Asylquartier in Bad Kreuzen schließt nach fast 70 Jahren
BAD KREUZEN. Die Unterkunft der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) im Bad Kreuzener Ortsteil Neuaigen soll noch im September dauerhaft schließen. Grund ist die stark gesunkene Auslastung. Für die Gemeinde bedeutet das unter anderem den Verlust von 30 Arbeitsplätzen. Die Nachnutzung des Areals ist noch offen.

Über Jahrzehnte lebten meist rund 150 Menschen in der Betreuungsstelle, wie Bürgermeister Manfred Nenning (ÖVP) auf Tips-Anfrage berichtet.
Zuletzt sei die Zahl aufgrund der rückläufigen Flüchtlingszahlen in Österreich auf etwa 30 Bewohner gesunken.
Aus wirtschaftlichen Gründen soll der Standort daher noch im September geschlossen werden. Die derzeit dort untergebrachten Menschen sollen voraussichtlich auf andere Quartiere der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen verteilt werden.
30 Arbeitsplätze fallen weg
Für Bad Kreuzen endet damit eine jahrzehntelange Geschichte in der Flüchtlingsbetreuung. Von der Schließung betroffen sind rund 30 Arbeitsplätze.
Wie das Gelände künftig genutzt wird, steht derzeit noch nicht fest. Die Gebäude befinden sich im Eigentum der Bundesimmobiliengesellschaft. „Ich bin in Kontakt mit Innenminister Gerhard Karner. Wir werden gemeinsam eine Nachnutzung überlegen“, so Bürgermeister Nenning.
Direkt neben dem Asylquartier betreibt das Innenministerium ein Ausbildungszentrum für Polizeidiensthunde. Dies soll weiter Bestand haben.
Landesrat Dörfel: „Thalham bleibt bestehen“
In Oberösterreich gibt es aktuell abgesehen von Bad Kreuzen noch ein Bundesquartier in Thalham (Bezirk Vöcklabruck). Auch dieses ist laut Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) nicht ausgelastet.
„Der Unterschied zu Bad Kreuzen ist jedoch, dass sich in Thalham das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl befindet. Daher bleibt Thalham auf alle Fälle bestehen“, so der Landesrat.
Jene Familien und Alleinstehende, die bis jetzt in Bad Kreuzen gelebt haben, sollen aufgeteilt werden - wahrscheinlich auf Thalham oder Bergheim in Salzburg. Wichtig sei laut Dörfel, dass die Familieneinheit gewahrt bleibe. Die Entscheidung über die konkrete Aufteilung stehe aber noch aus.
Quartier in Bad Kreuzen wurde 1956 eröffnet
Die Geschichte des Standorts in Bad Kreuzen reicht fast 70 Jahre zurück. Das Quartier auf dem ehemaligen Areal einer Kuranstalt wurde 1956 während der Ungarn-Krise eröffnet. Seither wurden dort Menschen aus zahlreichen Herkunftsländern untergebracht.
Während der großen Flüchtlingsbewegung im Jahr 2015 lebten zeitweise bis zu 200 Personen in Bad Kreuzen. Über viele Jahre arbeiteten Gemeinde, Behörden, Polizei und Betreuungseinrichtungen bei der Versorgung der Bewohner zusammen.
Auch andere Einrichtungen betroffen
Von der aktuellen Entwicklung ist nicht nur Bad Kreuzen betroffen. Auch an weiteren Betreuungsstandorten in Kärnten und der Steiermark sind laut Bürgermeister Nenning Schließungen vorgesehen. Über 120 Mitarbeiter seien beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet worden.








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