Wie Kinder mit Kung-Fu ihre wahre Natur wiederfinden können
PFARRKIRCHEN. „Wenn Kinder auffällig werden oder sich aggressiv verhalten, kann das ein Zeichen dafür sein, dass sie nicht im Einklang mit ihrer wahren Natur leben“ sagt Mario Leitner. Mit Kung-Fu unterstützt er die Kleinen dabei, ihre Mitte zu finden und zu stärken.

„Am Beginn stehen einfache Spiele, mit denen ich versuche herauszufinden, wie die Kinder ticken“, erklärt Leitner. „Manche sind richtige Macher, die gerne die Richtung vorgeben, andere sind eher schüchterne Mitläufer.“ Erst danach geht's mit Kung Fu los. „Mit Hilfe der traditionellen Tiere des Kung-Fu und ihrem typischen Charakter können Kinder ihre natürliche Stärke erfahren. Da gibt es zum Beispiel den impulsiven und temperamentvollen Tiger mit seiner Kämpfernatur. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch das geduldige, sanftmütige und geerdete Wesen eines Elefanten.“
Dass Kinder ihr besonderes Temperament nicht schätzen lernen, komme praktisch nie vor. „Vielmehr haben sie sichtlich Freude daran, ihr Potential zu entfalten. Sie werden richtig eins mit den Tierfiguren und deren besonderen Eigenschaften. Zumindest, wenn ich als Trainer alles richtig gemacht habe.“
Nicht verbiegen, wachsen
Danach geht es darum, die Kinder und ihr natürliches Wesen zu bestärken. „Sie müssen sein dürfen, wie sie eben sind. Sie sollen aber in ihrer Entwicklung nicht stehen bleiben.“ Nach und nach werden deshalb die Eigenschaften anderer Tiere erarbeitet. Leitner bringt es auf den Punkt: „Ich helfe Menschen dabei, ihre Mitte nicht nur zu finden, sondern diese Mitte auch voll zur Geltung zu bringen. Das Erkennen und Akzeptieren der wahren Natur ist dabei der Anfang.“
Aus der Balance
Die Kinder kämen nämlich immer mehr aus dem Gleichgewicht. „An ihnen wird gezerrt, jeder hat Erwartungen an sie. Und manchmal passen diese eben gar nicht zu ihnen. Die Reizüberflutung, zum Beispiel durch Social Media, tut ihr Übriges. Kein Wunder, dass die Kleinen irgendwann aggressiv werden und versuchen, auszubrechen.“ Hätten sie erst ihre wahre Natur erkannt und sei diese vom Umfeld akzeptiert worden, würden die meisten ruhiger und weniger anfällig für Provokationen.
20 Jahre Erfahrung
Leitner selbst ist vor über 20 Jahren zur Kampfkunst gekommen. „Für mich ist Kung-Fu eine Bewegungs- und Lebensschule und nicht bum zack Haudraufsport.“ Neben der Kampfkunst gilt seine Leidenschaft der Natur. Leitner ist auch Waldpädagoge und Förster. Er hat selbst zwei Kinder, ist verheiratet und hauptberuflich stellvertretender Betriebsleiter beim Sägewerk Kölbl in Aigen-Schlägl. Die Trainings für Kinder und Jugendliche bietet er direkt an Schulen und ähnlichen Einrichtungen an, Leitner trainiert aber auch Erwachsene.


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