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Parkplatzsituation am Urfahrmarkt: „Die Ignoranz gegenüber den Pendlern ist einzigartig“

Leserartikel Online Redaktion, 22.08.2017 12:58

Bezirk/OÖ. Empört zeigen sich der Sprecher der Mühlviertler Pendlerallianz Nationalrat Michael Hammer und Landtagsabgeordneter Josef Rathgeb über die vom Linzer Bürgermeister Klaus Luger und Stadtrat Markus Hein angekündigte Totalsperre des Urfahrmarkts.

Foto: Vowe
Foto: Vowe

„Die Ignoranz gegenüber den Pendlern ist einzigartig, sucht ihresgleichen, wenn aus persönlicher Trotzigkeit tausende Pendler neuerlich vor den Kopf gestoßen werden. Es ist einer Stadt unwürdig, dass führende Repräsentanten aus objektiv nicht nachvollziehbarer persönlicher Gekränktheit einen absolut ungerechtfertigten Willkürakt setzen, der weder notwendig ist noch für tausende Betroffene akzeptabel ist. Es ist dies nach dem unnötigen und konzeptlosen Eisenbahnbrücken-Abriss bereits der zweite Super-Gau insbesondere für die staugeplagten Pendler, der von Luger und Hein in den letzten Monaten produziert wurde. Diese Vorgangsweise der Stadt Linz ist absolut unverständlich, inakzeptabel und aufs Schärfste zu verurteilen“, so Hammer und Rathgeb.

 

Reaktion des Landes

Raumordnungsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl stellt fest: „Die alleinige Zuständigkeit für die Widmung und die Sicherstellung einer widmungsgemäßen Nutzung des Areals des Urfahraner Jahrmarktgeländes liegt bei der Stadt Linz.

Das Land OÖ ist nur Aufsichtsbehörde im Widmungsverfahren, das bedeutet im konkreten Fall, das Land OÖ ist nur für die Prüfung und aufsichtsbehördliche Genehmigung eines Widmungsbeschlusses der Stadt Linz zuständig. Das heißt, eine künftige Nutzung des Areals für Dauerparker ist sehr wohl möglich, die Voraussetzung dafür ist, die Änderung der bestehenden Flächenwidmung durch einen Widmungsbeschluss des Gemeinderates der Stadt Linz.“ Da die Asphaltierung des Areals mit der bestehenden Widmung – vorübergehende Nutzung als Parkplatz – laut Strugl vereinbar ist, wäre eine entsprechende Widmungsänderung auch mit dem „Bad Ischler Erkenntnis“ des Verfassungsgerichtshofs vereinbar. „Das bedeutet, eine Totalsperre des Parkplatzes ist nicht erforderlich, sondern müsste lediglich für die derzeit widmungswidrige Nutzung als Dauerparkplatz für die Dauer des Widmungsverfahrens ausgesprochen werden“, so Strugl.

Auch die seinerzeitige Anregung der Wasserrechtsabteilung des Landes, das Areal zu asphaltieren, habe nichts mit der Frage zu tun, ob die derzeitige Nutzung als Dauerparkplatz widmungskonform ist: „Für die Sicherstellung der widmungsgemäßen Nutzung ist ausschließlich die Baubehörde, also der Magistrat der Stadt Linz und in politischer Verantwortung Stadtrat Hein, zuständig, auch die notwendigen Bewilligungen für die Asphaltierung fallen in die Zuständigkeit der Baubehörde“, erklärt der Landeshauptmannstellvertreter. Strugl regt an, dass, um eine künftige Nutzung als Parkplatz für Dauerparker zu ermöglichen, die Stadt Linz ein Widmungsverfahren einleitet. Das Land als Aufsichtsbehörde im Widmungsverfahren könnte dann unter Wahrung der gesetzlichen Fristen innerhalb von zwei bis drei Monaten eine entsprechende Genehmigung erteilen, sobald die Beschlüsse auf Stadtebene gefasst worden sind.

Sicht der Wirtschaft

„Wir fordern bewusst zusammen für Wirtschaft und Bevölkerung unserer Bezirke, dass beim Parken am Urfahrmarktgelände in Linz der Weg des gemeinsamen Bemühens um sachliche Lösungen wieder eingeschlagen wird“, so die WK-Obmänner der Region. „Die Vernichtung von 1200 Parkplätzen am Urfahrmarktgelände hätte auch für Linz gravierende Nachteile, weil Bevölkerung und Wirtschaft der Stadt Linz selbst diesen Parkplatz genauso dringend brauchen wie Pendler aus den Umlandbezirken.“

Pendler sind auf Autos angewiesen

Auch aus dem Bezirk melden sich immer mehr Stimmen zu Wort - so auch ÖAAB-Bezirksobmann Max Oberleitner: „Wo ein Wille, da ein Weg – diese Erfahrung habe ich schon oft in der Politik gemacht und noch immer für anstehende Probleme eine Lösung gefunden. Bei den Pendlerparkplätzen am Urfahraner Marktgelände ist es genau so. Die Stadt Linz versucht seit über 10 Jahren diese Parkplätze zu beseitigen oder zu vergebühren. Die Stadt Linz hätte es daher nun auch selbst in der Hand, die Umwidmungsfragen rasch zu klären und den Erhalt der Parkplätze zu beschließen. Jedenfalls ist es ein Trauerspiel, wie Linz unsere Pendler im Stich lässt. Wir kommen nicht umhin, genügend Park&Ride Anlagen in und rund um Linz zu errichten und den öffentlichen Verkehr weiter auszubauen. Die Landeshauptstadt hat es außerdem verabsäumt, das innerstädtische Verkehrsnetz zu ihren Gewerbegebieten am Stadtrand auszubauen. Es gibt nur wenig Umsteigeknoten und der öffentliche Verkehr funktioniert nur entlang der Straßenbahnachsen. Daher sind viele Pendler auf ihr Auto angewiesen. Ich hoffe, dass die politischen Entscheidungsträger ihren Kampf nicht länger auf den Rücken der Pendler austragen und künftig mehr miteinander reden und sich gemeinsam um eine bessere Lösung für unsere Pendler bemühen“.

Leserbriefe zum Thema an: tips-perg@tips.at


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Gastuser
Gastuser
24.08.2017 11:05

Immer die armen Pendler?

Es mag für einen Politiker ja recht ehrbar klingen, sich für die armen Pendler einzusetzen. Aber hat sich Herr Hammer auch schon mal überlegt, welche Vorteile das Wohnen am Land bringt - billiger Grund, wohnen im Grünen etc. Und dann ist es einem nicht einmal wert, einen Euro pro Tag fürs Parken mitten in der Stadt zu bezahlen? Und warum nimmt man nicht die Unternehmen in die Pflicht, die nicht imstande sind, ihren Mitarbeitern auch ausreichend Parkflächen zur Verfügung zu stellen? Die VP ruft doch eh dauernd nach mehr privat, weniger Staat. Aber da soll wieder die Allgemeinheit herhalten und den armen Pendlern, die vom Häuschen im Grünen anreisen, auch noch den Parkplatz finanzieren!