Karl Grufeneder zog sich nach Jahrzehnten im Dienst der Region zurück
WALDHAUSEN. Nach vielen Jahrzehnten engagierter politischer Arbeit zog sich Karl Grufeneder (76) Ende Februar aus seinen Funktionen zurück. Über Jahre hinweg hat er das politische Geschehen in der Region aktiv mitgestaltet. Im Tips-Gespräch blickte der Waldhausener dankbar und mit einem Hauch Wehmut auf diese intensive Zeit zurück.

Aufgewachsen ist Karl Grufeneder in Windhaag bei Perg und in Pergkirchen. Im Jahr 1971 zog er nach Waldhausen, um die örtliche Marktmusikkapelle aufzubauen. Gleichzeitig nahm er hier seinen ersten Dienstposten als Volksschullehrer an. Der damalige Schulwart, Franz Steindl, motivierte ihn politisch aktiv zu werden. 1985 war es so weit: Grufeneder kandidierte für die ÖVP im Gemeinderat – der Startschuss für seine lange politische Karriere. Ausschlaggebend für seine Entscheidung waren zwei Herzensangelegenheiten: Als Mitbegründer der Strudengauer Messe wollte er sicherstellen, dass diese auf solide Beine gestellt und langfristig abgesichert wird. Und als Kapellmeister lag ihm besonders am Herzen, dass Waldhausen eine Zweigstelle der Landesmusikschule erhält.
Karl Grufeneders Weg führte schließlich an die Gemeindespitze: Von 1991 bis 2003 war er Bürgermeister von Waldhausen. Bis zuletzt war Karl Grufeneder Bezirks- und Landeskulturreferent des Seniorenbundes sowie Bezirksseniorenbundobmann.
Musik als Lebenselixier
Die Musik hatte in all den Jahren stets einen festen Platz in Grufeneders Leben: Insgesamt 30 Jahre lang wirkte er als Kapellmeister in Waldhausen und anschließend weitere 14 Jahre in St. Thomas am Blasenstein. 2013 gründete er gemeinsam mit Franz Heigl die Seniorenmusikkapelle des Bezirkes Perg. Sein Herzensprojekt, die Errichtung einer Zweigstelle der Landesmusikschule in Waldhausen, wurde umgesetzt. „Mir war es wichtig, dass die Kinder direkt von der Schule noch in den Schlapfen zum Musikunterricht gehen können“, betont Grufeneder. Im Jahr 2011 wurde die Musikschule in Waldhausen eröffnet und ebnete damit zahlreichen Kindern den Weg zu musikalischer Bildung. Neben seiner musikalischen und politischen Tätigkeit war Grufeneder auch einige Zeit Direktor der Volksschule Waldhausen.
Donauuferbahn auf Schiene gebracht
Ein weiteres Thema prägte Karl Grufeneders politischen Weg entscheidend: Anfang der 90er-Jahre entstanden in Vorarlberg die ersten Verkehrsverbünde mit regionalen Zusammenschlüssen. In dieser Zeit stand immer wieder die Frage im Raum, ob die Donauuferbahn erhalten bleiben könne. „Um dieser Diskussion keine weitere Nahrung zu geben und die Donauuferbahn auf solide Beine zu stellen, gründeten wir einen eigenen Verkehrsverbund – den Regional-Verkehrsverbund Donauland Perg“, erinnert sich Grufeneder. Er wurde zum Bezirksobmann dieses Verbundes bestimmt.
Landesausstellung 2002: Ein Höhepunkt für Waldhausen
Aus seiner Zeit als Bürgermeister ist Grufeneder die Organisation der Landesausstellung (2002) in besonderer Erinnerung geblieben. Im Zuge der Ausstellung wurden die Stiftsgebäude, die Stiftskirche Waldhausen, und der umliegende Platz saniert. „Das war ein besonderer Höhepunkt“, so Grufeneder. „Damit begann die Entwicklung Waldhausens als historisches und kulturelles Aushängeschild der Region.“
Altersbedingter Rückzug aus der Politik
„Ich war schon immer ein Gesellschaftsdenker“, erzählt Karl Grufeneder. Seine Frau Helene, die bis zu ihrer Pensionierung in der Raiffeisenbank-Filiale in Waldhausen tätig war, hat seine Aktivitäten stets unterstützt – „auch wenn es nicht immer einfach war“, fügt er hinzu. Seine politischen Funktionen legte Karl Grufeneder mit gemischten Gefühlen zurück: „Der Rücktritt fiel mir nicht leicht. Aber die Vernunft hat in den vergangenen Jahren oft genug gesagt 'Lieber Freund du bist alt genug'. Es ist wichtig, sich in einem guten, gesunden Zustand zurückzuziehen und für passende Nachfolger zu sorgen.“ Karl Grufeneder will die gewonnene Freizeit durch seinen Rücktritt vorrangig nutzen, um mit seiner Gattin Helene das eigene Heimatland Österreich noch besser zu erkunden. Sein persönliches Ziel ist es außerdem, noch bis zum 80er aktiv im örtlichen Musikverein auf der Tuba mitzuspielen.
„Kultur schafft Lebensfreude“
Seinem prägenden Thema, der Kultur, möchte Karl Grufeneder zum Abschied noch einmal besondere Aufmerksamkeit schenken. Er hat eine klare Botschaft: „Auf kulturelle Erlebnisse darf nicht vergessen werden. Jedes kulturelle Erlebnis beeinflusst den Menschen positiv. Immer dann, wenn etwas schönes kulturelles erlebt wird, wächst und reift die eigene Persönlichkeit. Kultur schafft Lebensfreude und bereichert unsere Lebensqualität.“


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