Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Sr. Herma ist auch noch mit 80 als gute Seele im Seniorenheim St. Elisabeth im Einsatz

Mag. Susanne Überegger, 28.01.2020 15:33

RAINBACH. Als gute Seele des Hauses ist Sr. Herma täglich im Seniorenheim St. Elisabeth im Einsatz. „Ich danke dem Herrgott, dass er mir dafür nach wie vor die Kraft und die Gesundheit schenkt“, sagt die Ordensschwester, die vor Kurzem ihren 80. Geburtstag feierte.

Sr. Herma ist Ordensschwester der Franziskanerinnen von Vöcklabruck. Foto: sue
  1 / 2   Sr. Herma ist Ordensschwester der Franziskanerinnen von Vöcklabruck. Foto: sue

„Ich gehe jeden Tag zu den Leuten, unterhalte mich mit ihnen und betreue sie seelsorgerisch, da bin ich im ganzen Haus unterwegs“, beschreibt die Ordensschwester der Franziskanerinnen von Vöcklabruck ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Seniorenheim St. Elisabeth.

„Die Bewohner, das Pflegepersonal und die Heimleitung sind sehr dankbar dafür und mir macht es viel Freude. Mein Handy habe ich immer eingesteckt, außer wenn ich in der Kirche bin“, steht Sr. Herma jederzeit, sogar nachts, auf Abruf bereit.

Zum 80er geehrt

Auch für die Betreuung der hauseigenen Kapelle und der Sakristei ist Sr. Herma zuständig. Im Sommer schmückt sie die Kapelle mit selbst gezogenen Blumen, da sie im Sommer nach wie vor gerne im Garten arbeitet. Bei so viel Herzensgüte und Engagement verwundert es wohl niemanden – außer die Ordensschwester selbst –, dass sie zu ihrem 80. Geburtstag am 31. Dezember „so geehrt wurde, dass es höher nimmermehr geht“, wie Sr. Herma mit einem Schmunzeln berichtet. Bei der Feier unterhielt die 80-Jährige ihre Gäste mit Erzählungen aus ihrem Leben.

Traum von der Schneiderei

Am Altjahrstag 1939 geboren, ging Maria Schaumberger – so Sr. Hermas weltlicher Name – acht Jahre lang in die Volksschule Rainbach. Von 1954 bis 1958 arbeitete die „Jobst Mitzi“ als Dirn bei zwei Bauern, erst in Paßberg und dann in Kerschbaum. „Eigentlich war es aber immer mein Traum, Schneiderin zu werden“, erinnert sich Sr. Herma.

Nach einer Predigt, verschiedenen Lektüren und einem Besuch bei ihrer Schwester, die bereits in den Orden eingetreten war, fällte Maria Schaumberger im Alter von 19 Jahren jedoch den sehr spontanen Entschluss, ebenfalls den Ordensberuf zu ergreifen.

Seit 1958 Ordensschwester

„Meine Mutter hat sich darüber sehr gefreut. Der Vater gab mir mit den Worten „Das musst du eh selbst wissen“ seine Erlaubnis, ich war ja damals mit 19 Jahren noch unmündig.“

Und so trat Maria Schaumberger am 1. Oktober 1958 in den Orden der Franziskanerinnen von Vöcklabruck ein. Sie holte die Hauptschulprüfung nach, absolvierte eine Ausbildung zur Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin und gleich darauf ihr Noviziat, wo sie den Ordensnamen Sr. Maria Herma bekam.

Ihr erster Einsatz als Ordensschwester führte sie in die einjährige Haushaltungsschule nach Ebensee, wo sie nicht nur Haushaltstechnik unterrichtete, sondern auch bald mit der Leitung des Internats betraut wurde. „Aus dieser Zeit bestehen nach wie vor sehr schöne Verbindungen zu ehemaligen Schülerinnen.“

Zwölf Jahre in Kasachstan

Nach weiteren Stationen an privaten Schulen des Ordens in Puchheim, Wels und Ried – zweimal war Sr. Herma Oberin, sie unterrichtete und leitete außerdem Planung und Bau eines Kindergartens und Horts – wäre es nach 39 Jahren Zeit für die Pension gewesen.

„Aber mit 62 hat sich für mich das Tor nach Kasachstan geöffnet“, sagt Sr. Herma. Die Franziskanerinnen von Vöcklabruck hatten in der Pfarrei Korneevka im Norden des Landes das Schulprojekt „St. Lorenz“ ins Leben gerufen. „Für drei Jahre habe ich mich gemeldet, zwölf sind es geworden“, schmunzelt Sr. Herma, der das Projekt nach wie vor sehr am Herzen liegt.

Ehrenamt im Seniorenheim

Auch nach der Rückkehr in die Heimat wollte Sr. Herma – obwohl damals schon im 75. Lebensjahr – ihr „Leben in Österreich noch sinnvoll einsetzen.“

Nach zwei Jahren in der Pfarre Berg bei Haid/Ansfelden und einem Jahr in Salzburg – „Das war der einzige Ort, an dem ich mich nicht wohlgefühlt habe. Ich hatte einfach zu wenig zu tun!“ – kam Sr. Herma wieder zurück in ihre Heimatgemeinde Rainbach, um dort im Seniorenheim Elisabeth zu wohnen und ehrenamtlich zu arbeiten.

Garten, Gespräche, Gebete

„Am Vormittag bin ich im Garten und im Haus beschäftigt, am Nachmittag gehe ich zu den Leuten. Hier in St. Elisabeth habe ich Zeit für“s Gebet. Ich übergebe die Sorgen der Heimbewohner an den Herrgott, der wird es schon wieder recht machen“, sagt Sr. Herma.

„Ich bin zufrieden mit dem, was ich mache. Gesundheit ist wichtig, aber noch wichtiger ist die Zufriedenheit“, weiß die 80-jährige Ordensschwester. Ihre Berufswahl hat Sr. Herma nie bereut. „Mir hat es auch nie etwas ausgemacht, von einem Einsatzort zum nächsten geschickt zu werden. Ich hab immer gesagt, der Herrgott ist überall.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden