Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK PERG/BAUMGARTENBERG. Christian Lang ist seit vergangenem Jahr Bauernkammer-Bezirksobmann und blickt in seiner Position mit Elan in eine Zukunft voller Herausforderungen.

Christian Lang (Foto: Glinsner)
Christian Lang (Foto: Glinsner)

Dass sich die Landwirtschaft in einer herausfordernden Zeit der Umbrüche befindet, kann man nicht abstreiten.

Der 29-jährige Christian Lang, der vergangenes Jahr der langjährigen Obfrau, Rosemarie Ferstl, als Bauernbund-Bezirksobmann folgte, sieht dieser jedoch positiv entgegen.

Der engagierte Jungbauer absolvierte die HLBLA St. Florian, auf deren Abschluss 2015 die Übernahme des elterlichen Legehennen-Betriebs folgte.

Nach langen Jahren bei Landjugend, Jungbauern und im Landwirtschaftskammerrat ist er nun oberster Standesvertreter der Landwirte im Bezirk.

„In der Landwirtschaft gibt es kein Thema, das den Bezirk Perg nicht betrifft“, so Christian Lang. Aufgrund der vielfältigen Rahmenbedingungen vertrete er die verschiedensten Interessen. Angefangen vom Norden des Bezirks, in dem es fast nur Weidehaltung und Wald gibt, bis hin zu den Ackerflächen im Machland.

Betriebszahlen rückläufig

Nach wie vor ist ein Rückgang der Vollerwerbsbetriebe zu bemerken, der sich aber abflache. Waren es vor einiger Zeit noch über 100, so sind es zuletzt nur mehr 40 Betriebe gewesen, die zusperren mussten. Dennoch: „Jeder Betrieb, der schließen muss, ist einer zu viel“, so Lang.

Gerade deshalb habe sich die Bezirksbauernkammer nach der Fusion mit dem Bezirk Freistadt in ihrer Beratung weiter spezialisiert.

Gemeinsam mit BBK-Dienststellenleiter Johannes Gahleitner wolle man den Landwirten die Unterstützung bieten, die sie brauchen.

„Wir bemerken eine starke Diversifizierung bei Übernahmen“, so Gahleitner. Neu-Landwirte seien mit ihren Ideen zur Weiterführung der Betriebe sehr innovativ und trauen sich auch in Nischen vorzustoßen, um Höfe, die für den Vollerwerb zu klein sind, erfolgreich bewirtschaften zu können.

Tierwohldebatte: Fakten nicht vergessen

Auch die Tierwohldebatte heize die Gemüter immer stark auf. „Man darf bei Debatten zur Tierhaltung, wie über die Vollspaltenböden in der Schweinehaltung, die Fakten nicht aus den Augen verlieren“, so Christian Lang.

Bauern liege das Tierwohl am Herzen, man müsse Umstellungen aber auch finanziell stemmen können, sonst drohe vielen österreichischen Bauern die Wettbewerbsunfähigkeit.

Man müsse um jeden Preis vermeiden, dass es beispielweise dem Schweinefleich so ergehe, wie dem Putenfleisch im Moment. Man könne mit billigem Fleisch aus anderen EU-Ländern nicht mehr mithalten und so kaum mehr österreichisches Putenfleisch in den Geschäften verfügbar ist.

„Hier ist auch der Konsument gefragt“, so Lang, denn wenn die Forderungen nach Tierwohl da seien, müsse man konsequenter Weise auch dieses Fleisch kaufen.

Klima: Landwirtschaft als Teil der Lösung

„Wir wollen als Teil der Lösung gesehen werden“, so Christian Lang in Bezug auf den Klimawandel.

Selbstredend sei der Klimawandel in der Landwirtschaft ein großes Thema. „Wir spüren ihn unmittelbar“, so Lang, der betont, dass sich in der CO2-Reduktion schon viel getan habe.

Ziel sei es auch, den Methanausstoß in Angriff zu nehmen. Gerade die Forstwirtschaft sei durch das Pflanzen und die Pflege von Bäumen, die wiederum CO2 binden, ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes.

Außerdem sei das Generationendenken, das gerade in puncto Klimawandel unerlässlich ist, schon immer ein Teil des bäuerlichen Lebens gewesen, so der Bezirksobmann.

Bauern, wie sie wirklich sind

Auch der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist Christian Lang ein Anliegen.

Es würden viele teils romantisierte, teils erschreckende Bilder und Meinungen über den Berufsstand der Landwirte in den Medien kursieren.

„Hier ist es mir wichtig, zu zeigen, wie es wirklich ist“, betont Lang.

Die nicht-bäuerliche Bevölkerung soll durch Aktionen, wie beispielsweise Tage der offenen Hoftüren oder „Schule am Bauernhof“, einen Einblick in Alltag, Arbeit und Produktion auf einem Bauernhof bekommen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden