Positive Entwicklungen und reges Baugeschehen bei der Sparkasse OÖ
LINZ/OÖ. Im Tips-Interview spricht Stefanie Christina Huber, Generaldirektorin der Sparkasse OÖ, über die wirtschaftliche Lage in Oberösterreich, über vorsichtige Zuversicht bei Unternehmen und Privatkunden sowie über nachhaltige Investitionen in den Bezirken Oberösterreichs.
Tips: Mit welchem Gefühl sind Sie ins neue Jahr gestartet?
Stefanie Christina Huber: Mit einem sehr positiven und motivierten Gefühl, weil wir schon gewusst haben, dass wir das letzte Jahr sehr gut abschließen konnten. Wir haben ein arbeitsreiches Jahr mit über 300.000 Kundenkontakten hinter uns gebracht und einen guten Endspurt hingelegt.
Tips: War ein Ereignis im vergangenen Jahr besonders prägend?
Huber: Wir denken in Mehrjahresstrategien, und da ist es natürlich immer prägend, wenn man längerfristige Ziele erreicht. Eines unserer Ziele war die allumfassende Nachhaltigkeit. Exakt am letzten Tag des alten Jahres kam die Rückmeldung, dass wir nun, als eine von fünf Banken weltweit, ein Nachhaltigkeits-Rating von C+ laut ISS ESG erreicht haben. Ein ganz besonderer Moment für uns alle war auch das Mitarbeiterfest Ende November.
Tips: Gibt es aus Ihrer Sicht Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung?
Huber: Wir haben in vielen Kundengesprächen gemerkt, dass die Wirtschaft langsam ein bisschen angezogen hat. Unternehmen haben wieder investiert, vor allem in die Bereiche digitale Transformation und Effizienzsteigerung, auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Unternehmen stellen sich nachhaltiger auf und setzen auf Energieautarkie. Auf der Privatkundenseite ist der Wohnbau im Vergleich zu den Vorjahren wieder angesprungen. Zuversicht und Leistbarkeit haben sich verbessert, was den niedrigeren Zinsen und den eingependelten Baukosten geschuldet ist. Wir sehen weiterhin eine starke Tendenz zu Kauf plus Sanierung, weil hier eine bessere Planbarkeit gegeben ist. Bei Konsumkrediten spüren wir noch eine Zurückhaltung. Die Sparquoten sind hoch. Was man aber stärker merkt, ist, dass neben dem klassischen Sparen vermehrt das Thema Vorsorge mit Wertpapieren und Versicherungen nachgefragt wird.
Tips: Sind in Kundengesprächen ausschließlich die Zahlen relevant?
Huber: Es geht nicht nur um Zahlen, sie sind die Basis. Unsere Gespräche zur finanziellen Gesundheit führen wir stark auf einer emotionalen Ebene. Es geht darum, individuelle Bedürfnisse zur jeweiligen Lebenssituation gemeinsam zu beleuchten.
Tips: Ist ein Job bei der Sparkasse OÖ erstrebenswert für Berufseinsteiger?
Huber: Wir sind eine attraktive Arbeitgeberin. Uns ist die Sinnhaftigkeit wichtig, und wir gehen mit unserer Dienstleistung individuell auf die Bedürfnisse der Menschen ein. Mit unserem Gründungsauftrag verfolgen wir den Zweck, einen Teil der erwirtschafteten Gewinne durch die Anteilsverwaltung wieder dem Gemeinwohl zuzuführen und in soziale Zwecke zu investieren. Bildung ist ein ganz wesentlicher Aspekt, wo wir mit vielen Partnern versuchen, jungen Menschen zu helfen. Besonders berührende Gespräche haben wir oft mit unseren Lehrlingen, die sich dann daran erinnern, dass ihnen die Sparkasse OÖ schon früher geholfen hat.
Tips: Der große Umbau auf der Promenade in Linz ist fast geschafft. Worauf dürfen sich Kunden und Besucher in Zukunft freuen?
Huber: Der Innenhof wird mit dem Sparkassenbrunnen ein Biotop in der Stadt, ein Rückzugsort, der öffentlich zugänglich ist. Wir liegen im Plan, trotz der großen Ziele, die wir uns gesetzt haben, nämlich ein denkmalgeschütztes Gebäude nachhaltig zu sanieren und auf Kreislaufwirtschaft zu setzen. Im zweiten Quartal soll die Rücksiedlung beginnen. Die Unsicherheit bleibt natürlich bis zum Schluss. Man darf nicht vergessen, wie viele Gewerke hier parallel arbeiten. Aktuell sind wir gerade beim Eingangsbereich, der aus denkmalpflegerischer Sicht der heikelste Teil ist, das sogenannte Vestibül. Deswegen sind wir vorsichtig mit einem fixen Datum, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass der Plan eingehalten werden kann.
Tips: Sind weitere Bauprojekte in Oberösterreich in der Endphase oder in Planung?
Huber: Es folgen noch die Eröffnungen der Filiale im Quadrill in Linz sowie unserer Filialen in Grieskirchen und Münzkirchen im Bezirk Schärding. Im Mai 2026 wird im ersten Stock des Einkaufszentrums „Linzerie“ in Linz das FLiP, ein neues Zentrum für Finanzbildung, eröffnet. Der „Sparkassen-Würfel“ in Linz-Urfahr ist in die Jahre gekommen, hier arbeiten wir gemeinsam mit der Stadt Linz an einem lebenswerten Wohn- und Arbeitsraum. Konkrete Pläne gibt es aktuell nicht.
Erfolgreich abgeschlossen haben wir heuer schon den Umbau der Filiale in Andorf in ein zentrales Kompetenzzentrum für den Bezirk Schärding. Auch die Filiale am Hauptplatz in Grein im Bezirk Perg wurde umfassend modernisiert und als Kompetenzzentrum im Strudengau neu eröffnet.
Tips: Worauf möchten Sie am Ende dieses Jahres mit Stolz zurückblicken?
Huber: Darauf, dass wir mit noch mehr Kundinnen und Kunden gesprochen haben und sie sich dank unseres umfassenden Blickes und unserer Beratung in ihrer finanziellen Situation wohlfühlen.
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