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Naturschutzbund kritisiert Kahlschlag an B127: Schutzfunktion des Waldes ging verloren

Martina Gahleitner, 09.04.2018 10:15

BEZIRK ROHRBACH/OTTENSHEIM. „Dass die Sicherung von Menschenleben eine große Rolle spielen muss, ist verständlich, aber Kahlschläge in diesem Ausmaß sind nachteilig für die ohnedies so gebeutelte Umwelt.“ Der Naturschutzbund kritisiert die Schlägerung des Hangwaldes zwischen Puchenau und Achleitnersiedlung bei Ottensheim an der Rohrbacher Bundesstraße. Wichtige Schutzfunktionen seien damit teilweise verloren gegangen.

Die Schlägerungen an der B127 gingen für den Naturschutzbund weit über das Notwendige hinaus. Foto: Josef Limberger

„An einem großen Teilstück wurden alle Bäume bis auf die oberste Hangzeile komplett entfernt. Dabei wurde kein Unterschied zwischen umsturzgefährdeten und gesunden Bäumen gemacht“, zeigt der Naturschutzbund OÖ auf. Dabei würde der Wald wichtige Funktionen übernehmen: „Die Wurzeln festigen den Boden und verhindern das Abschwemmen des Bodens und Hangrutschungen bei starken Niederschlägen. Außerdem übernehmen insbesondere große Bäume eine wichtige Filterfunktion in Bezug auf den gesundheitsgefährdenden Feinstaub. Wir diskutieren über die gesundheitlich notwendige und gesetzlich vorgeschriebene Reduktion von Feinstaub. Und hier wird ein Wald mit kostenloser Filterfunktion großflächig geschlägert.“ Dies geht nach Meinung des Naturschutzbundes weit über ein sicherndes Maß hinaus.

Wenig attraktiver Radweg

Überdies machen die Schlägerungen den Radweg an der B127 noch unattraktiver. „Der Abschnitt an der B127 ist aufgrund der hohen Verkehrsdichte ohnehin nicht besonders einladend, jetzt fällt auch noch die kühlende Wirkung des Waldes weg“, heißt es vom Naturschutzbund. Nicht zuletzt ist ein gewachsener Baumbestand wichtig für viele Tierarten, im Besonderen für Vögel, die große und alte Bäume als Nistplätze nutzen. Diese Nistgelegenheit wurde ihnen genommen, „erst in einigen Jahren wird dieser Bereich für Gebüsch-brütende Vogelarten wieder interessant.“ Der Naturschutzbund fordert daher einen behutsameren Umgang mit der grünen Ressource der Stadt zum Wohle von Natur und Mensch.


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