Pergs Jugendbetreuer haben durch die Pandemie alle Hände voll zu tun
BEZIRK PERG. Für die Perger Streetworker Martina Steinecker und Bernhard Reixenartner gehört es zum Alltag Jugendliche in Krisen zu unterstützen. Die Soforthilfe und langfristige Unterstützung sind ein Teilbereich der niederschwelligen Jugendsozialarbeit. Aber nicht nur in der Bezirksstadt, sondern auch in den Jugendzentren des Bezirks haben die Betreuer jede Menge Arbeit.

In dem letzten Jahr stand die Einzelberatung und Begleitungen zu Behörden und Ämtern an erster Stelle. „Wir sind vor Ort und können spontan und flexibel auf die Bedürfnisse und Aufträge der Jugendlichen eingehen. In den Wintermonaten war auffallend, dass viele junge Menschen Streetwork als Ansprechpartner im Einzel- oder Zweiersetting suchten. Einfach ein Gespräch führen, sich die Sorgen von der Seele reden, die aktuellen Einschränkungen besprechen. Die Jugendlichen erzählen uns von Unsicherheit, Zukunftsängste, Perspektivenlosigkeit, Frust und Langeweile. Sie müssen da nicht alleine durch. Im Bezirk gibt es ein sehr gutes Netz an Jugendangeboten.“ berichtet Streetworker Bernhard Reixenartner. In der Familie kann es aufgrund der Pandemie vermehrt zu Spannungen und Auseinandersetzungen kommen. Die Streetworker weisen hier auf die verschiedenen „geschützten Jugendräume“ im Bezirk hin. „Ob bei einem Spaziergang mit uns oder einem Einzeltermin im Jugendzentrum vor Ort, die Jugendlichen können sich auf professionelle und vertrauliche Unterstützung verlassen.“ betont Streetworkerin Martina Steinecker.
Botschaften auf den sozialen Medien
„Wir erleben eine Jugend, die stark an der Bekämpfung der Pandemie mitwirkt und auf sehr vieles verzichtet“, so Steinecker. Das Jugendzentrum Perg beteiligt sich im Jahr der Pandemie am Gesundheitsprojekt der bOJA genannt „Coronabusters #zusammendiekurvekriegen“. Mit dem Projekt erhalten junge Menschen die Möglichkeit ihren Teil zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten und gehört zu werden. Sie werden zu Botschaftern für andere Jugendliche, teilen ihre Erfahrungen und ihr Wissen. Und das auf ihre ganz persönliche Weise auf den sozialen Medien. Karin Peham-Strauß vom Jugenzentrum Perg sagt zu dem Projekt: „Corona bewegt Jugendliche täglich und Jugendliche wollen darüber sprechen. Viele Themen ergeben sich in diesen Zeiten und wir wollen die Fragen und Antworten aufzeigen. Da aufgrund der Regelungen nur sehr eingeschränkter Betrieb möglich ist, erarbeiten wir die Themen sowohl auf digitale Art oder in Einzelsettings. Wir haben hier die Möglichkeit, die Jugendlichen ihren Fragen nicht ganz alleine zu überlassen. Das Projekt läuft seit Jänner durchgehend und wird aktuell gut angenommen.“ Wer auf Instagram unter dem Hashtag #zusammendiekurvekriegen nachschaut, kann sich Projekte aus ganz Österreich ansehen.
Corona künstlerisch verarbeiten
Corona geht auch an den Jugendlichen in St. Georgen/Gusen nicht spurlos vorbei. Kathi Mittermüller, Betreuerin im Jugenzentrum, erzählt aus ihrem Arbeitsaltag: „Wiederkehrende Lockdowns und Beschränkungen wirken ermüdend und zum Teil macht sich eine gewisse Aussichtlosigkeit breit. Das Beratungsangebot im Jugendzentrum ist eine wichtige Entlastungsmöglichkeit.“ Zudem bietet die Therapeutinnen Evelyn Klapf und Nina Panholzer unter dem Motto „Gemeinsam bist du weniger alleine“ ab 10. Mai eine Gruppenpsychotherapie für alle zwischen 16 bis 21 Jahren im Jugendzentrum an. „Des Weiteren sind in diesen Zeiten stabile Beziehungen und Zuversicht gefragt. Durch kreative Projekte wird im Jugendzentrum der Schwerpunkt auf das Lustvolle gelegt. So auch bei der Gestaltung unserer Bildergalerie zum Thema „Corona hat viele Gesichter“. Die Gesichter stehen dabei als Synonym für persönliche Empfindungen, Gefühle und ungehört Bedürfnisse, welche hinter dem Deckmantel der Maske verschwinden.“ berichtet Christoph Salzer, als JUZ-Betreuer und freischaffender Künstler.
Schwertberg setzt auf Lernhilfe
Das JUZ Schwertberg hat trotz Einschränkung durch Kurzarbeit einmal wöchentlich geöffnet, um Kontinuität zu gewährleisten. Vor Ort wird weiterhin auf pädagogische Einzelbetreuungen nach Terminvereinbarung gesetzt, dies hat sich in den letzten Monaten gut bewährt. Das Hauptaugenmerk liegt bei den über 18-Jährigen, die in dieser schwierigen und für sie frustrierenden Zeit enormen Bedarf am Jugendzentrum zeigen. Beispielsweise leistet das Team im Jugendzentrum Lernhilfe für Berufsschüler. So kann im Einzelsetting mit professioneller Unterstützung an Bewerbungen gefeilt werden. Ab Mai ist das Jugendzentrum an zwei Tagen in der Woche geöffnet um noch mehr Termine und diese auch flexibler für Jugendliche vergeben zu können.
Greiner Jugendliche unterstützen Tourismusverband
„In der Jugendregion Perg-Ost wird das Beratungs- und Gesprächsangebot von den Jugendlichen aus Grein und Umgebung in der Zeiten der Pandemie stärker genutzt.“ berichtet Fabiola Gattringer, Obfrau des JUZ-Trägervereins. Für Jugendliche, bei denen zuvor eine gefestigte Beziehungsarbeit passierte, ist es leichter sich über digitale Kanäle und das Smartphone einen Termin zu vereinbaren, denn das Vertrauen in das Juz-Team ist schon vorhanden. „Aber wir haben für jeden Jugendlichen aus der Region ein offenes Ohr und freuen uns nach Terminvereinbarung euch persönlich begrüßen zu dürfen!“, betont Jugendleiter Johann Aichinger. Gerade in der Pandemie ist es für Jugendliche sehr wichtig außerhalb ihres derzeitigen Umfeldes Kontaktpersonen zu haben oder ihre Freizeit in sicherer Umgebung verbringen zu können. Aktuell unterstütze das JUZ den Tourismusverband Grein bei der Umsetzung des Rundwegs der Gobelwarte. Mit Arbeitseifer und ausreichend Abstand ging es im unwegsamen Gelände tapfer zur Sache und die Wanderroute konnte gemeinsam fertigstellt werden.
Graffiti-Künstler gesucht
Die Flurreinigungsaktion wurde in Luftenberg zwar abgesagt, jedoch sammeln einige Jugendliche Woche für Woche den achtlos weggeworfenen Müll rund um den Jugendtreff (Fußball-, Skate- und Parkplatz) ein. Dabei ist es wichtig den Kids und Jugendlichen zu vermitteln, dass es sich bei Müll auch um Rohstoffe handelt, die man – wenn richtig entsorgt – gut wieder verwerten kann. Bewusstseinsbildung beim gemeinsamen Tun: eine Tschick ist schnell man weggeschnippt, jedoch das so ein Tschickstummel bis zu 60 Liter Grundwasser vergiftet, das wirkt bei einigen doch nach.
Und der große Spielraum im Jugendtreff Luftenberg braucht Farbe, Motive und auch eine Botschaft. Für Inspiration einfach zu den Öffnungszeiten den Raum auf sich wirken lassen und Ideen sammeln: Momentanen Öffnungszeiten sind: Donnerstag 16 - 19 Uhr / Freitag und Samstag: 15 – 19.30 Uhr
Jugendcoaching hilft bei der Jobsuche
Du bist zwischen 15 und 24 Jahre alt, weder in einer Ausbildung, noch in einer Schule? Du weißt nicht wie es mit dir und deiner beruflichen Laufbahn weitergehen soll und hast keinen Plan, wie du die nächsten Schritte setzen sollst? Dann bei den Perger Coaches Andreas Mayr 0676/841314624 oder Reinhold Daniel 0676/ 841314764 melden. Sie entwickeln gemeinsam mit dem Jugendlichen Perspektiven für ihre weitere berufliche Zukunft.


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