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Oö. Umweltressort weitet Förderprogramm für klimafitte Gemeinden aus

Tips LogoKarin Seyringer, 02.03.2026 19:34

OÖ/LINZ/BAD ISCHL. Mit einem neuen Umweltförderprogramm will das Umweltressort des Landes OÖ Städte und Gemeinden gezielt bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen. Im Mittelpunkt stehen eine deutlich aufgewertete Entsiegelungsförderung sowie die Weiterentwicklung des Programms zur Klimawandelanpassung (GeKAP).

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder mit Bad Ischls Bürgermeisterin Ines Schiller (l.) und Susanne Maieron, Leiterin der Abteilulng Umweltschutz, Land OÖ. (Foto: Land OÖ/Simon Seher)

„Mit dem neuen Umweltförderprogramm des Landes OÖ setzen wir einen kraftvollen Schwerpunkt. Unser Ziel ist klar: Von der Hitzeinsel zum Schattenplatzerl. Von der Betonwüste zum Lebensraum“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne).

Um Oberösterreichs Gemeinden klimafit zu machen, gibt es im neuen Umweltförderprogramm zahlreiche Unterstützungen.

Herzstück sind die neue Entsiegelungsförderung und das Programm zur Klimawandelanpassung (GeKAP). Die damit geförderten Maßnahmen helfen vor allem Gemeinden dabei, boden- und klimafit zu werden: Flächen klug entsiegeln und wasserdurchlässig befestigen, Wasser speichern und lenken, Schattenbäume pflanzen, Gebäude begrünen und Hitzeinseln zu grünen Oasen machen.

Neu ist die modulare Fördermöglichkeit dieser beiden Programme.

Entsiegelung wird deutlich höher gefördert

Seit 2023 wurden 75 Entsiegelungsprojekte mit insgesamt rund 875.000 Euro unterstützt. „Gesunde aufnahmefähige Böden sind eine wichtige Versicherung gegen Überflutungen und Hochwasser. Ein Quadratmeter gesunder Boden kann bis zu 200 Liter Wasser aufnehmen“, so Kaineder.

Mit dem neuen Förderprogramm wird die Unterstützung nun wesentlich ausgebaut: Für vollständig entsiegelte und begrünte Flächen erhalten Gemeinden künftig 130 Euro pro Quadratmeter Förderung. Für teilentsiegelte Flächen (etwa Rasengittermatten oder Schottertrassen) beträgt sie 80 Euro.

Die Förderung beträgt bis zu 70 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 100.000 Euro. Bodenbündnis-Gemeinden erhalten zusätzlich 20 Euro pro Quadratmeter, die Obergrenze steigt auf 125.000 Euro.

Bad Ischl als Beispiel

Wie Entsiegelung konkret umgesetzt werden kann, zeigt Bad Ischl: In der Dumbastraße wird ein Parkplatz rückgebaut, wasserdurchlässig gestaltet und begrünt. Regenwasser kann wieder versickern, Hitzeinseln werden reduziert, invasive Pflanzen durch standortgerechte Arten ersetzt.

„Mit der Entsiegelung geben wir dem Boden wieder eine wichtige Funktion zurück. Regenwasser kann versickern statt abzufließen, die Umgebung heizt sich weniger stark auf und wir reduzieren Belastungen bei Starkregenereignissen. Gleichzeitig ersetzen wir problematische Neophyten durch geeignete Bepflanzung. So verbinden wir Hitzeschutz, Wassermanagement und ökologische Aufwertung auf einer weiterhin nutzbaren Fläche. Klimaanpassung bedeutet für uns, konkrete Maßnahmen umzusetzen, die im Alltag Wirkung zeigen“, sieht auch Bürgermeisterin Ines Schiller wesentliche Vorteile.

GeKAP Neu: Mehr Spielraum für Gemeinden

Auch das Klimawandelanpassungsprogramm GeKAP wird weiterentwickelt. Gemeinsam mit dem Klimabündnis OÖ wurden seit 2020 insgesamt 93 „GeKAP-Beratungen“ in bzw. mit Gemeinden durchgeführt. Diese Beratungen sind Voraussetzung für eine GeKap-Förderung.

Lag bisher der Fokus auf Hitzeschutz, werden künftig auch verstärkt Maßnahmen wie Regenwassermanagement und naturbasierte Lösungen – etwa nach dem Schwammstadt-Prinzip – gefördert.

Die Basisförderung liegt bei 50 Prozent der Investitionskosten, die maximale Fördersumme steigt von 20.000 auf 25.000 Euro. Zuschläge für finanzschwache Gemeinden sowie Mitglieder von KLAR!-Regionen werden von zehn auf 15 Prozent erhöht.

„Das zeigt: Die Gemeinden sind bereit, Verantwortung zu übernehmen – und wir stehen als Partner verlässlich an ihrer Seite“, so Kaineder.

Neu ist zudem die Möglichkeit, GeKAP mit Bundes- und EU-Förderungen sowie mit der Entsiegelungsförderung des Landes zu kombinieren.

Auf www.ooe.gv.at/entsiegeln sind alle Details zur neuen Entsiegelungsförderung sowie zum weiterentwickelten Programm zur Klimawandelanpassung (GeKAP) zu finden.


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