Theaterkönig und Menschenfreund
PÜRBACH. Harald Gugenberger, erfolgreicher Theatermacher und Chef des Waldviertler Hoftheaters, ist überraschend gestorben.

Harald Gugenberger führte ein bewegtes Leben. Er machte aus einem alten Bürgermeisterhof einen Festspielhof, aus einem kleinen unbekannten Ort im Norden Österreichs einen international bekannten Kulturort. Er bewegte Menschen mit seiner unnachahmlichen Art, bewegte das Publikum mit seinen Produktionen, das von ihm gegründete Waldviertler Hoftheater bewegte und belebte das ganze Waldviertel. Aus so manchem Feuerwehrmann wurde durch ihn ein Theaterexperte. Er liebte das Theater, weil er Menschen liebte und das Publikum immer wieder beschenken wollte.
Harald Gugenberger wurde 1953 in Linz geboren. Nach der Schulausbildung in Linz und der Klosterschule in Bad Goisern trat er in die elterlichen Fußstapfen und schloss die Ausbildung zum Schuhmacher ab. Die Liebe zur Musik war jedoch stärker als die familiäre Tradition und so entschied er sich für ein Musikstudium am Bruckner Konservatorium in Linz. Danach lebte er als freier Musiker und Songwriter in Österreich, Deutschland, Frankreich und Spanien. 1980 kaufte er einen alten Hof in Pürbach, wo er für sich und seine damalige Band einen geeigneten Ort für Proben fand. Durch die Begegnung mit der Schauspielerin und späteren Lebensgefährtin Stella Hierländer entstand die Idee, in diesem Haus ein professionelles Theater zu gründen. Im August 1986 wurde die erste Theater-Produktion im Innenhof gezeigt und somit der Grundstein für das heutige Theaterhaus gelegt. Seit 2002 wird das Waldviertler Hoftheater als Ganzjahrestheater geführt. Im November 2005 bekam Gugenberger den Würdigungspreis des Landes Niederösterreich verliehen. Von 2008 bis 2010 hatte er die künstlerische Leitung der Waldbühne Bromberg inne. Als Intendant des Waldviertler Hoftheaters kooperierte er mit vielen namhaften Bühnen aus dem In- und Ausland.


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