Zeitzeugin Anna Hackl erzählte Pregartner Schülern über die Mühlviertler Menschenjagd

Michaela Maurer Michaela Maurer, Tips Redaktion, 19.06.2019 10:26 Uhr

PREGARTEN. Die Zeitzeugin Anna Hackl erzählt in der Neuen Mittelschule Pregarten über die Mühlviertler Menschenjagd. 

Hackl erzählte den Schülern der 4a und der 4b eindrucksvoll die Geschichte ihrer Familie während der Zeit der „Mühlviertler Hasenjagd“. Anna Hackl kommt aus Schwertberg, nicht weit entfernt vom ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen, wo  sich im Februar 1945 der einzige Massenausbruch ereignete. Mehr als 500 sowjetische Kriegsgefangene flohen in der schneereichen Nacht vor ihren Mördern. Daraufhin begann die größte Menschenjagd in der Geschichte des Mühlviertels, die von den Nazis als „Mühlviertler Hasenjagd“ bezeichnet wurde. Es war die grauenvolle Ermordung von hunderten Häftlingen, neben der SS waren auch viele zivile Personen und sonst unbescholtene Bürger erbarmungslos und lieferten die Fliehenden ihren Mördern aus.

Mut und Zivilcourage

Ein Lichtblick in dieser Zeit war die Familie Langthaler. Anna Hackl, geborene Langthaler,  die damals 14-jährige Tochter der Familie, war Zeugin dieser Zeit und erzählt davon, wie sie die Gefangenen Michail und Nikolai für drei Monate bei sich zuhause versteckt hielten. Ein sehr riskantes und gefährliches Unterfangen für die gesamte Familie, die Mut und Zivilcourage zeigten. Ihre Mutter sagte damals: „Ich werde helfen, denn auch auf die Gefangenen wartet zuhause in Russland eine Mutter“, und rettete den beiden somit das Leben. Aus diesen Ereignissen entwickelte sich eine lebenslange, völkerverbindende Freundschaft.

Menschenrechtspreis

Anna Hackl ist seit dem Jahr 1995 unentwegt in Schulklassen unterwegs, um Jugendlichen die Schwierigkeiten und Schrecken der damaligen Zeit nahezubringen. Gleichzeitig erzählt sie von Menschlichkeit in dieser grausamen Zeit. Für ihr Engagement wurde sie 2005 mit dem Menschenrechtspreis des Landes Oberösterreich und 2011 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. 

Der Regisseur Andreas Gruber hat  in seinem Film „Hasenjagd – Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“ Szenen dieser Zeit und die Geschichte der Familie Langthaler verarbeitet.

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