Gautschfeier bringt altes Druckerbrauchtum nach Grein
GREIN. Wasser, Schwamm und ein jahrhundertealter Brauch standen beim OÖ Druckertag am Stadtplatz im Mittelpunkt: Sechs Lehrlinge wurden im Rahmen einer Gautschfeier feierlich in den Gesellenstand erhoben. Auch zwei Ehrengäutschlinge nahmen an dem Ritual teil.

Als Zeremonienmeister führte Daniel Kreiner, Obmann der Fachgruppe Druck Kärnten, durch die Gautschfeier. Nach altem Brauch wurden die jungen Fachkräfte symbolisch von den „jugendlichen Sünden“ ihrer Lehrzeit freigewaschen. Als Zeichen ihrer Aufnahme erhielten sie einen Gautschbrief und ein Couleurband.
Jahrhundertealte Tradition
Das Gautschen reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück und steht für die Verbundenheit innerhalb der Druckbranche.
Die Gautschfeier gilt als traditioneller Abschluss der Lehrzeit und ist Teil des von der Unesco anerkannten immateriellen Kulturerbes Österreichs.
„Das jahrhundertealte Gautschen verbindet unsere Tradition mit der Zukunft der Druckbranche. Im Mittelpunkt stehen dabei unsere jungen Fachkräfte, die mit ihrer Ausbildung, ihrem Können und ihrem Engagement die Branche weitertragen und weiterentwickeln“, sagt Ronald Sonnleitner, Obmann der Fachgruppe Druck Oberösterreich.
Zwei Ehrengäutschlinge
Neben den sechs Lehrlingen stellten sich auch Manuel Adlung, Direktor der Berufsschule 9 Linz, und Eveline Grabmann, Obfrau der WKO-Bezirksstelle Perg, als Ehrengäutschlinge dem Ritual.
Lehrabschluss mit besonderem Stellenwert
Adlung betonte die Bedeutung der Ausbildung: „Eine gute Lehre verbindet fachliches Wissen mit praktischem Können und schafft damit eine starke Basis für den weiteren Berufsweg.“ Das Gautschen mache sichtbar, dass der Lehrabschluss „auch in der Gemeinschaft der Branche einen besonderen Stellenwert hat“.
Grabmann verwies auf die Verbindung von Handwerk, Gemeinschaft und Tradition: „Diese Verbindung aus Tradition, Gemeinschaft und gelebtem Handwerk ist ein Erlebnis, das mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird.“
Mit der Gautschfeier am Stadtplatz rückten die jungen Fachkräfte der Druckbranche und ein traditionsreiches Ritual gleichermaßen in den Mittelpunkt.








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