Stromversorgung in Österreich: "Wir haben nach wie vor eine enorme Abhängigkeit"
Ö. Betrachtet man die Stromversorgung in den einzelnen Stunden eines Jahres, zeigt sich, dass der österreichische Strom nur etwa jede fünfte Stunde vollständig aus erneuerbaren Quellen kommt – in der übrigen Zeit braucht es darüber hinaus Importe oder Strom aus Gaskraftwerken, um den Bedarf zu decken.

„Wir haben nach wie vor eine enorme Abhängigkeit und sind damit auch gegenüber geoökonomischen Risiken exponiert. Wenn es exogene Schocks gibt, hat das spürbare Auswirkungen – auf Unternehmen und Konsumenten. Deshalb ist der Ausbau der heimischen Erzeugung ein No-Brainer“, sagt Michael Strugl, Präsident von „Oesterreichs Energie“.
Photovoltaik: Ausbau geordnet vorantreiben
Sonnenstrom hat sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Mittlerweile sind insgesamt Photovoltaikanlagen (PV) im Umfang von rund zehn Gigawatt (GW) am Netz – das übersteigt die Leistung der österreichischen Laufwasserkraftwerke (rund sechs GW) deutlich. Um diese Kosten zu dämpfen, sollte PV laut „Oesterreichs Energie“ künftig geordneter ausgebaut und besser ins System integriert werden. Die Zeit dafür gäbe es - insgesamt liegt der Zubau bei dieser Technologie derzeit deutlich über dem Zielpfad.
Windkraft: Deutlich mehr Tempo erforderlich
Bei der Windkraft besteht derzeit nach Einschätzung der E-Wirtschaft der größte Handlungsbedarf. Aktuell liegt der Zubau deutlich unter dem Niveau, das es für eine Erreichung der Ziele bräuchte. Als einzige Technologie, die den Höhepunkt ihrer Erzeugung in der kalten Jahreshälfte hat, könnte die Windkraft künftig eine wichtigere Rolle bei der Sicherung der Stromversorgung im Winter spielen.
„Es geht nicht um Ideologie“
„Für die Transformation des Energiesystems brauchen wir einen pragmatischen Ansatz und eine integrierte Planung. Es geht nicht um Ideologie, sondern um Planbarkeit, Sicherheit und Bezahlbarkeit. Die Ausgewogenheit der Ziel-Dimensionen Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit bzw. Leistbarkeit ist entscheidend“, so Strugl.


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