Kreative Müll-Verwertung: "Gleichenfeier" für Testschachtel-Haus im Schwertberger Kinderhort
SCHWERTBERG. Einen kreativen Ansatz, den aus den Schachteln der Corona-Tests anfallenden Müll zu nutzen, fand das Team des Schwertberger Kinderhortes.

Leiterin Astrid Breiteneder-Pepöck erzählt: „Als wir im Jänner mit den Kindern durch das Schulgebäude in Richtung Speisesaal gingen, bemerkten wir wieder einmal die vielen Schachteln, die an den schulischen Testtagen dreimal pro Woche als Müll anfallen. Da die Kartons ungefähr die Größe eines Ziegels haben, kam uns die Idee, ein Spielhaus zu bauen. Wir wollten so viele Kinder wie möglich mit ins Boot holen und entschlossen uns, in jeder Hortgruppe einen Teil des Hauses zu konstruieren. Kinder, Eltern, Reinigungsdamen, Lehrer, Direktor und wir „Hortis“ begannen ab nun eifrig, die leeren Schachteln zu sammeln. Sogar ein eigener Konstruktionsplan wurde erstellt. Nach den Semesterferien war es dann endlich so weit. Wir hatten die benötigten 360 Schachteln beisammen und konnten loslegen. Mit viel Eifer begannen die Kinder in Teamarbeit, die Teile vorzubereiten. Dafür wurde jede einzelne Schachtel innen verstärkt und verklebt. Einige Kartons mussten zerschnitten werden, um halbe „Ziegeln“ zu erhalten. Dann setzten die HausbauerInnen Baustein für Baustein auf einen Bodenkarton und klebten die Teile mit Heißkleber zusammen. Um eine möglichst stabile Mauer zu erhalten, verstärkten wir die Wände noch mit Paketklebeband. Eine Türe und zwei Fenster mussten bei der Planung mit eingerechnet werden. Die jungen Baumeisterinnen und Baumeister zählten immer wieder die Schachteln um genau nach Plan vorzugehen. Sogar eine Wasserwaage kam zum Einsatz. Teamfähigkeit, Genauigkeit, Geduld und Ausdauer wurden dabei spielerisch trainiert und die Gruppenzusammengehörigkeit gefördert.“
„Grüner Schmuck“ für das Dach
Nach ca. zwei Wochen Bauzeit waren die beiden Haushälften fertig. Bei der „Gleichenfeier“ im Schulhof galt der Dank zunächst allen fleißigen Helferinnen und Helfern. Danach wurden vorsichtig die beiden Haushälften zusammengesetzt. „Bis auf kleine Ausbesserungsarbeiten waren wir mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Auch ein Gleichenbäumchen durfte natürlich bei der Feier nicht fehlen. Jedes Kind bekam ein buntes Krepppapierfähnchen, das es auf eine kleine Fichte band. Zum Schluss wurden zwei Kinder durch das Los bestimmt, die den Baum auf das Dach stellten. Wie bei einer richtigen Gleichenfeier endete das Fest mit einer gemeinsamen Jause: es gab warme Leberkässemmeln, die sich die Kinder so richtig schmecken ließen. Das Haus wird ab jetzt in den Gruppen abwechselnd als Spielhaus verwendet“, sagt die Hortleiterin.


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