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Landesrat Dörfel sieht Oberösterreich bei Sozialhilfe bestätigt – Grüne sprechen von „schäbigem Triumph“

Tips LogoKarin Seyringer, 15.07.2026 17:28

OÖ/LINZ. Oberösterreich verzeichnet laut einer aktuellen Auswertung österreichweit den niedrigsten Anteil an Sozialhilfe-Beziehern. Für Sozial-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) ein Beleg für den Erfolg des neuen Kurses. Die Grünen sehen darin hingegen kein Zeichen sinkender Armut.

 (Foto: Gina Sanders/stock.adobe.com)
(Foto: Gina Sanders/stock.adobe.com)

In Oberösterreich bezieht laut einer Auswertung der Agenda Austria jeder 268. Einwohner Sozialhilfe oder Mindestsicherung. Österreichweit ist es jeder 45. Einwohner, in Wien jeder 14. Damit weist laut der Auswertung Oberösterreich den niedrigsten Anteil an Sozialhilfe-Beziehern unter allen Bundesländern auf.

Sozial-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) wertet die Zahlen als Bestätigung des oberösterreichischen Weges. „Sozialhilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe, kein Lebensmodell. Wer auf Unterstützung angewiesen ist, bekommt sie – aber wir erwarten auch, dass Menschen aktiv an der Verbesserung ihrer Situation mitwirken. Wer nicht dazu bereit ist und das System ausnutzen will, muss mit Konsequenzen rechnen.“

Neues Gesetz seit Anfang Februar

Seit 1. Februar gilt in Oberösterreich ein neues Sozialhilfe-Ausführungsgesetz. Ziel sei es, arbeitsfähige Bezieher möglichst rasch wieder in Beschäftigung zu bringen. Dazu setzt das Land auf strengere Mitwirkungspflichten und Konsequenzen, wenn zumutbare Arbeit oder Qualifizierungsmaßnahmen verweigert werden.

„Wer arbeiten kann, soll auch arbeiten. Denn Arbeit schafft nicht nur Einkommen, sondern auch Perspektiven und gesellschaftliche Teilhabe. Unser Sozialstaat darf keine Hängematte sein, sondern muss ein Sprungbrett zurück in die Eigenverantwortung sein“, so Dörfel. Er spricht sich für österreichweit einheitliche Regeln in der Sozialhilfe aus.

Grüne: „Weniger Bezieher heißt nicht weniger Armut“

Die oö. Grünen bewerten die Entwicklung völlig anders. Sozialsprecherin Ines Vukajlović bezeichnet die Zahlen als „schäbigen schwarz-blauen Triumph“.

„Wenn die Zahlen sinken, heißt das nicht, dass die Armut weg ist und die vielen Bezieher nun im Job sind. Es heißt, dass das verschärfte Gesetz auch die Lebenssituation vieler Betroffener verschärft hat.“ Das Bezieher nun massenhaft in Jobs zu finden sind, dürfe bezweifelt werden. Laut Vukajlović seien rund zwei Drittel der Betroffenen Kinder, „Working Poor“ oder Pensionisten, die ihre niedrigen Einkommen mit Sozialhilfe aufstocken müssten.


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