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PUCKING. Stolze 99 Jahre alt ist Theresia Stadlmayr aus Pucking. Autorin Ilse Maria Bachl hat nun ein Buch über die rüstige „Hansl-bäuerin“ verfasst. Ein Portrait über die älteste Puckingerin.

Firmung mit elf Jahren
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Theresia Stadlmayr, geborene Schnell, stammt aus einer bäuerlichen Familie und ist als jüngstes von drei Kindern am 24. Jänner 1918, im letzten Jahr des Ersten Weltkrieges, in Kematen/Krems geboren. Sie hat dort ihre Kindheit und Jugend verbracht sowie die Volksschule besucht. Mit 17 Jahren kam sie auf den Hof ihrer Schwester Klara in Gerersdorf und arbeitete dort als Stalldirn. 1938 lernte sie ihren zukünftigen Mann, Josef Stadlmayr, einen Bauernsohn aus Pucking, kennen und lieben. Prompt folgte die Hochzeit und Stadlmayr wurde zur „Hanslbäuerin“ zu Pucking.Mittlerweile hat die 99-Jährige zwei Töchter, fünf Enkelkinder, zehn Urenkelkinder und drei Ururenkerl. Theresia und Josef Stadlmayr wurden auch Paten für dreizehn „Godnkinder“. 1997 starb Josef Stadlmayr im 84. Lebensjahr.

Schwere Kriegszeiten

Die wichtigsten Stationen ihres Lebens waren das Aufwachsen in einer liebevollen Familie, tüchtige Mitarbeit auf dem elterlichen Hof von Kindheit an, ihre große Liebe und die Heirat mit Josef, die Geburt ihrer Töchter, die schwere Arbeit in der Landwirtschaft, vor allem die Zugehörigkeit zu einer großen Familie. Die schwerste Zeit war für Theresia Stadlmayr, als ihr Gatte im Zweiten Weltkrieg zur Deutschen Wehrmacht eingerückt und sie als junge Bäuerin allein für den Hof verantwortlich war. Sie erlebte Bombenangriffe zu Kriegsende oder wie im April 1945 Häftlinge in einem Todesmarsch von Mauthausen nach Gunskirchen auch durch Pucking getrieben wurden und aus Hunger in die Holzhütte eindrangen und Rüben aßen. Im Mai 1945 fuhren die ersten Autos mit Amerikanern vor und es begann die Besatzungszeit.

Glaube und Familie

Das Wichtigste im Leben, so Stadlmayr, sei für sie der Glaube und die Familie. Natürlich auch die bäuerliche Wirtschaftsführung, hat sie noch bis zum 80. Lebensjahr für die ganze Familie gekocht. Ihr Enkel sagt: „Sie regiert mit dem Kochlöffel. Sie ist eine ausgezeichnete Köchin und kennt viele alte Rezepte.“ Die Puckingerin achtet penibel darauf, dass keine Lebensmittel verschwendet werden. Sparsamkeit, Fleiß und Stolz auf den bäuerlichen Stand und seine Bräuche gehören zu der Altbäuerin.Trotz ihrer zurückliegenden Hüftoperationen saß sie bis vor einigen Monaten noch auf dem Hometrainer und radelte jeden Tag eine Viertelstunde. Sie trinkt auch täglich ein Glas Kefir und ließ sich die Wohnung auspendeln. Noch heute liest Theresia Stadlmayr Zeitungen und Kochrezepte mithilfe eines Lesebildschirms. Wenn man sie fragt, ob sie ein Rezept für ein langes Leben habe, so sagt sie, dass die meisten Menschen in ihrer Familie sehr alt werden. Aber viele Gespräche mit lieben Menschen und Offenheit für Neues und neue Bekanntschaften, wie heitere Begegnungen im Spital, würden ihr bestimmt helfen.

Biografie

Nachdem die 99-Jährige oft von früher erzählt, beauftragte ihre Familie die Puckinger Autorin Ilse Maria Bachl damit, die Biografie von Theresia Stadlmayr zu verfassen. In vielen Gesprächen mit der Altbäuerin und durch das große Interesse der Familie entstanden die schriftlichen Lebenserinnerungen „Wo Schwalben Nester bauen ...“. Der Titel entstammt einem der vielen alten Sprüche und Redewendungen, die Theresia Stadlmayr noch immer gerne aufsagt. Das Buch wird am Sonntag, 12. März um 15 Uhr im Gasthof Mayr in Pucking präsentiert. Dabei erinnert sich die älteste Puckingerin im Gespräch mit Ilse Maria Bachl an ihr fast hundertjähriges Leben. Moderiert wird die Lesung von Franz Gumpenberger, musikalisch begleitet von der Puckinger Musikgruppe „Sipbåchblås“.

Buch-Tipp

Was die „Urli“ erzählt. Theresia Stadlmayr erzählt aus ihrem 99-jährigen Leben in ihrer Heimat Oberösterreich. Von Kindheit und Jugend auf einem Hof in Kematen an der Krems, dem glücklichen Leben nach ihrer Heirat, vom Leben als Bäuerin und Bürgermeistersgattin in Pucking, von Mutterschaft und dem „Ausgedinge“, von der liebevollen Fürsorge der Kinder, Enkel und Urenkel.Herausgekommen ist dabei ein Kaleidoskop von Einblicken in das bäuerliche Leben. Es umfasst die schwere Arbeit in Haus und Hof, die Sorge um den Gatten, als er im Zweiten Weltkrieg „einrücken“ musste, das religiöse Leben sowie Tradition und Brauchtum. Alte Kochrezepte und zahlreiche Bilder geben einen interessanten Einblick in die Lebensweise der Theresia Stadlmayr .Zuletzt gibt die betagte Landfrau auch noch einige Antworten auf die Frage: „Wie wird man so alt?“ Bescheidenheit, Genügsamkeit, Arbeitssinn und ein fester Glaube gehören ihrer Ansicht nach dazu.

Autor: Ilse Maria Bachl

Titel: Wo Schwalben Nester bauen ...– 99 Jahre erfülltes Leben von Theresia Stadlmayr

Verlag: innsalz

Seiten: ab 100

Erscheinungstermin: März 2017

Fotos: Anita Miesenberger

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