, davon 1.043 sofort verfügbar. Dem gegenüber stehen 4.422 offene Lehrstellen (1.230 sofort verfügbar).

Reaktionen: „Weitere Maßnahmen“

Der oö. Arbeitsmarkt zeige sich zu Jahresbeginn stabil, dennoch würden weiter Maßnahmen gesetzt, so Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) zu den neuen Zahlen.

„Gerade in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ist es entscheidend, konsequent in Qualifizierung und Weiterbildung zu investieren. Diese Investitionen sind ein wesentlicher Faktor, um Beschäftigungsperspektiven zu geben und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig abzusichern“, so Stelzer.

Achleitner ergänzt: „Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen sowohl saisonale Effekte als auch strukturelle Herausforderungen. Ziel unserer Arbeitsmarktpolitik ist es, durch Qualifizierung, Weiterbildung und aktive Maßnahmen die Beschäftigungsfähigkeit zu stärken und Betriebe bei der Suche nach Fachkräften zu unterstützen.“

Die SPÖ sieht hingegen die Koalition „untätig im Kampf gegen die Langzeitsarbeitslosigkeit“. Vor allem für die Zielgruppen Frauen über 50 in Handel und Gastro müsse eine Qualifizierungsoffensive gestartet werden, für neue Perspektiven am Arbeitsmarkt, so SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Hans Karl Schaller.

Für die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Brigitte Huber-Reiter ist die leichte Stabilisierung „noch keine Frohbotschaft“. Auch sie verweist auf nötige Perspektiven für langzeitarbeitslose Personen, aber auch für ältere arbeitslose Personen. „Die individuelle Betreuung auszubauen und Jobgarantie-Modelle zu erarbeiten, sind Eckpunkte eines dringend nötigen Lösungsfeldes“, so Huber-Reiter. Zudem sieht sie mangelnde Kinderbetreuung als einen Grund für Frauenarbeitslosigkeit.

NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer verweist ebenfalls auf die gestiegene Arbeitslosigkeit bei Frauen. Auch er sieht zu früh geschlossene Kindergärten und fehlende Ganztagesbetreuung. 


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