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RAINBACH/INNKREIS. Richard Gierlinger hat die zweitgrößte private Sternwarte Österreichs am Gaisberg in Rainbach/Innrkeis gebaut und ist weltweit anerkannter und gefragter Experte bei der Konstruktion und Herstellung von Teleskopen bzw. dem Bau von Observatorien. Der anerkannte Forscher im Bereich der Asteroiden (Kleinplaneten) ist sehr um die Vermittlung astronomischer Kenntnisse bemüht und versucht mit einem Crowdfunding-Projekt Geld für sein Anliegen aufzustellen.

Richard Gierlinger hofft auf viele Unterstützer um sein Projekt verwirklichen zu können.
Richard Gierlinger hofft auf viele Unterstützer um sein Projekt verwirklichen zu können.

Richard Gierlinger war von klein auf der Astronomie verfallen. Der Sternenhimmel hat den Schärdinger von Anfang an interessiert und ihn nicht mehr los gelassen. In der HTL Braunau hat er dann auch erste Schritte zum Bau eines eigenen Teleskops gesetzt und sich entsprechende Kenntnisse angeeignet. „Richard hat schon 1984 Spiegel für ein Teleskop geschliffen. Ich erinnere mich gut daran, weil wir damals Probleme hatten, die Glasrohlinge über die Grenze von Simbach nach Braunau zu bringen“, erzählt Erich Leutgöb, sein damaliger Physiklehrer. „Meinen allerersten Spiegel habe ich bereits mit 15 Jahren, 1982, geschliffen. Danach folgten dann noch andere mit 20 Zentimeter, 25 Zentimeter und als Krönung einer mit 60 Zentimeter“, erzählt Gierlinger. Seine allererste Sternwarte bauter er 1988 am Dache seines Elternhauses. Eine zweite Sternwarte mit einer 3,5 Meter Kuppel inklusive aller Instrumente hat der Elektrotechniker Gierlinger dann bis Ende 2000 gebaut. Sein dritter Streich, das Gaisberg IAU-Observatory B21, entstand mit tatkräftiger Unterstützung seiner Freunde von 2004 bis 2006. Hier hat die Kuppel bereits 5,5 Meter Durchmesser und ist das zweitgrößte private Observatorium Österreichs.

Richard Gierlinger ist Experte auf dem Gebiet der Kleinplanetenastronomie. Er hat insgesamt 102 Kleinplaneten (Asteroiden) entdeckt und einige davon auch benannt. So tragen nun Kleinplaneten Namen wie „Schärding“ oder „Rainbach“. Seit 2010 ist er Mitglied einer der weltweit renommiertesten Astronomen-Vereinigungen, der Royal Astronomical Society. Er darf sich damit ein „FRAS“ hinter seinem Namen stellen (Fellow der Royal Astronomical Society) und teilt diese Ehre mit nur zwei weiteren Österreichern.

Weltweite Anerkennung findet Gierlinger als Instrumentenbauer. So sind von ihm gebaute Instrumente in Brasilien, Namibia und Australien im Einsatz. Für eine deutsche Universität hat er schon Spezialgetriebe konstruiert und gebaut, die in der Hochvakuumtechnik zum Einsatz kommen. Paradestück war ein Konzept und eine Erstkonstruktion für die Fokusierung einer Kamera auf einem Satelliten.

Sternwarte soll zu einer Bildungsstätte werden

Das jüngste Vorhaben von Richard Gierlinger ist der Ausbau seiner Warte zu einer Bildungsstätte, um die Begeisterung für Astronomie weiter zu verbreiten. Ein Vortragssaal soll demnächst eingerichtet werden, um interessierte Laien und Schulklassen besser betreuen zu können. „Ich versuche mit einem Crowdfunding Projekt Unterstützung für mein Projekt zu bekommen. Auf der Webseite Sciencestarter.de können Einzelpersonen für bestimmte Ausstattungsteile spenden. Ich freu mich sehr, dass Österreichs bisher einziger Astronaut, DFranz Viehböck, der 1991 bei der AUSTROMIR Mission dabei war, diese Aktion befürwortet und unterstützt. Ich lade alle sind herzlich ein, sich auf https://www.sciencestarter.de/sternwarte-gaisberg an der Aktion zu beteiligen“, so der engagierte Astronom, der noch voller Pläne steckt und gerade seinen Einstieg in die Radioastronomie vorbereitet.


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