Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen fördert die heimische Blumenvielfalt
MITTERKIRCHEN. Ein Projekt zwischen Verbund und dem Land Oberösterreich fördert die natürliche Wiesenbewirtschaftung im Donaukraftwerk Wallsee-Mitterkirchen und schützt so seltene Pflanzen- und Tierarten.

„Kraftwerksanlagen sind optimale Wiesenbewirtschafter“, informiert Gerhard Scherzenlehner, Betriebsingenieur im Donaukraftwerk Wallsee-Mitterkirchen. „Bei uns wurden knapp 50 Hektar ökologisch wertvolle Wiesen, die sich für eine natürliche Wiesenbewirtschaftung eignen, ausgewiesen. Seit Jahrzehnten wird dort nicht gedüngt, die Pflanzen konnten natürlich gedeihen.“ Ziel ist es, seltene Wiesenpflanzenarten zu ernten, um damit freie eventuell bisher landwirtschaftlich stark genutzte Flächen zu besamen. In einem Projekt von der Naturschutzabteilung des Landes OÖ wurden heuer im Juni am Kraftwerksareal erstmals rund sieben Hektar an Wiesen beerntet. Dabei wurde auf bestimmte Pflanzenarten der Region geachtet, die nicht mehr selbstverständlich in Wiesen vorkommen, wie Flaumhafer, Ackerwitwenblume, Wilde Karotte oder Pastinak.
Aufbereitung der Wiesensamen
Ende Juni erfolgte der erste Drusch. Der Landwirt erntete mit einem Mähdrescher die Wiese, trocknet und belüftet sie, bevor er sie entstengelt und Ende August auf die neue freie Fläche aufbringt. Zuvor musste aber die Zielfläche aufbereitet werden. Auf Wunsch einer Grundbesitzerin in Saxen wird ihre freie Fläche zur natürlichen Wiese wieder aufgeforstet. Zu diesem Zweck wird die Fläche tief umgeackert, um die nährstoffarme Schicht nach oben zu bringen, dann der Wiesendrusch aufgebracht und drauf gewalzt. Und dann heißt es auf das Ergebnis warten. Im Frühling 2021 wird ein erster Pflegeschnitt gemacht, um beurteilen zu können, wie sich die Pflanzenarten entwickeln. In zwei, drei Jahren sollte dort dann eine bunte vielfältige und artenreiche Wiese stehen.
Weitere Projekte an den oberösterreichischen Donaukraftwerken sind geplant. Derzeit werden die Orchideenwiesen bei den Wasserkraftwerken Abwinden-Asten und Ottensheim-Wilhering gehegt, das heißt auf natürliche Entstehung und Entwicklung der heimischen Blumen geachtet. Auf diesen wunderbaren Wiesen gedeihen seltene heimische Orchideenarten wie die Gelbe Wiesenraute, Helmknabenkraut, Sumpf-Stendelwurz, Schwertblatt-Waldvöglein, Sand-Veilchen und viele mehr.


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