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GREIN. Eine außergewöhnlich präzise Sonnenuhr ist seit Kurzem am Römerrastplatz im Greiner Hafen öffentlich zugänglich. Entwickelt wurde sie auf Initiative des Greiner Unternehmers Michael Fröschl gemeinsam mit dem Astronomen und Sonnenuhrbauer Werner Riegler. Die Uhr soll die Zeit mit einer Genauigkeit von wenigen Sekunden anzeigen können.

  1 / 15   Entwickelt wurde die Sonnenuhr auf Initiative des Greiner Unternehmers Michael Fröschl (r.) gemeinsam mit dem Astronomen und Sonnenuhrbauer Werner Riegler. (Foto: Michael Fröschl)

Sonnenuhren gehören zu den ältesten wissenschaftlichen Instrumenten der Menschheit. Ihre Geschichte reicht mehrere tausend Jahre zurück. Weil die Erde die Sonne auf einer elliptischen Bahn umkreist und ihre Achse geneigt ist, unterscheidet sich die von einer einfachen Sonnenuhr angezeigte Zeit im Jahresverlauf von der üblichen Uhrzeit.

Bei vielen Sonnenuhren muss diese Abweichung deshalb mithilfe eines Korrekturwertes ausgeglichen werden. Die in Grein errichtete Sonnenuhr soll diese Korrektur durch ihre speziell geschwungene Ableselinie, das sogenannte Analemma, direkt berücksichtigen. Gleichzeitig lässt sich daran auch das Datum ablesen.

Von einer Idee zum Präzisionsprojekt

Die Idee stammt von Michael Fröschl. Er wünschte sich von seinem Freund Werner Riegler eine Sonnenuhr, an der sich die Uhrzeit möglichst einfach und minutengenau ablesen lässt. Gleichzeitig sollte die Konstruktion robust, hochwassersicher und leicht verständlich sein.

Für die Fertigung wurde das Unternehmen Ferrum aus Ennsdorf eingebunden. Besonders hohe Anforderungen stellte der 4.170 Millimeter große Edelstahlring, der den Schatten erzeugt. Für die gewünschte Präzision musste er laut den Projektverantwortlichen bis auf einen Millimeter genau gefertigt werden.

2024 wurden die wesentlichen Bauteile fertiggestellt. Ring und Zeiger mussten anschließend exakt auf die Erdachse sowie zueinander ausgerichtet werden. Die dafür notwendige Tragkonstruktion fertigte Fröschls Betrieb in Grein selbst an.

Standort am Greiner Hafen

Nach Überlegungen zu mehreren möglichen Standorten entschied sich Fröschl dafür, die Sonnenuhr in Grein öffentlich zugänglich zu machen. Bürgermeister Rainer Barth (ÖVP) schlug dafür den Römerrastplatz im Greiner Hafen vor.

Im Frühjahr wurde die Aufstellung bewilligt. Der Standort liegt direkt am Donauradweg und ist damit für Bewohner und Besucher gut erreichbar.

Zeit auf wenige Sekunden genau ablesbar

Nach der Montage wurde die Sonnenuhr über längere Zeit exakt justiert und zu unterschiedlichen Tageszeiten kontrolliert. Dabei zeigte sich laut Fröschl und Riegler, dass die angestrebte Genauigkeit sogar übertroffen werden konnte.

Mit einer Schablone ließ sich die Uhrzeit demnach zunächst auf etwa zehn Sekunden genau ablesen. Bei der Eröffnung gelang Fröschl vor rund 100 technisch interessierten Gästen sogar eine Ablesung mit einer Abweichung von nur fünf Sekunden. Zum Vergleich wurde die aktuelle Atomuhrzeit auf Bildschirmen angezeigt.

Nach Angaben des Konstrukteurs Werner Riegler ist eine derartige Präzision bei Sonnenuhren außergewöhnlich. Die Anlage ist nun öffentlich am Römerrastplatz am südlichen Ende des Greiner Hafens zugänglich.

Durch ihre Lage direkt am Radweg könnte sich die Präzisions-Sonnenuhr zudem zu einem neuen Anziehungspunkt in Grein entwickeln.


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