Arbeitsmarkt in Oberösterreich bleibt stabil, Jobsuche dauert länger
OÖ/LINZ. (Update) Oberösterreichs Arbeitsmarkt zeigt Ende Juli ein gemischtes Bild: Die Beschäftigung bleibt auf hohem Niveau, gleichzeitig sind mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Besonders ältere Frauen und Berufseinsteiger müssen länger nach einer neuen Stelle suchen. Positive Signale kommen aus Produktion und Technik.

Ende Juli 2026 waren in Oberösterreich 37.653 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet. Das waren um 967 Personen oder 2,6 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent lag Oberösterreich dennoch deutlich unter dem österreichweiten Wert von 6,9 Prozent. Nur die stark vom Tourismus geprägten Bundesländer Tirol und Salzburg hatten eine niedrigere Quote.
Gleichzeitig meldeten die Betriebe 21.076 offene Stellen. Das waren um 1.056 Stellen oder 5,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Große Branchen-Unterschiede
Die Entwicklung unterscheidet sich jedoch stark nach Branchen. Positive Entwicklungen gibt es in Produktion Bau und in der Arbeitskräfteüberlassung. Weiterhin niedrige Personalnachfrage gibt es in den Branchen Büro, Handel und Gesundheit/Soziales.
AMS-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt: „Oberösterreich verfügt trotz vielfacher Herausforderungen über eine stabile Beschäftigungsstruktur in den Unternehmen.“ Die geringe Wechselbereitschaft der Beschäftigten sorge jedoch für weniger Bewegung am Arbeitsmarkt. „Die daraus resultierende fehlende Dynamik führt derzeit bei Arbeitsuchenden zu längerer Jobsuche, insbesondere für Berufseinsteiger.“
Ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Arbeitslosigkeit ist auch die Situation älterer Frauen. Bei den über 60-Jährigen waren um 430 Personen oder 14,6 Prozent mehr arbeitslos als im Vorjahr. Schmidt: „Die Dauer der Arbeitslosigkeit älterer Frauen, vor allem bei über 60-Jährigen, hat sich aufgrund des gestiegenen Pensionsantrittsalter erhöht.“
Sorgenkind Langzeitbeschäftigungslosigkeit
Deutlich gestiegen ist auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen. Sie lag mit 11.328 Personen um 17,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Gegenüber den vergangenen Monaten blieb die Zahl laut AMS aber weitgehend stabil.
Am Lehrstellenmarkt standen 1.428 Suchenden insgesamt 3.146 gemeldete offene Lehrstellen gegenüber. Sofort verfügbar waren allerdings nur 1.055 dieser Ausbildungsplätze.
Generell waren im Juli 2026 702.000 Menschen in OÖ in Beschäftigung, 9.213 Personen in Schulungen (Vorjahr 9.486).
Arbeitslosenquote nach Bezirken
Nach Bezirken weisen Steyr (7,6 Prozent, minus 0,2) Linz (7,1 Prozent, plus 0,3), Wels (6,8 Prozent, plus 0,4) und Braunau (6,0 Prozent, minus 0,2), die höchsten Arbeitslosenquoten auf. Rohrbach (2,4 Prozent, plus 0,1), Freistadt (3,0 Prozent, plus 0,1) und Eferding (3,0, minus 0,2) verzeichnen die niedrigsten Quoten mit Ende Juli 2026.
Update: Reaktionen aus der Landespolitik
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sieht gerade Oberösterreich als Industrie- und Exportbundesland von den wirtschaftlichen Herausforderungen betroffen. „Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen, dass unser Arbeitsmarkt auf einem starken Fundament steht. Dass wir trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin so gut dastehen, verdanken wir dem Einsatz und Engagement unserer Unternehmerinnen und Unternehmer sowie der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“
„Dass Oberösterreich mit 702.000 Beschäftigten weiterhin ein hohes Beschäftigungsniveau erreicht und zugleich die drittniedrigste Arbeitslosenquote Österreichs aufweist, zeigt, wie robust und leistungsfähig unser Standort auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist“, ergänzt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP).
Das Land OÖ setze den Kurs fort und investiere weiter in Infrastruktur, Forschung, Innovation und Qualifizierung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes nachhaltig zu stärken.
SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Hans Karl Schaller hingegen fehlen Antworten des Landes auf die steigende Langzeitarbeitslosigkeit und seigende Arbeitslosigkeit bei Frauen.
„Genau jetzt braucht es echte Investitionsimpulse statt Schönreden und einer reinen Ankündigungspolitik“, verweist Schaller auf den vorliegenden Plan von SP-Landesparteivorsitzenden Martin Winkler mit Investitionen in umweltfreundliche Kraftwerke und Green Jobs.
Die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Brigitte Huber-Reiter sieht dies ähnlich wie die SPÖ: Langzeitarbeitslose Menschen bräuchten keine Schönfärberei, sondern die Weiterentwicklung des OÖ. Standortprogramms „upperWORK“ zum Schutzschirm. „Die verantwortliche Politik spricht bei diesen Arbeitsmarktdaten von einer starken Position. Diese Ansicht ist genauso schräg wie die Temperaturlage im Land“, so Huber-Reiter.








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