Welle der Solidarität für Flüchtlinge geht durch den Bezirk
BEZIRK. In mehreren Gemeinden des Bezirks ziehen in diesen Tagen Flüchtlinge in ihre Quartiere. Aus der anfänglichen Skepsis wird allerorts schnell gelebte Solidarität. Mit Sachspenden und vor allem Nächstenliebe werden die neuen Mitbürger wollkommen geheißen. Bei Informationsveranstaltungen werden die Bürger vorab informiert. Aus Ängsten wird schnell ernst gemeintes Mitgefühl.

Am vergangenen Donnerstag fand im Volksheim Schwertberg eine Informationsveranstaltung für die Schwertberger Gemeindebürger zum Thema Asylwerber im Containerdorf statt. Mehr als 270 Schwerberger kamen der Einladung nach. Dass die Bewohner dieses Thema zu fühlen, immerhin werden 50 Menschen erwartet, die die man nicht kennt. Fragen wie: Wer sind sie? Wie werden sie betreut? Was bringen sie mit? Wie verhalten sie sich? Aber natürlich auch: Wie verhalten wir uns? Was kann man tun, wie kann man helfen?
„Alles berechtigte Fragen zu denen es gilt, der Bevölkerung die Ängste und Sorgen zu nehmen und ihnen mit Sachlichkeit zu begegnen“, weiß Bürgermeisterin Marianne Gusenbauer-Jäger. „Bei all unseren Überlegungen sollten wir uns einige Fakten vor Augen führen: Bis es ein Flüchtling zu uns schafft, hat er einen langen, kostspieligen, lebensgefährlichen Weg hinter sich. Ich appelliere an die Bereitschaft, jene Männer, Frauen und Kinder, die vor Folter, vor Krieg und Tod geflohen sind, Schutz und Zuflucht in unserer Gemeinde zu gewähren. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam diese für uns alle ungewohnte Situation bewältigen.“Container-Quartier in Perg wird kommende Woche bezogen
In Perg werden ebenfalls kommende Woche 33 Asylwerber einziehen. Diese Jugendlichen werden von der Volkshilfe betreut. Auf fünf Bewohner kommt hier ein Betreuer. Während man in Schwertberg und Perg der Ankunft noch entgegenfiebert, sind in Mauthausen vergangene Woche bereits die ersten Asylwerber ins ehemalige Gerichtsgebäude eingezogen.
95 Prozent der Menschen wollen helfen
Begrüßt wurden sie gleich von einer Abordnung, die auch kleine Startersets mit im Gepäck hatte. „Bei uns laufen die Telefone heiß. 95 Prozent dieser Menschen haben keine Bedenken, sondern wollen einfach nur helfen. Ich bin sehr stolz auf meine Gemeinde“, bringt es Bürgermeister Thomas Punkenhofer auf den Punkt. Wer Sachspenden leisten möchte oder Deutschunterricht geben kann, sollte sich zuerst an die betreuende Organisation des jeweiligen Quartiers wenden, im Zweifelsfall an die Gemeinde. In Pabneukirchen sind Pfarre und Caritas zuständig, in Allerheiligen und Katsdorf das Rote Kreuz. In Luftenberg wird die Betreuung die Diakonie übernehmen. Alle anderen Quartiere werden von der Volkshilfe betreut.Feuerwehr zeigt großes Herz für neue Mitbürger
Ein postives Beispiel für gelebte Solidarität wurde den Asylwerbern in Allerheiligen zu Teil. Die Kameraden der Feuerwehr besuchten die Neuankömmlinge. Dabei wurden sie mit notwendigen Lebensmitteln ausgestattet, mit dem Ziel, ihnen die Integration in der Gemeinde zu erleichtern. Bei einem gemeinsamen Kaffee wurde bald die anfängliche Distanz überwunden.


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