Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Diätologin Natalie Mitter – "Essen soll Freude machen"

Jennifer Wiesmüller, 06.01.2026 09:00

LUFTENBERG. Die letzten Weihnachtskekse sind vernascht, das Silvester-Schlemmermahl ist verdaut: Mit dem Beginn eines neuen Jahres fassen viele Menschen den Vorsatz, gesünder zu essen. Eine, die sich das ganze Jahr über mit Ernährungsgewohnheiten beschäftigt, ist Diätologin Natalie Mitter aus Luftenberg. Sie hat Ratschläge für die Tips-Leser parat.

  1 / 2   Diätologin Natalie Mitter aus Luftenberg hat Tipps für einen bewussten Start ins neue Jahr. (Foto: Christina Hiebl)

„Kleine Schritte sind nachhaltiger als radikale Veränderungen“, so der erste und wichtigste Tipp der Luftenbergerin. „Zum Beispiel kann man zuerst darauf achten, regelmäßig Wasser zu trinken, mehr Nährstoffe in die Mahlzeiten einzubauen oder Snacks bewusst auszuwählen.“ Entscheidend sei zudem eine gute Vorbereitung – etwa durch geplante Mahlzeiten, griffbereite Snacks und unkomplizierte Rezepte. „Wer sich seine kleinen Erfolge bewusst macht, realistische Ziele setzt und sich bei Rückschlägen nicht entmutigen lässt, bleibt eher motiviert.“

Auf den eigenen Hunger hören

Anstatt starr an feste Essens-Rhythmen festzuhalten, empfiehlt Natalie Mitter auf den eigenen Hunger zu hören und bewusst Essenspausen zu gestalten: „Wer ein Gefühl für die eigenen Essgewohnheiten entwickelt, kann auch in einem vollen Alltag ausgewogen essen.“ Bei Zeitmangel empfiehlt sie, Mahlzeiten vorzukochen und portionsweise einzufrieren. Außerdem spiele das soziale Umfeld eine Rolle: „Unterstützung durch Beratung, eine Begleitgruppe sowie der Austausch mit Familie oder Freunden kann zusätzlich helfen.“

Die Wahrheit auf dem Teller

Wer sich viel mit Ernährung beschäftigt, stößt unweigerlich auf typische Mythen wie „Kohlenhydrate machen dick“, „Fett ist ungesund“, „Nach 18 Uhr darf man nichts mehr essen“ oder „Einzelne Lebensmittel entgiften den Körper“. Hier hat die Expertin aus Luftenberg eine klare Meinung: „Pauschale Verbote bringen selten langfristig Erfolge.“ Was sie als Diätologin zu sogenannten „Super-Foods“ sagt? „Viele 'Super-Foods' sind zwar gesunde Lebensmittel, doch oft wird der Begriff stark vermarktet. Chia-Samen oder Acai-Pulver ersetzen keine ausgewogene Mahlzeit, Goji-Beeren machen nicht automatisch fit – wichtiger ist, auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu achten.“

Balance ist entscheidend

Auch wenn Disziplin notwendig ist, um neue Gewohnheiten zu entwickeln: Sobald sie zu Stress, Schuldgefühlen oder starker Einschränkung führt, sollte man die Reißlinie ziehen. „Wer merkt, dass Essen und Gewichtsgedanken dominieren oder Mahlzeiten regelmäßig ausfallen, sollte sich frühzeitig professionelle Unterstützung holen“, so Natalie Mitter. Trends wie Fasten oder strikte Diäten können für Menschen, die ein Risiko für Essstörungen haben, problematisch sein. Sie fördern oft ein extremes Denken in 'richtig' oder 'falsch' beim Essen. Hand aufs Herz – ob Natalie Mitter als Diätologin selbst manchmal zu Süßigkeiten oder Fast-Food greift? „Ja, definitiv! Essen soll Freude machen. Entscheidend ist die Balance – bewusst genießen gehört genauso dazu.“

Ein Klassiker neu gedacht

Als Diätologin schwingt Natalie Mitter gerne den Kochlöffel: „Kochen ist eine tolle Möglichkeit, bewusst mit Lebensmitteln umzugehen.“ Eines ihrer Lieblings-Rezepte ist Spaghetti Bolognese – ein Klassiker, den viele kennen und lieben. Er lässt sich ganz einfach gesünder gestalten: „Ich passe das klassische Rezept gerne an, indem ich Vollkorn-Spaghetti verwende. Das Hackfleisch ersetze ich auch gerne mal durch pflanzliche Alternativen oder Hülsenfrüchte und zusätzlich kommt viel Gemüse wie Karotten, Zucchini oder Paprika in die Soße. So bleibt der Klassiker lecker, sättigend, nährstoffreich und lässt sich einfach an den eigenen Geschmack oder Alltag anpassen.“

Ein erfüllender Berufsalltag

„Mein Interesse an Ernährung begann schon in meiner Jugend“, antwortet Natalie Mitter auf die Frage, woher ihr Berufswunsch, Diätologin zu werden kam. „Ich habe es immer schon geliebt, Rezepte auszuprobieren und Lebensmittel zu verstehen – wie sie wirken und wie man sie sinnvoll kombiniert.“ Unter dem Namen Essenswende berät sie in Luftenberg in eigener Praxis Menschen individuell zu Essgewohnheiten, Lebensmitteln und deren Wirkung auf Körper und Wohlbefinden. „Es ist unglaublich erfüllend, Fortschritte mitzuerleben – wenn Klienten mehr Energie haben, sich fitter fühlen oder ihre Gesundheit aktiv verbessern. Das motiviert mich immer wieder“, erzählt die Luftenbergerin über ihre Arbeit.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden