Der Nord-Ausbau sorgt weiterhin für heftige Diskussionen in Rainbach
BEZIRK FREISTADT. Im Süden gehen die Bauarbeiten der S10 Mühlviertler Schnellstraße in die Zielgerade, in Rainbach wird noch über die optimalste Form der geplanten Straße diskutiert.

Der 22 Kilometer lange südliche Abschnitt der S10 Mühlviertler Schnellstraße von Unterweitersdorf bis Freistadt Nord wird Ende 2015 dem Verkehr übergeben. Die Asfinag betreibt aktuell die Planung des nächsten Abschnitts der S10 bis Rainbach Nord. Der letzte Abschnitt bis zur Staatsgrenze soll geplant und errichtet werden, wenn zeitgleich der Ausbau der D3 (Autobahn bis Budweis) beziehungsweise der R3 (vierspurige Schnellstraße bis Wullowitz) auf tschechischer Seite bis zur Staatsgrenze erfolgt. Im Herbst 2015 wird in Tschechien mit dem Bau des nächsten Abschnitts der D3 (27 Kilometer lang) nördlich von Budweis begonnen. „Bis 2021/2022 ist die Fertigstellung der Teilstrecke Budweis-Staatsgrenze vorgesehen und 2028 soll die Gesamtverbindung Linz-Budweis-Prag durchgängig befahrbar sein“, bestätigte der tschechische Verkehrsminister Dan Tok. „Die Schnellstraße schafft eine wichtige Entlastung für die Bevölkerung und gleichzeitig einen wichtigen Impuls für die regionale Wirtschaft“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl und ergänzt: „Der Ausbau der S10 bis zur tschechischen Grenze hat daher oberste Priorität.“
Der Ausbau der S10 Nord ist aber kein schnelles Unterfangen. Viele Arbeitsgruppen-Sitzungen (Mitglieder aller politischen Parteien, der Bürgerinitiative, des Tourismus, der Ortsbauernschaft und mehr) in Rainbach und viele Pläne und Neu-Entwürfe sind notwendig. Geplant wird vorerst nur bis vor Kerschbaum. „Wir sind derzeit mitten im Planungsprozess. Es hat kürzlich eine Verkehrszählung gegeben, auf deren Ergebnis die weiteren Planungen der Asfinag beruhen“, erklärt Rainbachs Bürgermeister Fritz Stockinger. In der letzten Arbeitsgruppen-Sitzung ging es darum, ob es eine Anschlussstelle geben wird und wenn ja, wo sie sein und wie sie aussehen könnte. Aufgrund der Verkehrszählung wäre ein Halbanschluss Rainbach West die verkehrswirksamste Lösung. „Derzeit fahren rund 9100 Fahrzeuge durch Rainbach, ohne S10 wären es in 15 Jahren sogar 17.400. Das wäre nicht mehr zumutbar für unseren Ort“, sagt der Bürgermeister. Gefordert wird nach wie vor, dass der gleiche Standard wie beim Bau im Süden der S10 herrschen wird. „Wir fordern gleichwertige Schutzmaßnahmen, wie im Südabschnitt“, betont auch Klaus Reichinger, Sprecher der Bürgerinitiative. Die Variante „Nachhaltigkeit für Rainbach“ – ein Tunnel unter dem Ort – wäre weiterhin die beste Variante für die Initiative. Der ursprünglich geplante Tunnel sei aber kein Thema mehr, sagt Stockinger. „Wir fordern, dass die derzeit geplante Trasse im Westen von Rainbach so optimiert wird, dass sie mit der mittleren Variante vergleichbar sein wird.“ Für Reichinger ist aber mit den aktuellen Planungen aus der „Sparvariante“ (die ursprüngliche Westvariante) der S10 nun eine Super-Sparvariante geworden. „Die Westtrasse, wie sie 2004 geplant worden ist, wäre von uns abgesegnet gewesen, da sind wir aber wieder weit davon entfernt“, sagt Reichinger. Stockinger: „Mein größter Wunsch ist, dass wir nachher sagen können, wir haben für alle das Beste erreicht und dafür haben wir die Arbeitsgruppe. In den Sitzungen wird heftig, aber konstruktiv diskutiert. Ich verstehe auch gut, wenn bei dem Thema jemand emotional wird.“
Freizeitfläche auf TunnelIn Neumarkt laufen derzeit die Überlegungen für die geplante Grünfläche auf den noch freiliegenden Tunneleinhausungen. Ein Areal von rund 3000 Quadratmetern soll für allerlei Freizeitinitiativen genutzt werden. Derzeit warte man aber noch auf ein Konzept seitens der Asfinag für die Zuschüttung. Erst dann kann mit den Detailplanungen begonnen werden. „Wir rechnen ab Herbst mit den ersten Ergebnissen“, sagt Bürgermeister Christian Denkmaier.Eine Änderung gab es kürzlich bei der Kreuzung Neumarkt Süd (B125 in die B310). Bei einem Lokalaugenschein wurden diverse Verbesserungen für diesen Kreuzungsbereich besprochen. Folgende Punkte sollen umgesetzt werden: Sichtverbesserung Richtung Tunnelportal, mögliche Geschwindigkeitsregulare und die Schließung der Baustellenausfahrt im Kreuzungsbereich in den Morgenstunden. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen sollte das Ausfahren von Neumarkt kommend Richtung Linz erleichtert werden und sicherer möglich sein.
Mehr Fotos von der S10 Baustelle auf der Facebookseite von Rudolf Kiesenhofer.


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