Energie AG senkt Strom-Arbeitspreis auf zehn Cent netto
OÖ/LINZ. Landesenergieversorger Energie AG Oberösterreich senkt ab 4. Mai 2026 den Arbeitspreis beim Strom auf zehn Prozent netto (brutto zwölf Cent). Der neue Tarif läuft unter dem Namen „Feel Good Energie für alle“.

Ein Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden spare im Vergleich zum Energie AG-Tarif „Ökostrom Loyal“ im Jahr rund 76 Euro, rechnet der Landesenergieversorger vor. Das Versprechen, Preise immer dann zu senken, wenn es der Energie AG möglich sei, werde gehalten, so Energie AG-CEO Leonhard Schitter. „Unser neuer Tarif für alle ohne Altersbeschränkung bringt einen deutlichen Preisvorteil und damit eine große Ersparnis.“
Der Wechsel auf den neuen Tarif kann ab 4. Mai im E-Portal der Energie AG vorgenommen werden. Der Arbeitspreis von zehn Cent netto gilt ab Lieferbeginn für zwölf Monate.
Für Gen Z schon im September gesenkt
Als erster Energieversorger im gesamten deutschsprachigen Raum hatte die Energie AG im September 2025 auch einen Stromtarif exklusiv für die Gen Z österreichweit auf den Markt gebracht. Der Tarif „Feel Good Energie“ richtet sich an alle 18- bis 28-Jährigen, der Arbeitspreis beläuft sich auf netto zehn Cent pro Kilowattstunden (brutto zwölf Cent) und der Grundpreis auf netto 2,60 Euro (brutto 3,12 Euro).
„Starkes Signal“
Landeshauptmann Thomas Selzer und Landesrat sowie Energie AG-Aufsichtsratsvorsitzender Markus Achleitner (beide ÖVP) sehen ein „starkes Signal für faire Strompreise“. „Genau das brauchen Haushalte und Familien in einer Zeit, in der jede Entlastung zählt“, so Stelzer. Er verweist darauf, dass die Energie AG im Vergleich mit anderen Anbietern mit öffentlicher Eigentümerstruktur mit an der Spitze liege.
Und Stelzer erneuert in diesem Zusammenhang seinen Appell an Bund und EU, die Voraussetzungen für dauerhaft leistbare Energiepreise für Private genauso wie für Unternehmen weiter zu verbessern: „Leistbare Energie ist ein Schlüsselfaktor für den Wirtschafts-, Arbeits- und Innovationsstandort. Die Energiewende wird nur mit Technologieoffenheit gelingen, ohne ideologische Scheuklappen.“
Achleitner: „Unser Landesenergieversorger investiert mit vier Milliarden Euro nicht nur kräftig in die Umsetzung der Energiewende in Oberösterreich, sondern wird auch seiner Verantwortung gerecht, für günstige Strompreise zu sorgen“, so auch Achleitner.
WKOÖ: Gute Nachricht für Klein- und Kleinstbetriebe
„Wie schon bei den Gratisstromtagen 2023 und 2024 konnten wir gemeinsam mit der Energie AG nun eine weitere Preisreduktion aushandeln“, freut sich Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Doris Hummer. Die Senkung sei ein wichtiger Schritt. „Diese Maßnahme kommt vor allem unseren Klein- und Kleinstbetrieben zugute.“ Und weiter: „Selbstverständlich sind auch alle weiteren oö. Energielieferanten aufgefordert, diesem positiven Beispiel zu folgen“, so Hummer.
Forderung des Pensionistenverbandes OÖ
Pensionistenverband OÖ-Landespräsident Norbert Höpoltseder hatte zuletzt gefordert, dass die Energie AG Preissenkungen umsetzt - nachdem der Verbund eine Preissenkung ab März angekündigt hatte. Österreichweit bewegen sich mehrere Anbieter mit öffentlicher Eigentümerstruktur in Richtung rund zehn Cent netto. Der Verbund geht auf 12,50 Cent netto, gewährt im ersten Vertragsjahr aber einen Rabatt von drei Cent und kommt damit auf 9,50 Cent.
Auch die Konsumentenschutzsprecherin der SPÖ Oberösterreich Heidi Strauss sieht eine Forderung umgesetzt. „Unsere Forderung wird endlich Realität.“ Die SPÖ Vorschläge zu Mietendeckel, Senkung der Elektrizitätsabgabe und gezielten Preiseingriffen hätten im Kampf gegen die Teuerung die Trendwende eingeleitet.
NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer sieht in der Senkung „eine gute Nachricht für viele Haushalte“, verweist aber darauf, dass der „größere Hebel zur Strompreissenkung auf Seiten der Netzgebühren bestünde“, die durch Zusammenlegung der öffentlichen Netzbetreiber reduziert werden könnten.


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