OÖ/LINZ. Die Oberbank wächst weiter kräftig – trotz schwieriger Wirtschaftslage. Vor allem Kredite, Einlagen und das Wertpapiergeschäft legen deutlich zu, zeigt die Bilanz zu 2025.

Mit einem Gewinn vor Steuern von 477,1 Millionen Euro wurde das dritte Rekordergebnis in Folge erreicht. Der Jahresüberschuss nach Steuern ist leicht auf 372 Millionen Euro gesunken (minus 1,8 Prozent).
Aufgrund des guten Ergebnisses werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 1,35 Euro je Aktie vorschlagen, teilt die Bank mit. Das ist eine Erhöhung um 20 Cent und damit ist die Ankündigung, die Dividende in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln, im Plan.
„Überwartungen übertroffen“
„Wir freuen uns sehr, dass wir ein Ergebnis präsentieren dürfen, das auch unsere eigenen Erwartungen deutlich übertroffen hat. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, rückläufiger Zinserträge und einer erhöhten Kostenbelastung durch die Bankenabgabe ist es das dritte Rekordergebnis in Serie“, zeigen sich Generaldirektor Franz Gasselsberger und und sein designierter Nachfolger, Vorstandsdirektor Martin Seiter hochzufrieden.
Starkes Kreditgeschäft, steigenden Kundeneinlagen
Das Wachstum kommt aus einem sehr starken Kreditgeschäft, steigenden Kundeneinlagen und einer hohen Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen und Wertpapieren.
Mit einem Plus von etwa 20 Prozent in der Neuvergabe konnte das Kreditvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 860,4 Millionen Euro auf 21,6 Milliarden Euro gesteigert werden. Das Firmenkreditvolumen hat um 4,6 Prozent zugelegt und ist damit doppelt so stark gewachsen wie der Gesamtmarkt Österreich (plus 2,4 Prozent).
Wohnbaufinanzierungen bleiben gefragt, ebenso die private Vorsorge. Die Nachfrage nach Wertpapieren erreichte ein neues Rekordniveau.
Die Kundeneinlagen stiegen auf einen neuen Höchststand von rund 20,6 Milliarden Euro (plus 4,7 Prozent). Insgesamt betreut die Bank inklusive Wertpapierdepots Kundengelder von 43,6 Milliarden Euro.
Das Provisionsergebnis wuchs um mehr als zwölf Prozent.
Kernkapitalquote verbessert
Gleichzeitig konnte die Oberbank ihre Stabilität weiter verbessern. Die Quote notleidender Kredite (Non-Performing Loan NPL) sank deutlich auf 2,78 Prozent. Mit einer Kernkapitalquote von rund 20 Prozent gehört die Oberbank zu den bestkapitalisierten Banken Europas, so Gasselsberger und Seiter. „Unsere ausgezeichnete Eigenkapitalbasis hat sich noch einmal verbessert und damit ist sichergestellt, dass wir unseren erfolgreichen Wachstumskurs in allen unseren Märkten fortsetzen.“, so Seiter
„2026 wird holpriges Jahr“
Der Ausblick von Gasselsberger und Seiter auf das Jahr 2026: „2026 wird ein holpriges Jahr. Das Inflationsgespenst ist wieder da und damit ist mit Zinserhöhungen zu rechnen. Was wir aktuell sehen, sind starke Zuwachsraten bei den Wohnbaufinanzierungen, ebenso läuft das Wertpapiergeschäft exzellent und auch das Einlagenwachstum ist stark. Wir haben noch immer eine sehr gut gefüllte Pipeline bei den Krediten. Allerdings führt die jüngste Krise, je länger sie dauert, zu Vertrauensverlust, also Konsumzurückhaltung und einem Anstieg der Sparquote. Ebenso ist mit Auswirkungen auf das Kreditrisiko zu rechnen, weil die Unternehmen ihre Kostensteigerungen nicht überall im Markt weitergeben können. Wir blicken daher mit Respekt auf das weitere Geschäftsjahr 2026, ein präziser Ausblick ist in diesem Umfeld nicht möglich.“
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