Land OÖ baut Angebot der Pflegeausbildung weiter aus
OÖ/LINZ. Die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungsleistungen steigt, gleichzeitig werden viele Fachkräfte in den kommenden Jahren in Pension gehen. Das Land OÖ setzt deshalb seine Ausbildungsoffensive fort.

Die Zahlen zeigen, dass der Bedarf an Pflegekräften weiter hoch bleibt. Gleichzeitig verzeichnet Oberösterreich bereits Erfolge bei der Personalgewinnung. In den Jahren 2024 und 2025 schlossen rund 1.500 Fachkräfte ihre Ausbildung in der Langzeitpflege ab – ein Rekordwert. Für 2026 werden mehr als 1.100 weitere Absolventen erwartet.
Derzeit arbeiten 10.212 Menschen in der Langzeitpflege, davon 8.255 in stationären Einrichtungen, das sind „netto“ um 169 Personen mehr als zum Stichtag 31.12.2024.
1.345 Ausbildungsplätze im Jahr 2027
Auch 2027 investiert das Land gezielt in die Ausbildung von Pflege- und Betreuungspersonal. Unter wissenschaftlicher Begleitung werden die Ausbildungsplätze auf Basis des voraussichtlichen Bedarfs berechnet. Die Wolfgang Bayer Beratung GmbH sieht für das Jahr 2027 einen Bedarf von 952 Ausbildungsplätzen in Pflege- und Betreuungsberufen vor. Angeboten werden aber bewusst mehr Plätze, um auf neue Entwicklungen vorbereitet zu sein. Insgesamt werden 2027 1.345 neue Ausbildungsplätze für die Altenbetreuung und Behindertenhilfe angeboten.
„Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden daher auch im nächsten Jahr genügend Pflegekräfte ausbilden, um den personalbedingten Bettenleerstand in den Heimen weiter zu reduzieren und die mobilen Dienste auszubauen.Um möglichst viele Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, setzen wir auf eine zukunftsorientierte Ausbildungsplanung und regional verteilte Ausbildungsstätten“, so Sozial-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP).
Ausbildung an 32 Standorten
Ausbildungen in der Langzeitpflege werden in OÖ derzeit an 32 Standorten in 21 Städten und Gemeinden angeboten. Um das Angebot besser abzustimmen, wurde eine zentrale Ausbildungskoordination eingerichtet.
Die Ausbildungen werden durch die Altenbetreuungsschule des Landes, die Caritas Oberösterreich, die Diakonie, die SOB Steyr sowie durch das BFI OÖ angeboten. Dabei zählen die Altenbetreuungsschule sowie das BFI OÖ zu den größten Anbietern.
Digitale Ausbildungsformen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung. Das BFI OÖ baut digitale und hybride Ausbildungsformen aus, damit sich Ausbildung, Beruf und Familie besser vereinbaren lassen.
Zudem wird der Arbeitsalltag in der Praxis durch digitale Anwendungen stetig weiterentwickelt.
Stipendium, Lehre, Leiter-Ausbildung wieder in OÖ
Auch finanzielle Anreize werden fortgeführt. Das Oö. Pflegestipendium wurde Anfang des Jahres valorisiert und beträgt aktuell monatlich 658,40 Euro. Im letzten Jahr wurden 512 Anträge bewilligt, damit mehr als 4,7 Millionen Euro an Unterstützungsleistungen ausbezahlt.
Zusätzlich wird die Pflegelehre weiter ausgebaut. Derzeit sind insgesamt 13 Einrichtungen als Ausbildungsbetriebe aktiv. Die Pflegelehre wird seit zwei Jahren in Oberösterreich gemeinsam mit der Berufsschule Linz 1 und der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege angeboten. Aktuell absolvieren 39 Personen eine Pflegelehre, weitere 25 werden aus derzeitiger Sicht eine solche Lehre ab Herbst absolvieren.
Die gesetzlich vorgeschriebene Heimleiter-Ausbildung wird künftig wieder direkt in Oberösterreich angeboten. Möglich macht dies eine neue Kooperation zwischen der Altenbetreuungsschule des Landes und der FH Oberösterreich. Der neue Hochschullehrgang startet im Oktober 2026.
Ein Lehrgang zur Stärkung der Führungskräfte an der Altenbetreuungsschule richtet sich zudem an Heimleitungen, Pflegedienstleitungen, Wohngruppenleitungen sowie Einsatzleitungen der Mobilen Pflege.


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