Bewegende Gedenkfeier zur "Mühlviertler Hasenjagd"
SCHWERTBERG. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung fand in Schwertberg die Einweihung des restaurierten und verlegten Mahnmals zur „Mühlviertler Hasenjagd“ statt.

Die Kälte kroch den Gästen der Gedenkfeier bis in die Knochen. Die Zahl der Redner und Ehrengäste war lang. Und dennoch: Niemand der vielen Besucher verließ die Freiluft-Veranstaltung heute, Sonntag, vorzeitig, weil er fror. Denn jeder einzelne wusste: Die, um die es an diesem Tag ging - jene rund 500 Häftlinge, die in der klirrend kalten Nacht zum 2. Februar 1945 aus dem Todesblock 20 des Konzentrationslagers Mauthausen entflohen waren - trugen damals nichts außer ihrer dünnen, gestreiften KZ-Kleidung. Nicht einmal Schuhe. Nur ganz wenige überlebten die „Mühlviertler Hasenjagd“, zu der die SS in der Region aufgerufen hatte. Zwei von ihnen waren Nikolaj Cemkalo und Michail Rybcinskij. Sie entkamen der Menschenhatz nur, weil Familie Langthaler Erbarmen gezeigt hatte und die beiden unter Todesgefahr für die gesamte Familie versteckte.
Zeitzeugin Anna Hackl sprach am Langthalerhof
Über all dies sprach Anna Hackl im Anschluss an die Gedenkveranstaltung am Marktplatz vor ihrem Elternhaus, dem Langthalerhof in Winden. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so gebannt verfolgten die vielen Besucher die Ausführungen der 93-jährigen Zeitzeugin.
Blumenniederlegung im Hinterhof der Gemeinde
Beklemmende Stille herrschte zuvor auch im Hinterhof des Gemeindeamtes. Dort waren an jenen Februartagen des Jahres 1945 gefasste Häftlinge zusammengetrieben und erschossen worden. Die Besucher der Gedenkveranstaltung, die aus verschiedenen Stationen bestanden hatte, hatten die Möglichkeit, Rosen am ehemaligen Tatort niederzulegen und auf diese Weise der Opfer zu gedenken.
Mittelschüler drehten Film
Beeindruckend war auch ein Beitrag der Mittelschule Schwertberg. Die Schüler der 4a-Klasse drehten einen berührenden Film, in dem sie das Thema Menschenhatz von verschiedenen Seiten beleuchteten und auch den Bogen zur Gegenwart spannten. „Niemals wieder!“, war die Botschaft dieses bewegenden Tages. Ein Aufruf, der zeitlos aktuell ist.


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