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392 Millionen Euro für Perspektiven am Arbeitsmarkt in Oberösterreich

Tips LogoKarin Seyringer, 15.04.2026 22:36

OÖ/LINZ. Land Oberösterreich, AMS OÖ und das Sozialministeriumservice OÖ investieren im Jahr 2026 rund 392 Millionen Euro in Beschäftigung, Qualifizierung und Beratung, mit dem Arbeitsmarktprogramm „upperWORK“.

  1 / 2   Das Standortprogramm für Arbeit wird gemeinsam getragen – v. l.: Joachim Haindl-Grutsch (Industriellenvereinigung OÖ), Sozial-Landesrat Christian Dörfel, Umwelt- u. Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Lisa Sigl (Vizepräsidentin Wirtschaftskammer OÖ), Landeshauptmann Thomas Stelzer, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, AMS-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt, Brigitte Deu (Landesstellenleiterin Sozialministeriumservice OÖ) und Arbeiterkammer OÖ-Präsident Andreas Stangl (Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer)

Um rund sieben Millionen Euro mehr als im Vorjahr werden 2026 in die Hand genommen, um Perspektiven am Arbeitsmarkt zu schaffen. Insgesamt sollen mehr als 117.000 Menschen im Bundesland von den verschiedensten zielgruppenspezifischen Maßnahmen profitieren.

Denn: Der Bedarf ist da. Auch wenn sich der oö. Arbeitsmarkt in den letzten drei Jahren Rezession als sehr stabil und resilient bewiesen hat, stellt der aktuelle Krieg im Nahen Osten erneut vor Herausforderungen.

„Situation volatil, Arbeitsmarkt stabil“

„Die Situation ist volatil, unsicher. Die Unsicherheiten wirken sich auf Oberösterreich als Export- und Industrie-Bundesland besonders aus“, so Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP). „Der Oö. Arbeitsmarkt ist aber trotzdem sehr stabil und resilient.“ Das bestätigt auch AMS OÖ-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt: „Nach drei Jahren Rezession sehen wir jetzt eine Seitwärtsbewegung. Das zeigt, wie robust der oö. Wirtschaftsstandort ist. Der Strukturwandel bringt aber unglaubliche Herausforderungen, wir müssen hier alle mitnehmen.“

Aber nicht nur aufgrund der aktuellen Situation, sondern mit dem Blick in die Zukunft – Stichwort Fachkräftebedarf – wird 2026 mehr in das Standort-Programm „upperWork“, das laut Achleitner gemeinsam mit den betroffenen Stakeholdern erarbeitet wurde, investiert.

Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 rund 83.500 Fachkräfte in Oberösterreich fehlen könnten, bis 2040 sogar über 150.000.

Flexibel, mit Blick in die Zukunft

Gesetzt wird auf Flexibilität, und es wird in die Zukunft geblickt. Über 100 verschiedene Programme und Maßnahmen für die unterschiedlichen Zielgruppen – vorderst Langzeitarbeitslose, Frauen und Jugendliche - umfasst das Programm. „Damit können wir rasch reagieren, das Budget einsetzen, wo es gerade nötig ist“, so Schmidt.

Die Schwerpunkte umfassen allem voran die Vermeidung von Arbeitslosigkeit und Maßnahmen gegen Langzeitbeschäftigungslosigkeit, die Fachkräfteausbildung und Qualifizierung (mit Fokus auf betriebliche Qualifizierung) und Konzepte und Zukunftskompetenzen, um den künftigen Bedarf der Wirtschaft zu decken. Inhaltlich geht es um Digitalisierung und neue Technologien, Umwelt und Nachhaltigkeit, Pflege und Sozialberufe sowie unternehmensnahe Qualifizierung. Initiativen wie „Urban Gardening“ oder „Zero Waste Kitchen“ verbinden zum Beispiel Qualifizierung mit Nachhaltigkeit und eröffnen zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten.

Job Restart-Programm für Kommunen und Betriebe, neue Ausbildungszentren

Fortgeführt wird das Job Restart-Programm für Betriebe und Gemeinden, um der Langzeitbeschäftigungslosigkeit und der Arbeitslosigkeit von Älteren entgegenzuwirken. Hier wird die Beschäftigung der Zielgruppen gezielt gefördert, von AMS OÖ und Land OÖ.

Im Bereich Ausbildung und Qualifizierung wird – um dem Wandel der Arbeitswelt zu entsprechen - das neue System der Technischen Ausbildungszentren (TAZ) eingeführt. Es soll ab Mitte 2026 die bisherigen METausbildungszentren ablösen. Die Metallbearbeitung bleibt wichtiger Bestandteil, die inhaltliche Ausrichtung wird aber breiter, umfasst künftig auch etwa Automatisierung und digitale Prozesse. An mehreren Standorten sind die neuen TAZ geplant – im Raum Steyr, Wels, Linz und im Innviertel.

Voraussichtlich im vierten Quartal 2026 soll der neue Campus Logistik und Mobilität starten, um Interessierte für die Bereiche öffentlicher Verkehr sowie Prozesse/Planungen im Bereich nachhaltiger Logistik abzuholen.

Viel Potential vorhanden

Besonderes Augenmerk auf benachteiligte Jugendliche und Menschen mit Behinderung setzt im Rahmen von „upperWORK“ das Sozialministeriumsservice (SMS) OÖ, wie Landesstellenleiterin Brigitte Deu betont. „Damit Inklusion gut gelingt, gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen“, so Deu.

Sie nennt hier unter anderem das

  • Wage-Netzwerk, das altersgerechtes Arbeiten fördert
  • NEBA-Betriebsservice, das Unternehmen und Menschen mit Behinderung zusammenbringt
  • die Berufsbildungsassistenz, die verlängerte Lehren und Teilqualifizierungen am freien Arbeitsmarkt ermöglicht, um gezielt in besonderen Stärken auszubilden
  • Jugendcoaching für Jugendliche mit Behinderung
  • Technische Assistenz, damit maßgeschneiderte Technologien für Menschen mit Behinderung die Arbeit ermöglichen

2026 werden rund 25.000 Personen die Angebote des Sozialministeriums nutzen, so Deu.

Investition von AMS, Land und SMS

Die in Summe 392 Millionen Euro im Programm „UpperWORK“ 2026 sind aufgeteilt auf:

  • AMS OÖ: rund 170 Millionen Euro
  • Land OÖ: rund 170 Millionen Euro
  • SMS OÖ: rund 52 Millionen Euro

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