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Stelzer: „Oberösterreich steht an der Seite der Ukraine“

Tips LogoKarin Seyringer, 24.02.2026 17:51

OÖ/LINZ/ODESSA. Am 24. Februar, dem traurigen vierten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, empfing das Land OÖ den Gouverneur der ukrainischen Region Odessa Oleg Kiper. Im Mittelpunkt der Gespräche auch mit Wirtschaftskammer OÖ und Industriellenvereinigung OÖ stand Zusammenarbeit mit Oberösterreichs Wirtschaft beim künftigen Wiederaufbau. 

  1 / 2   Trafen sich zu Gesprächen, v.l. WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Gouverneur Oleg Kiper und IV OÖ-Präsident Thomas Bründl (Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer)

Die Reise Kipers nach Oberösterreich war schon länger geplant, musste aufgrund der Situation in der Ukraine aber mehrmals abgesagt werden. „Es ist sehr schwierig, eine Region zu verlassen, wo 70 Prozent der Einwohner kein Licht, kein Wasser und keine Wärme haben“, verdeutlichte der Gouverneur der Region Odessa die dramatische Lage.

„Treffen wichtiges Signal“

Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht das Treffen genau am 24. Februar als ein wichtiges Signal. „Das ist ein Jubiläumstag, den sich keiner wünscht, weil er die vierjährige Dauer des russischen Angriffskriegs in der Ukraine bedeutet. Aber es ist ein Zeichen dafür, dass wir auch als Vertreter des Bundeslandes OÖ sehr genau wissen, auf welcher Seite wir stehen - an der Seite der Ukraine.“ Es gehe auch darum, zu verteidigen, „was unsere gemeinsame Lebensvorstellungen anlangt – Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und auch unsere gemeinsamen Grundwerte.“

Stelzer verwies auf die konkrete Hilfe Oberösterreichs für die Ukraine - von der Lieferung medizinischer Geräte und Spitalsbetten über Feuerwehrausstattung bis zu Erholungsaufenthalten für ukrainische Kinder in Oberösterreich - und hob auch das besondere Engagement der Bevölkerung in Oberösterreich hervor.

Nicht nur als Gouverneur, sondern auch als ukrainischer Staatsbürger danke er für die große Unterstützung, so Kiper, verwies auch darauf, dass viele Vertriebene in Oberösterreich aufgenommen wurden und hier einen Wohnort gefunden haben. 

Blick auf die Zukunft gerichtet

Gleichzeitig betonte er, dass in den Gesprächen am Dienstag der Blick auf die Zukunft gerichtet war, „auf die Perspektiven unserer Zusammenarbeit in der Zukunft für den Wiederaufbau.“

Schon im Juni 2025 wurde ein „Memorandum of Understanding“ zwischen Oberösterreich und der Region Odessa unterzeichnet, als Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit unter anderem in Wirtschaft, Infrastruktur, Energie, Innovation, Bildung, Klimaschutz und Gesundheit.

„Odessa ist als wichtiger Hafen- und Wirtschaftsstandort Dreh- und Angelpunkt für alle ukrainischen Aufbaubemühungen“, so Stelzer. „Hier kann sich Oberösterreichs Wirtschaft einbringen.“

Potenzial für Wirtschaft

Bei den Gesprächen am Dienstag wurde auch gemeinsam mit Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Doris Hummer und dem Präsident der Industriellenvereinigung OÖ Thomas Bründl beleuchtet, wo das Miteinander der Regionen intensiviert werden kann.

„Wir alle können uns glaube ich gar nicht vorstellen, mit welchen Sorgen im Gepäck der Gouverneur heute zu uns gekommen ist“, so Hummer. „In unserem gemeinsamen Gespräch haben wir aber auch ganz klar gesagt: Wir richten den Blick in die Zukunft“, unterstreicht auch sie. „Wir suchen die Partnerschaft, die Zusammenarbeit, das klare politische Bekenntnis Oberösterreichs soll das auch unterstreichen.“ Das Außenwirtschaftsbüro der WKO in Kiew ist nach wie vor besetzt, ist Anlaufstelle vor Ort. Vereinbart wurde laut Hummer, dass interessierte Unternehmen und Behörden aus der Ukraine nach Oberösterreich eingeladen werden, sich über die drängendsten Aufgaben Energieversorgung, Wärmeversorgung Wasserversorgung, aber auch über den Wiederaufbau zu informieren.

Heimische Unternehmen würden zudem gefördert und begleitet beim Engagement in der Ukraine. „Ziel ist es, österreichisches Know-how wirksam in den Wiederaufbau einzubringen und zugleich nachhaltige wirtschaftliche Partnerschaften aufzubauen, zu beider Vorteil“, so Hummer. 

„Ressourcen bündeln“

1.000 österreichische Unternehmen sind nach wie vor in der Ukraine engagiert, 200 haben Niederlassungen. 

IV OÖ-Präsident Bründl betont ebenfalls das Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit der Region Odessa. „Uns geht es darum, die Talente die beide Regionen haben, das Knowhow und die Ressourcen Oberösterreichs mit den Ressourcen Odessas entsprechend abzustimmen.“ Besonders verweist er auf die oö. Stärkefelder Maschinen- und Anlagenbau, Werkstoffe, Kunststoff, Bauwirtschaft, Logistik und Energie- und Umwelttechnik. 

Ziel ist es, dieses Know-how zu bündeln, konkrete Projekte vorzubereiten und die wirtschaftliche Kooperation weiter auszubauen.


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