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SCHWERTBERG. Im Rahmen des 7. Internationalen Menschenrechtesymposiums beteiligt sich heuer auch Schwertberg mit einer Veranstaltung. Am 12. November wird im Pfarrheim der Film „Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“ gezeigt. Danach findet ein Zeitzeugengespräch mit Anna Hackl statt, das von der Schwertbergerin Julia Beyerl, die jüngst mit ihrer Sophie Scholl-Lesung auf der Bühne stand, moderiert wird. Tips traf beide zum Interview.

Julia Beyerl (l.) zu Gast bei Anna Hackl in Winden/Schwertberg (Foto: Riegler-Aspelmayr)
  1 / 7   Julia Beyerl (l.) zu Gast bei Anna Hackl in Winden/Schwertberg (Foto: Riegler-Aspelmayr)

Tips: Frau Hackl, Sie werden auch mit 92 Jahren nicht müde, von den Ereignissen des Jahres 1945, als Ihre Familie zwei Überlebende der „Mühlviertler Hasenjagd“ unter Lebensgefahr versteckt und somit gerettet hat, zu erzählen. Woher nehmen Sie die Kraft dafür?

Hackl: Ich glaube, die kommt von woanders her (zeigt nach oben und lächelt). Und solange mir diese Kraft geschenkt wird, solange mache ich weiter.

Tips: Sie besuchen noch immer mit großem Einsatz Schulen, um dort über Ihre Erinnerungen zu sprechen und vor totalitären Regimen zu warnen. Dabei ernten Sie enorm viel Zuspruch von der Jugend. Gab es auch Anfeindungen?

Hackl: Von den Jungen nicht. Im Gegenteil. Von ihnen höre ich immer wieder: 'Frau Hackl, machen Sie weiter! So, wie Sie das erzählen, haben wir das noch nie gehört.' Aber einmal bekam ich unmittelbar vor einem öffentlichen Auftritt einen schrecklichen Telefonanruf. Eine Frau hat mich wüst beschimpft und als Lügnerin beleidigt. Da war ich wirklich geschockt und tief betroffen. Aber dann dachte ich mir: Wegen solcher Leute soll ich aufhören? Nein! Niemals. Dann hätten diese Menschen gewonnen und nicht die Wahrheit hätte sich durchgesetzt.

Tips: Frau Beyerl, Sie haben sich im Rahmen der Vorbereitung zu einer von Ihnen inszenierten Lesung intensiv mit der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl beschäftigt. Was bedeutet es Ihnen, mit Frau Hackl, einer Zeitzeugin und unermüdlichen Mahnerin, reden zu können?

Beyerl: Es bedeutet mir unendlich viel und berührt mich emotional zutiefst. Ich bewundere Frau Hackl und ihr Wirken, seit ich zum ersten Mal von ihr gehört habe. Sie ist so eine warmherzige Person und hat so eine enorme Strahlkraft.

Tips: Frau Hackl, wie geht es Ihnen, wenn Sie die Bilder der beiden Kriege, mit denen die Welt derzeit konfrontiert ist, in den Medien sehen?

Hackl: Es ist schrecklich. Die Menschheit hat scheinbar nichts dazugelernt. Man versteht es einfach nicht, dass sich derart furchtbare Dinge wiederholen.

Beyerl: Und genau deswegen ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen hören und sehen, was Sie im Jahr 1945 miterlebt haben. Bitte machen Sie noch lange weiter, Frau Hackl. Wir brauchen Menschen wie Sie. Heute mehr denn je.

Der Film „Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“ beginnt am 12. November im Pfarrheim pünktlich um 14.30 Uhr. Ab 14 Uhr ist Einlass und es gibt Kaffee und Kuchen. Das von Julia Beyerl moderierte Zeitzeugengespräch mit Anna Hackl findet im Anschluss an den Film statt. Auch Filmemacher Andreas Gruber wird anwesend sein. Wenn möglich, wird um Anmeldung auf der Website menschenrechtesymposium.eu gebeten. Der Eintritt ist frei.

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