Polizei-Einsatz in Mauthausen: Zivildiener drohte mit Gewalttat
MAUTHAUSEN. (Update) In der KZ-Gedenkstätte Mauthausen drohte ein 20-Jähriger mit Waffengewalt. Die Polizei reagierte sofort, das Einsatzkommando Cobra nahm den Mann fest.

Am Dienstag kündigte gegen 13 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ein 20-jähriger Zivildiener eine schwere Gewalttat mit Waffengewalt gegen andere Bedienstete der Einrichtung an. Verantwortliche reagierten sofort und verständigten die Polizei, die umgehend die Örtlichkeit sicherte und die Ermittlungen aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Beschuldigte die Gedenkstätte bereits verlassen. Es bestand keine unmittelbare Gefahr für Bedienstete oder Besucher.
Nach der Herstellung der Sicherheit vor Ort begann die Polizei umgehend mit Zeugenbefragungen, um den Sachverhalt aufzuklären. Parallel wurde der Beschuldigte überprüft, um mögliche Gefahrenpotenziale oder andere für die Ermittlungen relevante Faktoren zu identifizieren.
Die Staatsanwaltschaft Linz ordnete kurz darauf die Festnahme des 20-Jährigen aus dem Bezirk Freistadt an. Das Einsatzkommando Cobra vollzog gemeinsam mit Kräften der Polizei Oberösterreich die Festnahmeanordnung an der Wohnadresse des Mannes, der keinen Widerstand leistete. Die Ermittlungen laufen, der Beschuldigte befindet sich derzeit in Haft.
Statement von Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
„Ich kann bestätigen, dass ich und weitere Mitglieder der Geschäftsführung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am Dienstag darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass ein Zivildiener der KZ-Gedenkstätte Mauthausen einen Angriff auf Mitarbeitende der Gedenkstätte angekündigt hatte. Daraufhin kontaktierten wir umgehend die Polizei, die sofort Ermittlungen einleitete und die betreffende Person noch am selben Tag in Haft nahm.
Als Direktorin der Gedenkstätte hat die Sicherheit meiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für mich oberste Priorität. Dass diese Sicherheit infrage gestellt worden ist und bedroht wurde, ist für mich zutiefst schockierend. Wir haben unverzüglich unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über die Situation informiert und sind in kontinuierlicher interner sowie externer Abstimmung über das weitere Vorgehen.
Im Namen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen danke ich den Behörden für die rasche Intervention und erhoffe mir eine lückenlose Aufklärung dieses Vorfalls, da uns Hintergrund und Motivation nach wie vor völlig unklar sind.“
Update: Parteiausschlussverfahren läuft
Der 20-Jährige ist offenbar FPÖ-Mitglied, soll nun aber aus der Partei ausgeschlossen werden. „Offenbar handelte es sich um einen persönlichen Streit zwischen Bediensteten der Gedenkstätte und einem ehemaligen Zivildiener der Gedenkstätte, der FPÖ-Parteimitglied ist. Wir haben umgehend gehandelt und verurteilen die Drohungen aufs Schärfste. Nach Bekanntwerden der Drohungen eines an der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Mauthausen tätigen Zivildieners wurde das Parteiausschlussverfahren eingeleitet“, sagt der Bezirksparteiobmann der FPÖ Freistadt, LAbg. Peter Handlos.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden