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Leserartikel Eva Lindtner, 13.08.2019 08:00

BEZIRK PERG. Tausende Freiwillige bei der Feuerwehr und dem Roten Kreuz im Bezirk Perg sorgen für Lebensqualität und Sicherheit in der Region. Eine Regelung zur Entgeltfortzahlung bei Großschadensereignissen soll die Einsatzbereitschaft von Freiwilligen nun fördern.

Die neue Regelung greift etwa bei Hochwasser-Einsätzen. Foto: Weihbold
Die neue Regelung greift etwa bei Hochwasser-Einsätzen. Foto: Weihbold

Mit 1. September tritt die neue Regelung zur Entgeltfortzahlung in Kraft, nach welcher Arbeitgeber in der Privatwirtschaft einen Bonus in Form einer Einsatzprämie erhalten, wenn sie bei Großschadensereignissen mit einem Mitarbeiter eine Dienstfreistellung für Freiwilligentätigkeit vereinbaren und somit Entgeltfortzahlung leisten. Die Prämie wird 200 Euro pro Tag betragen. Von einem Großschadensereignis spricht man, wenn mindestens 100 Personen mit einer Mindestdauer von acht Stunden im Einsatz sind. Die neue Regelung soll die ehrenamtliche Tätigkeit in Einsatzorganisationen erleichtern und unterstützen.

Unermüdlicher Einsatz

Im Bezirk Perg leisteten im vergangenen Jahr knapp 6.000 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr insgesamt über 285.000 Stunden. Beim Roten Kreuz leisteten die knapp 1.800 überwiegend freiwilligen Mitarbeiter über 290.000 Stunden. Die Ehrenamtlichen investieren ihre Zeit, um anderen zu helfen. Dabei soll kein Nachteil für sie entstehen. „Freiwilligenhilfe darf nicht zum beruflichen Bumerang werden, daher die Einsatzprämie“, so ÖVP-Abgeordneter und Bürgermeister Nikolaus Prinz, der selbst Feuerwehrmann in St. Nikola ist.

„Ein Schritt in die richtige Richtung“

Pergs Bezirksfeuerwehrkommandant Eduard Paireder sieht den Beschluss der Regelung zur Entgeltfortzahlung bei Großschadensereignissen zwar ebenfalls positiv, verdeutlicht aber, dass es ebenso wichtig wäre, den Freiwilligen die Tagesbereitschaft zu erleichtern. Es brauche auch gute Lösungen für kleinere, tagtägliche Einsätze, damit auch hier freiwillige Helfer zur Verfügung stehen, ohne dass dabei Nachteile für Arbeitgeber oder Arbeitnehmer entstehen. „Die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen aufrechtzuerhalten ist ein wichtiges aber auch sehr schwieriges Thema. Es gibt dafür keine Pauschallösung und einfache Boni werden nicht ausreichen, aber die Regelung zur Entgeltfortzahlung ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung“, so Paireder.


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