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PERG. Seit den ersten Tagen der Veranstaltung ist das Vinum in der Bezirksstadt eng mit dem Namen Franz Schützeneder verbunden. Nach der 18. Auflage am 5. August wird der Perger die Organisation des beliebten Weinfestes, welches seit 2000 Jahr für Jahr bis zu 10.000 Besucher zum Genießen in die Perger Innenstadt lockt, in jüngere Hände legen. Tips bat den „Mister Vinum“ zum Gespräch.
 
 

  1 / 3   Schnappschuss aus dem Bilderarchiv: Franz Hiesl und Franz Schützeneder rühren im Jahr 2000 gemeinsam die Werbetrommel für die Vinum-Premiere.

Tips: Wie ist Perg eigentlich zur Weinhauptstadt geworden?

Franz Schützeneder: Ich habe in den 1990er-Jahren in Traun als Citymanager gearbeitet und dort 1996 erstmals ein Vinum ins Leben gerufen. Diese Idee hab ich dann ab dem Jahr 2000 auch in Perg umgesetzt und das Konzept hat von Beginn an voll eingeschlagen.

Tips: Warst du selber eigentlich immer schon ein Weinexperte?

Franz Schützeneder: Als ich das Fest in Traun zum ersten Mal auf die Beine gestellt hab, hatte ich eigentlich wenig Vorwissen (lacht). Ich konnte damals nur roten von weißem Wein unterscheiden, das wars eigentlich. Erst über die Jahre hinweg bin ich quasi zum Weinexperten gereift.

Tips: Welches Erfolgsrezept steht hinter dem Vinum Perg?

Franz Schützeneder: Die Weinbauern sind für mich der Schlüssel zum Erfolg. Die Konkurrenz an unterschiedlichen Weinfestveranstaltungen – auch in der Region – ist in den letzten Jahren ziemlich groß geworden. Viele Organisatoren haben allerdings Probleme, genug Winzer zu finden die kommen. Wir haben uns mit unserer Veranstaltung in Perg einen derart guten Namen gemacht, sodass die Warteliste annähernd gleich lang ist, wie die Liste jener Winzer, die zu unserem Weinfest nach Perg kommen – und das ist mit 90 eine beachtliche Zahl. Auch das Publikum trägt zum Erfolg bei. Die Gäste haben es von Beginn an verstanden, dass das Vinum keine Sauf-Veranstaltung, sondern ein Weinkulturfest ist.

Tips: Wie ist es gelungen, das Vinum weiterzuentwickeln?

Franz Schützeneder: Das Konzept ist eigentlich von Anfang an gut angenommen worden. Wir haben aber stets versucht, das Service für unsere Gäste zu verbessern. So sind beispielsweise im Lauf der Zeit Gläserduschen, kostenloses Mineralwasser oder das Weindepot zum fixen Bestandteil geworden. Vor allem das Weindepot am Stadtplatz hat den Winzern enormen Zuwachs beim Verkauf gebracht. Weinliebhaber können die Kartons beim Winzer ihres Vertrauens kaufen, bequem im Depot lagern und diese dann am nächsten Tag mit dem Auto abholen.

Tips: Welche der bislang 17 Vinum-Veranstaltungen in Perg ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Franz Schützeneder: Das war für mich eindeutig jene im Jahr 2010, wo wir die Veranstaltung am niederschlagsreichsten Tag des Jahres durchgepeitscht haben. Bereits in den Morgenstunden hat es intensiv geregnet und ich hab mir nicht vorstellen können, wie wir das Ganze durchbringen können. Von 99 angemeldeten Winzern haben trotz widrigster äußerer Verhältnisse 64 ihren Stand aufgebaut und es hat sich gelohnt, denn für die Weinbauern war es trotz der vergleichsweise wenigen 3000 Besuchern – die über den Tag verteilt kamen – ein äußerst umsatzstarkes Jahr. Seit 2010 weiß ich, dass die Perger auch bei Schlechtwetter feiern können, und ich war in den Jahren danach in Hinblick auf Wetterprognosen ziemlich entspannt.

Tips: Wenn man das Vinum Traun hinzuzählt, organisierst du seit mittlerweile über 20 Jahren Weinfeste. Haben sich in den zwei Jahrzehnten besondere Beziehungen zu speziellen Winzern ergeben?

Franz Schützeneder: Natürlich, denn viele sind schon seit Jahren Stammgäste. Werner Grolly, ehemaliger VP-Bürgermeister aus Schrattenthal, ist einer jener Winzer, die seit 2000 durchgehend dabei sind. Mit ihm tausche ich mich alljährlich über politische Vorkommnisse aus. Manche Winzer, in Zukunft hoffentlich mehr, habe ich auch privat besucht. Besonders freue ich mich auch immer wieder auf Hugo Kapun vom Weingut Moser. Dieses liegt in der Südsteiermark auf 700 Metern Seehöhe und ist damit das höchstgelegene Weingut Österreichs. Heuer ist er allerdings leider nicht am Vinum vertreten. Generell freue ich mich jedes Jahr, viele bekannte Gesichter aus ganz Österreich wiederzusehen.

Tips: Wer wird dich in deiner Funktion als Vinum-Organisator beerben?

Franz Schützeneder: Mein Sohn Niklas, der in den vergangenen Jahren bereits maßgeblich an der Organisation beteiligt war, wird künftig meinen Part übernehmen und gemeinsam mit dem OÖVP-Bezirksparteisekretär Julian Wolfsegger die organisatorische Hauptverantwortung tragen. Auch Julian ist mit den Abläufen bereits vertraut. Dank möchte ich in diesem Zusammenhang seinen Vorgängern Wolfgang Greil, Bettina Bernhart und Dominik Thauerböck aussprechen, die mir in ihrer Zeit an der Spitze des Bezirksparteisekretariats unterstützend zur Seite gestanden sind. Danke auch an all jene, die seit der Vinum-Gründung Jahr für Jahr mit großem Engagement ehrenamtlich mitanpacken.


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