Übergabe des Tapferkeitsordens an Anna Hackl
SCHWERTBERG. Am Wochenende überreichten der russische Botschafter in Österreich Dmitri Ljubinski und MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi der Zeitzeugin Anna Hackl stellvertretend für ihre Mutter Maria Langthaler den Tapferkeitsorden der Russischen Föderation.

Die Familie Langthaler versteckte im Zuge der „Mühlviertler Menschenhatz“ trotz lebendbedrohender Gefahr zwei sowjetische Kriegsgefangene, die aus Mauthausen geflüchtet waren, und rettete ihnen damit das Leben. „Für die Opferbereitschaft, den Mut und die Tapferkeit bei der Rettung von zwei sowjetischen Kriegsgefangenen“ wurde Maria Langthaler nun mit dem Tapferkeitsorden der Russischen Föderation posthum ausgezeichnet. Zeitzeugin Anna Hackl nahm den Orden stellvertretend für ihre Mutter entgegen. „Seit 1995 erzähle ich Schülern in ganz Österreich meine Geschichte. Vor dieser Zeit waren die Geschehnisse aus der NS-Zeit ein Tabuthema. Meine Mutter ist nun schon so viele Jahre verstorben. Als ich von der Auszeichnung erfahren habe, war ich daher ganz überrascht und gleichzeitig voller Freude“, so Hackl.
Ein Bogen in die Gegenwart
Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees dazu: „Die Familie Langthaler hat durch ihr Handeln und ihren Mut in schwierigen Zeiten bewiesen, dass Zivilcourage Leben retten kann. Wir erzählen ihre Geschichte Jugendlichen im Rahmen unserer Zivilcourage-Trainings. Wir spannen mit Beispielen von Rettern einen Bogen in die Gegenwart und appellieren für Zivilcourage heute.“ Der russische Botschafter in Österreich, Dimitri Ljubinski bezeichnet den Mut als Symbol der Barmherzigkeit: „Heute ist es für mich als Botschafter Russlands eine besondere Ehre, diese Auszeichnung in der Gedenkstätte Mauthausen überreichen zu dürfen. Die Heldentat von Maria Langthaler und der ganzen Familie bleibt ein unvergängliches Symbol des Mutes und der Barmherzigkeit.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden