Hochwasserschutz: Kerschbaumer sind nun sicher
BEZIRK FREISTADT. Gute und positive Stimmung sowie Aufbruchstimmung und neuer Elan herrschten beim vorerst letzten Bürger-Informationsabend für den Hochwasserschutz Bezirk Freistadt im Salzhof.

Nachdem die Kleinrückhaltebecken in Kerschbaum (Gemeinde Rainbach) offiziell durch Umwelt-Landesrat Rudi Anschober eröffnet wurden, lud der Hochwasserschutzverband Aist zum Bürgerabend. Dabei konnten sich die interessierten Bürger ein Bild vom derzeitigen Stand der Dinge und den Planungen machen. Besonderes Interesse bestand an dem Entschluss, das Rückhalte- becken im Thurytal an einem anderen Standort beziehungsweise in anderer Form zu errichten. Genaue Details zum Projekt gab es aber keine. „Derzeit wird neu berechnet und geplant. Näheres dazu können wir im Herbst sagen“, verspricht HWS-Verbandsobmann Josef Lindner.
Ein weiterer Punkt, der Besorgnis der Bürger hervorrief, war der Zeitfaktor. „Der Verband wurde 2007 gegründet, aber viel ist noch nicht passiert. Wir haben Angst, dass es so langsam weitergeht und wir bis zum nächsten Hochwasser immer noch keinen Schutz haben“, sagt ein betroffener Bewohner der Hafnerzeile in Freistadt. „Das stimmt nicht“, widerspricht Lindner. „Es ist bisher schon sehr viel geschehen, es wurden sehr viele Kleinlösungen umgesetzt. Insgesamt wurden schon 5,5 Millionen Euro in den Hochwasserschutz in der Region investiert. Dieses Geld ist auch zum Großteil in die regionale Wirtschaft geflossen“, verweist Lindner unter anderem auf die Becken in Kerschbaum. Franz Gillinger (Gewässerbezirk Linz) gab dazu in einer Fotopräsentation einen Überblick über bereits verwirklichte Kleinmaßnahmen im Bezirk.
Immer wieder gab es aber auch positive Rückmeldungen über die bisherige Arbeit des Verbandes. „Es ist schon viel erreicht worden und alles auf dem Weg. Natürlich müssen auch die Kosten im Auge behalten werden, aber es wird intensiv an unserem Ziel, 100-jähriger Hochwasserschutz, gearbeitet“, sagt Klaus Haunschmied, Hochwasserschutzverantwortlicher für Freistadt. Auch Fritz Robeischl, Vertreter der Initiative für ökologischen und nachhaltigen Hochwasserschutz, betont die gute Stimmung. „Wir müssen gemeinsam kämpfen für unsere schöne Natur.“ Robeischl hat im Namen der Initiative bei der Eröffnung der Rückhaltebecken in Kerschbaum die Liste der Onlinepetition gegen das große Rückhaltebecken im Thurytal an Landesrat Anschober übergeben.
Kleinrückhaltebecken in Kerschbaum„Mit der heutigen Eröffnung der drei Kleinrückhaltebecken in Rainbach und der naturnahen Öffnung des Baches können wir ein weiteres Hochwasserschutz-Projekt in Oberösterreich fertigstellen. Durch die naturnahen Schutzmaßnahmen ist es gelungen, dem Wasser wieder mehr Raum zu geben und damit die Bevölkerung vor bis zu 30-jährlichen Hochwässern zu schützen.“ Der Hochwasserschutz für Kerschbaum umfasst drei Rückhaltebecken mit einem Gesamtfassungsvermögen von 6400 m³ sowie die Herstellung eines offenen Grabens und die Ertüchtigung des Regenwasserkanals. Mit diesen Maßnahmen wird ein 30-jährlicher Schutzgrad für die Ortschaft Kerschbaum erzielt.
Unterschriften-Liste übergebenEine Unterschriftenaktion und eine Onlinepetition gegen das große Hochwasser-Rückhaltebecken im Thurytal führte die Initiative für ökologischen und nachhaltigen Hochwasserschutz in den vergangenen Wochen durch. Im Rahmen der Eröffnung der drei Rückhaltebecken in Kerschbaum wurde dem dort anwesenden Landesrat Rudi Anschober sowie dem Obmann des Hochwasserschutzverbandes Aist, Josef Lindner, die Unterschriftenliste übergeben. Obwohl die Unterschriftenaktion vorzeitig aufgrund der Absage des Thurytalbeckens durch den Verband abgebrochen wurde, wurden 2694 Stimmen gesammelt. Vertreter der Initiative, Fritz Robeischl: „An den noch offenen Forderungen an den Hochwasserschutzverband werden wir gestärkt durch den großen Rückhalt in der Bevölkerung weiterarbeiten.“


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