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MAUTHAUSEN. Rund 30 Menschen setzten eine Aktion der Betroffenheit am Mittwoch, 3. April gegen die Verlegung von Bilal Ali Husseini, eines in Mauthausen lebenden irakischen Flüchtlings, in ein Ausreisezentrum.

Foto: maf
Foto: maf

Sie warten gemeinsam mit ihm auf einen Zivildiener des Bundesministeriums, der ihn nach Fieberbrunn bringen soll. Man kennt Bilal von seinen Einsätzen als Schülerlotse. Seine bevorstehende Abschiebung wird im Ort sehr emotional aufgenommen. Der Fahrer ist pünktlich. Während vermeintlich letzter Umarmungen und seinen Dankesworten für die erfahrene Mitmenschlichkeit kommt ein Anruf: Die Verlegung ist vorerst ausgesetzt. Eine Intervention beim BFA - Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl in Linz bewahrt ihn in letzter Sekunde vor der Verlegung. Tränen der Betroffenheit gehen über in Tränen der Freude. Wie lange das Aufatmen währt, weiß allerdings zu diesem Zeitpunkt niemand – alle hoffen.

Lichterkette am 9. April

Ein Personenkomitee, das sich zu seiner Unterstützung organisiert hat, hofft vor allem, dass gezählte 18 inhaltliche Fehler des Bescheides eine positive Wendung bringen. Hans Hinterplattner (Obmann Ausschuss Fair Leben, Pfarre): „Er ist ein Opfer des politischen Systems. Das war bei ihm daheim im Irak so - und leider ist er es auch in Österreich.“ Besagter Bescheid wird am selben Tag aufgehoben. „Offensichtlich handelt es sich eine Verwechslung“, heißt es vom Personenkomitee. „Unser Ort und der Name Mauthausen sind belastet. Wir sind verantwortlich dafür, dass Menschen die nach Mauthausen kommen nie mehr Angst, gar Todesangst haben müssen“, sagt Walter Hofstätter, Obmann der Perspektive Mauthausen, eines überparteilichen Aktivistenvereines. Dazu Andrea Wahl (GF Bewusstseinsregion Mauthausen, Gusen, St. Georgen): „Wenn sich alle so wie hier gemeinsam für Bilal, für Menschlichkeit und Menschenrechte einsetzen, dann werden wir erreichen, dass Gerechtigkeit über Unrecht steht!“  Für Bilal Ali Husseini - und auch als Zeichen für Menschlichkeit gegenüber allen Asylwerbern, die schon seit vielen Jahren in der Region leben - soll am Dienstag, 9. April, um 20 Uhr eine Lichterkette am Marktplatz gebildet werden.


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