Sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen

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Margarete Frühwirth, Leserartikel, 01.12.2019 10:04 Uhr

PERG/OÖ. Die Frauenberatung Perg beteiligt sich auch heuer an der internationalen Kampagne „Terre de Femmes“, die sich für Rechte von Frauen einsetzt.

Dazu wurde am Perger Hauptplatz am 26. November die „Frei Leben ohne Gewalt“-Fahne gehisst, die bis zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember das Menschenrecht auf ein Leben frei von Gewalt einklagt. „Wir freuen uns auch sehr, dass zehn Geschäfte in Perg sich an der Bewusstseins – und Sensibilisierungskampagne beteiligen und mit Sprechblasen in ihren Schaufenstern ein klares Zeichen gegen Gewalt setzen“, sagt Gabi Schauer von der Frauenberatung Perg.

Wegweisungen im Bezirk

Die politischen und öffentlichen Diskussionen in den Medien aufgrund der hohen Anzahl an Frauenmorden in Österreich machen die Komplexität des Themas Gewalt gegen Frauen sichtbar. „Im Jahr 2019 hat die Polizei im Bezirk Perg von 1.1. bis 25. 11. insgesamt 46 Betretungsverbote ausgesprochen. In 43 Fällen handelte es sich um männliche Gefährder, in drei Fällen waren es Frauen. Insgesamt wurden mit zwölf Gefährdern sogenannte präventive Rechtsaufklärungen durchgeführt, um das Unrechtsbewusstsein zu fördern und die rechtlichen Folgen zu verdeutlichen. Für diese Normverdeutlichungsgespräche stehen derzeit drei Polizeibeamte zur Verfügung“, berichtet Bezirkspolizeikommandant Major Florian Engler.

Hohe Dunkelziffer

Gewalt gegen Frauen beginnt aber nicht erst bei körperlicher Gewalt. „Drohungen, Demütigungen, Beschimpfungen beeinträchtigen das Leben ebenso enorm“, weiß Schauer aus ihrer alltäglichen Arbeit. „In Österreich ist jede vierte bis fünfte Frau einmal im Leben von Gewalt betroffen. Die Dunkelziffer ist viel höher. Wir kommen in unseren Beratungsgesprächen oft sehr spät darauf, dass bei unterschiedlichen Problemen Gewalt im Spiel ist. Sehr viele Frauen zeigen die Gewalttaten nicht bei der Polizei an.

Beratung vor Ort

Um dagegenzuhalten braucht es verschiedene Maßnahmen, sowohl auf gesellschaftlicher Ebene als auch auf individueller Ebene des Verhaltens. Vor allem aber  braucht es ein Budget für Gleichstellungspolitik (damit unterschiedliche ökonomische und rechtliche Machtverhältnisse ausgeglichen werden), adäquate Gewaltprävention und Gewaltschutz.“  Beratungstermine können bei der Frauenberatung in Perg mit Sitz in der Dr. Schoberstraße 23 telefonisch unter 07262/54484 vereinbart werden. Darüber hinaus gibt es eine Frauenhelpline unter 0800 222 555. Mehr Informationen unter www.frauenberatung-perg.at

 

INFO

Der Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal zurück, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt. Auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen in Bogotá, Kolumbien im Jahr 1981 würdigten die Teilnehmerinnen diese Frauen und riefen ihr Todesdatum zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus. Seit 1999 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.

 

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