Arbeitsmarkt in Oberösterreich stabil, Wirtschaft hält sich weiter zurück
OÖ. Der Arbeitsmarkt in Oberösterreich bleibt stabil, zeigt aber klare Herausforderungen wie die steigende Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen. Laut aktuelle Zahlen des AMS Oberösterreich zum März 2026 liegt OÖ mit einer Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent weiterhin unter dem Österreich-Schnitt von 7,5 Prozent.

„Betrachtet man das erste Quartal 2026, lässt sich feststellen, dass die Zurückhaltung der Wirtschaft weiterhin anhält. Die strukturellen Anpassungen der Betriebe scheinen vorerst abgeschlossen zu sein. Dies zeigt sich in einem rückläufigen Zugang an Arbeitslosen und einem weitgehend stagnierenden Angebot an offenen Stellen. Insbesondere Branchen und Tätigkeiten in Büro und Verwaltung, im Handel sowie im niedrig qualifizierten Gesundheits- und Sozialbereich, die Großteils von Frauen ausgeübt werden, sind von den Strukturanpassungen betroffen“, fasst AMS OÖ-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt zusammen.
39.660 arbeitslos gemeldet, starkes Plus bei Langzeitbeschäftigungslosen
Die Zahl der arbeitslosen Personen ist im März 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht gesunken, in nahezu allen Arbeitsmarktbezirken in OÖ. Insgesamt waren 39.660 Menschen beim AMS OÖ als arbeitslos gemeldet, das sind um 1,2 Prozent weniger als im März 2025.
Gleichzeitig ist die Konjunktur derzeit zu schwach, um der Langzeitbeschäftigungslosigkeit nachhaltig entgegenzuwirken, heißt es vom AMS. Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen ist auf 11.272 gestiegen, ein Plus von 20,4 Prozent.
Weniger Dynamik am Jobmarkt
Die Zahl der offenen Stellen liegt bei knapp 19.900 und ist leicht zurückgegangen. Auch die Beschäftigung ist minimal gesunken. Im März waren rund 686.000 Menschen beschäftigt – ein kleines Minus von 0,2 Prozent im Jahresvergleich. 10.934 Personen waren im März in Schulungen (Vorjahr: 10.624).
Weniger verfügbare Lehrstellen
Auch am Lehrstellenmarkt gibt es ein Ungleichgewicht. „Das mangelnde Angebot an sofort verfügbaren offenen Lehrstellen führt zu einem weiteren Anstieg bei sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden und damit zu einem höheren Bedarf an überbetrieblichen Ausbildungsplätzen“, heißt es beim AMS.
2.312 Lehrstellensuchende sind gemeldet, davon 1.005 sofort verfügbar (plus 20,5 Prozent). Offene Lehrstellen sind 4.233 gemeldet, davon 1.256 sofort verfügbar, ein Minus von 20,2 Prozent).
Blick nach vorne unsicher
„Wie sich die weitere Konfliktsituation im Iran auf den Arbeitsmarkt auswirken wird, bleibt offen“, so AMS OÖ-Landesgeschäftsführerin Schmidt.
Stelzer/Achleitner: Gezielt ansetzen
Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) verweisen darauf, dass die Arbeitslosenquote in OÖ im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, während sie österreichweit anstieg. Gleichzeitig bleibt das gesamtwirtschaftliche Umfeld herausfordernd: „Gerade in einer Phase schwächerer Konjunktur ist entscheidend, dass wir auf unsere Stärken setzen: eine starke Industrie, engagierte Betriebe, Innovationen und gezielte Maßnahmen für Beschäftigung und Qualifizierung.“ Gezielt müsse bei älteren Arbeitslosen und besonders bei Langzeitarbeitslosen angesetzt werden, so Achleitner.
SPÖ sieht Lehrlinge als Sorgenkinder
Angesichts eines sich verschärfenden Lehrstellenmarktes kritisiert SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Hans Karl Schaller, dass im jüngsten Landtagsausschuss der SPÖ-Verschlag für einen echten Lehrlingsfonds abgelehnt wurde. „Ein solidarisch getragener Ausbildungsfonds, in den alle Unternehmen mit Fachkräftebedarf einzahlen, schafft faire Bedingungen für die ausbildenden Unternehmen und setzt die richtigen Anreize“, so Schaller.
Grüne fordern mehr Ressourcen für AMS
Das AMS benötigt mehr Personal für die intensivere Betreuung langzeitarbeitsloser Menschen, auch mehr Unterstützung für beschäftigungslose Frauen sei erforderlich, kommentieren die Oö. Grünen die aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Die Wirtschaftslage ist noch immer zu trüb für eine Entspannung am Arbeitsmarkt. Umso mehr ist die Politik gefordert. Das AMS benötigt mehr Ressourcen“, so Arbeitsmarktsprecherin Brigitte Huber-Reiter.


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