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BEZIRK PERG. Die Diagnose Demenz bedeutet für immer mehr Betroffene und Angehörige eine drastische Veränderung im Alltag. Vielfach fehlt es an Information über die Krankheit und über mögliche Unterstützungen für die Familien und die Pflegepersonen.

Josef und Hildegard Haider mit Sonja Neuhofer von der DemenzberatungsstelleFoto: RK Bezirksstelle Perg/J. Wintersberger

Josef Haider aus Perg war immer ein aktiver Mensch. Er genoss es, mit den Kindern Wanderungen zu unternehmen, machte alle handwerklichen Tätigkeiten in der Wohnung, war ein begabter Schnitzer − kurz gesagt: Er stand mitten im Leben. Plötzlich erlebt die Familie, dass sich der Gatte und Vater zu verändern beginnt. „Unser Vater war nicht mehr der Alte, er begann Dinge zu vergessen und wurde zunehmend unsicher“, erzählen die Angehörigen.

Eine medizinische Abklärung ergibt die traurige Gewissheit: Josef Haider leidet unter Demenz. Zu diesem Zeitpunkt tauchen viele Fragen auf, aber für seine Frau Hildegard steht sofort fest, dass sie die Pflege ihres Mannes, mit dem sie inzwischen 65 Jahre verheiratet ist, selbst übernehmen wird. „Durch frühere Demenzerkrankungen in unserer Familie war ich vorbereitet und hatte konkretes Wissen über die Erkrankung, als die Diagnose kam. Trotzdem war es eine schlimme Zeit“, erzählt die 84-Jährige bewegt.

Wenn auf einmal alles anders wird

Aus Erfahrung wusste sie aber auch: „Wir müssen in unserer Familie die Krankheit offen ansprechen und akzeptieren. Die Umgebung muss informiert sein, nur so können zum Beispiel die Nachbarn reagieren, wenn mein Mann möglicherweise die Wohnung unbemerkt verlässt und sich nicht zurechtfindet. Und: Wir brauchen ein helfendes Umfeld.“

Das Leben von Frau Haider änderte sich von da an grundlegend. Der Tagesablauf orientiert sich nun an den Bedürfnissen ihres Mannes. Ein regelmäßiger Tagesablauf ist wichtig. Gemeinsame Mahlzeiten sind Fixpunkte im täglichen Leben. Regelmäßige Ruhezeiten helfen mit, dem Tag Struktur zu geben. Gleichzeitig muss es für die Pflegeperson auch Auszeiten geben. Gerne erinnert sich die Pergerin an eine „Demenzreise“ im Rahmen des betreuten Reisens mit dem Roten Kreuz, aber auch an die Vormittage im Seniorentageszentrum und erholsame Sommernachmittage mit der Familie im Schrebergarten.

Demenzberatung wichtige Stütze

„Ohne die Hilfeleistungen der Familie wäre das nicht möglich. Ich werde in Zukunft Hilfe im Haushalt brauchen, aber die Pflege von Josef möchte ich, solange es geht, selbst bewältigen“, so Hildegard Haider, die ihren Mann inzwischen zehn Jahre pflegt. „Auch die Gespräche im Rahmen der Demenzberatung des Roten Kreuzes sind mir immer eine große Hilfe. Man bekommt professionelle Hilfe in konkreten Situationen.“ Bei den Angehörigenabenden gibt es Gelegenheit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. „Die sind wichtig, weil man merkt, dass man mit seinen Sorgen nicht alleine ist.“

Vortrag des Roten Kreuz:

„Demenz als Chance und Herausforderung für unsere Gesellschaft“

Freitag, 15. März, um 19.30 Uhr

Technologiezentrum Perg

Infos unter Tel. 07262/54444-20

Referentinnen:

Helga Rohra: Demenzaktivistin, Buchautorin und selbst an Demenz erkrankt

Hildegard Nachum: Validationstrainerin und Validationsmasterin

Eintritt: Vorverkauf € 9,-  Abendkasse: € 10,-


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