Die bewegende Geschichte eines Feuerwehrmanns im Rollstuhl
MITTERKIRCHEN. Seit einem Badeunfall ist Sascha Steininger querschnittsgelähmt. Doch der 35-Jährige lässt sich davon nicht unterkriegen und ist weiterhin mit vollem Einsatz und Leidenschaft bei der Feuerwehr Mitterkirchen aktiv. Dort wurde er nun auch ins Kommando gewählt.

Sascha Steininger aus Mitterkirchen ist seit Kindesbeinen der Feuerwehr verfallen. Kein Wunder, gehören doch sein Vater, der Onkel und Freunde der Feuerwehr Mitterkirchen an. Sein Elternhaus liegt nur einen Steinwurf von der Feuerwehr entfernt. Im Alter von zehn Jahren trat er der Feuerwehrjugend bei und und absolvierte später die Grundausbildung. Beruflich war er als Maurer- und Schalungsbauer bei der Firma Habau beschäftigt.
Mit 21 Jahren wird plötzlich alles anders
Bei einem Badeunfall änderte sich 2009 schlagartig sein Leben: Sascha Steininger ist querschnittsgelähmt. Es folgen vier Monate Krankenhaus und neun Monate Rehabilitation. Seitdem ist er mit dem Rollstuhl unterwegs. Bei einem Frühschoppen sammelten die Mitterkirchner Kameraden Spenden für einen barrierefreien Feuerwehrhausumbau. Der Erlös wurde in einen Lift investiert, der von den Kameraden dementsprechend adaptiert wurde.
Mehrfach pro Woche im Dienst
Zwei- bis dreimal in der Woche ist Sascha Steininger heute in der Feuerwehr anzutreffen. Seine Berufung fand er im Lotsen- und Nachrichtendienst, wo er die Funkausbildung absolvierte und auch bei allen Leistungsbewerben an der OÖ Landesfeuerwehrschule antrat. Das Goldene Funkleistungsabzeichen ziert mit stolz seine Uniform. Als Funkbeauftragter gehört Sascha seit März 2023 dem erweiterten Kommando an und managt die Einsätze mit Bravour. Administrative Tätigkeiten gehören zu seinen Tätigkeiten. Sogar an der Truppführer Ausbildung vor zwei Jahren nahm er teil.
40 Stunden im Hochwasser Einsatz
Beim Hochwassereinsatz 2013 mussten ihn seine Kameraden nach fast 40-stündigem Dauereinsatz unfreiwillig aus dem Haus schaffen, weil er unentwegt die mehr als hundert eingehenden Anrufe von betroffenen Bürger entgegennahm und die Koordination mit anderen Organisationen übernahm.
Privates und berufliches Glück
Früher trippelte Sascha Steininger bei der Union Mitterkirchen, jetzt bringt er sich im Vorstand als Informatiker ein. Fischen, radeln mit dem Handbike sowie das Treffen mit Freunden sind ihm extrem wichtig. Der heute 35-Jährige wird von seiner Lebensgefährtin unterstützt. Im Jahr 2017 übersiedelten beide in eine Wohnung nach Perg. Um fit für seinen 25-Stunden-Job als Kalkulant bei der Firma Habau zu sein, unterstützen ihn täglich in der Früh Pflegerinnen, Denn er möchte ja nicht zu spät zu seinem Arbeitgeber kommen, der ihm nach dem Unfall eine Umschulung ermöglichte.


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