Wo auch ein Vielreisender noch ins Staunen kommt
MAUTHAUSEN. Reiseprofi, Fotograf und Wassersportler Christian Wartner hat schon viel von der Welt gesehen. Allein in Paris war er über 90 Mal. Mit seinem Kajak hat er schon die ganze Donau bis ans Schwarze Meer befahren. Und dennoch hat seine jüngste Destination einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen: eine Reise zum Nordkap und den Lofoten, einer Inselgruppe in Nord-Norwegen.

Diese hätte genaugenommen schon vor drei Jahren über die Bühne gehen sollen. Gemeinsam mit dem Mauthausner Kajak-Verein „Blaunasen“, dessen Obmann er viele Jahre lang war, war die Skandinavien-Tour anlässlich Wartners 60. Geburtstag im Jahr 2020 geplant gewesen. Doch dann kam Corona und stellte die (Reise-)Welt auf den Kopf.
Nach mehrmaligem Verschieben setzte Wartner heuer seine Pläne in die Tat um. „Es war eine unvergessliche Reise. Die Naturschönheiten im hohen Norden – vor allem die Lofoten – wirkten auf mich so überwältigend, dass Worte ihnen kaum gerecht werden“, erzählt der Mauthausner. Doch wo nun beginnen? Vielleicht bei den Sami-Familien, die er im hohen Norden kennengelernt hat. Jenes indigene Nomaden-Volk, das mit Rentieren und Hunden lebt und von einem Ort zum anderen zieht, hinterließ tiefen Eindruck bei Christian Wartner. „Die Offenheit dieser Menschen mir gegenüber hat mich sehr berührt“, sagt der ehemalige HAK-Professor und meint weiter: „Da ich selbst ein großer Tierfreund bin, hat mich der Ein- und Gleichklang, in dem diese Menschen mit ihren Tieren und der Natur leben, fasziniert. Wo gibt es heute in Europa so etwas noch?“
Spektakulärste Passstraßen Nordeuropas
Insgesamt legte Wartner auf seiner Skandinavienreise, die ihn durch vier Länder (Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland) führte, 10.000 Straßen-Kilometer sowie nochmals 1.200 Kilometer per Schiff zurück. Adrenalingarantie war bei den „Trollstigen“, den spektakulärsten Passstraßen Nordeuropas, angesagt. Der Lohn für die langen zurückgelegten Strecken waren unvergessliche Eindrücke. Am Nordkap, wo das meiste Jahr über wettertechnisch recht unwirtliche Bedingungen vorzufinden sind, herrschte sogar Sonnenschein und „Sommerwetter“, als der Mauthausner an jenem nördlichsten Punkt Europas eintraf. Ein höchst ungewöhnliches Naturschauspiel. Doch wer weiß? Vielleicht sind die Sonnenstrahlen an einem Ort, an dem es das ganze Jahr über kalt und nass ist, als Belohnung für einen Vielreisenden zu verstehen? Dafür, dass er trotz so vieler Erlebnisse und Eindrücke rund um den Erdball nie aufgehört hat, die Natur zu bestaunen.


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