OÖVP will Oberösterreich „schneller, schlanker und innovativer“ machen
OÖ/MONDSEE. Der Standort Oberösterreich, zusätzliche Investitionen in Zukunftsfelder und Sicherheitstechnologien, Deregulierung: Die OÖVP mit Landeshauptmann Thomas Stelzer gab bei ihrer Jahresauftakt-Konferenz mit Spitzenfunktionären in Mondsee ihren wirtschaftspolitischer Ausblick.
Oberösterreich stehe als industrielle Speerspitze Österreichs vor großen globalen Herausforderungen, verfüge aber zugleich über beste Voraussetzungen, daraus einen Wettbewerbsvorteil zu entwickeln. „Die wirtschaftliche Trendwende beginnt. Wir machen Oberösterreich schneller, schlanker und innovativer – das heißt weniger Hürden, mehr Tempo und mehr Chancen für die Menschen im Land“, betonte Landeshauptmann Stelzer bei der Auftaktkonferenz, bei dem es auch einen Betriebsbesuch bei BWT in Mondsee gab.
Inhaltlich im Mittelpunkt stehen beim Jahresschwerpunkt „Standort stärken, Wohlstand sichern.“ mehrere Punkte.
Bürokratieabbau und weitere Deregulierungsoffensive
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Abbau von Bürokratie. Nach dem ersten Deregulierungsgesetz im Vorjahr, das unter anderem Vereinfachungen in der Bauordnung brachte, soll 2026 ein zweites Sammelgesetz folgen. Dabei sollen bestehende Regelungen überarbeitet und auf ihre Standortwirkung geprüft werden. Die Leitfragen seien: Was hilft dem Standort – und was bremst ihn aus? Was sichert Arbeitsplätze und damit langfristig Wohlstand?
Industrie stärken und Zukunftstechnologien ausbauen
Ein weiterer Fokus liege auf der konsequenten Umsetzung der Industriestrategie. Ziel sei es, Oberösterreich „vom Hauptbetroffenen zum Hauptprofiteur“ zu machen.
In der Industriestrategie werden große Chancen für Oberösterreich gesehen, vor allem rund um die Zukunftsfelder Künstliche Intelligenz, Robotik, Quantentechnologie, Umwelttechnik sowie alternative Antriebe. Als Schlüsseltechnologie wird auch Wasserstoff gesehen. Bis 2040 sollen geplante Speicherkapazitäten auf 7,7 Terawattstunden ausgebaut werden.
Investitionspaket „Impuls26“
Im Landesbudget wurde ein Schwerpunkt für Zukunftsbereiche gelegt, mit dem Programm „Impuls26“ mit Volumen von 100 Millionen Euro, um Innovationen in Schlüsselbereichen wie Forschung, Gesundheit und Pflege, Kinderbetreuung oder Wohnbau voranzutreiben.
Sicherheitsallianz OÖ
Als vierter Schwerpunkt steht 2026 die Sicherheitsallianz OÖ im Mittelpunkt, mit der Oberösterreich den Bereich Sicherheitstechnologien gezielt vorantreibt. Konkret geht es um Projekte für den Schutz kritischer Infrastrukturen über Versorgungssicherheit und moderne Krisenvorsorge bis hin zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft. Profitieren soll Oberösterreich mit dem vorhandenen starken Know-how heimischer Unternehmen auch durch die aktive Erschließung neuer Märkte, angesichts der geplanten europäischen Investitionen von bis zu 800 Milliarden Euro bis 2030.
Als Expertin vor Ort bei der OÖVP-Auftaktkonferenz war Monika Köppl-Turyna, Direktorin des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria. „Neben der Demografie und der Sanierung des Budgets stehen drei Punkte im Vordergrund. Damit wir den Standort insgesamt zukunftsfit machen, müssen wir an mehreren Hebeln ansetzen: Deregulierung, Kapitalmarktstärkung und eine rasche Umsetzung der Industriestrategie mit konkreten Schritten. Wir schlagen hier Maßnahmen wie ‚One-In-One-Out‘-Regeln bei Gesetzen, Sunset-Regulierungen und die Einführung von One-Stop-Shops vor. Die Wirkung jeder Industriestrategie hängt maßgeblich davon ab, ob es uns gelingt, die strukturellen Bremsfaktoren entschlossen zu adressieren“, so die Wirtschaftsforscherin.
Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden