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„Teuerung schlägt jeden Tag zu“: Volkshilfe fordert treffsichere Maßnahmen gegen Armut

Claudia Brandt, 20.10.2022 19:06

PERG. Zum „Tag der Armut“ am 17. Oktober forderte die Volkshilfe Perg treffsichere Maßnahmen, um armutsgefährdeten Menschen in der aktuellen Krisensituation unter die Arme zu greifen.

Zwei Vorstandsmitglieder der Volkshilfe Perg (rechts Karl Weilig) mit zwei vertriebenen ukrainischen Frauen und deren Betreuerin. Gemeinsam fordern sie Maßnahmen gegen die zunehmende Armut im Land. (Foto: VH Perg)

„Wir verzeichnen in unseren Sozialmärkten eine Steigerung der Kunden-Frequenz um 20 Prozent. Tendenz steigend. Denn die Teuerungswellen sind mittlerweile auch in der Mittelschicht spürbar“, berichtet Karl Weilig vom Volkshilfe-Bezirksverein Perg. Menschen, die ohnehin im Supermarkt sehr genau mitrechnen müssen und abwägen, ob sich das Kilo Brot am Ende des Monats noch ausgeht – diese Menschen könnten sich die alltäglichsten Ausgaben schlichtweg nicht mehr leisten.

Volkshilfe befürchtet weitere Verschlechterung

„Die Teuerung schlägt jeden Tag und bei jeder Zahlung zu und sie trifft armutsbetroffene beziehungsweise Menschen mit geringen Einkommen und ihre Kinder ungleich härter. Und wir befürchten für den Winter und das kommende Frühjahr eine weitere gravierende Verschlechterung“, fährt Weilig fort.

Vorschläge für kurzfristige Maßnahmen

So wie Sabine Schatz, Vorsitzende der Volkshilfe Perg, fordert er kurz- und langfristige Maßnahmen, welche die Menschen vor Armut schützen und es betroffenen Familien nachhaltig ermöglichen, der Armut zu entkommen. Zu diesen Forderungen zählen unter anderem die Erhöhung der Wohnbeihilfe, die kostenlose Energieversorgung für Armutsbetroffene und wiederkehrende Direktzahlungen, um die hohen Lebensmittelpreise abzufedern. Außerdem will man Supermarkt-Kunden um Lebensmittelspenden für die Sozialmärkte zu bitten.

Langfristige Maßnahmen erforderlich

„Diese kurzfristigen Maßnahmen würden besonders gefährdete Gruppen sofort entlasten. Darüber hinaus braucht es aber auch langfristige Maßnahmen wie die Einführung einer sozial gestaffelten Kindergrundsicherung für alle Kinder in Österreich. Unsere Alpenrepublik könnte damit der erste Staat der Erde sein, der die Kinderarmut abgeschafft hat“, so Weilig abschließend.


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