Wieser: Wir pflanzen für die nächste Generation

Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 25.06.2019 18:28 Uhr

MOSTVIERTEL/RANDEGG. Andrea und Manfred Wieser haben den Mostbaronhof von Manfreds Eltern erst im Vorjahr übernommen. Seit heuer sind sie das jüngste Mostbaronpaar und wollen den Ab-Hof Verkauf ankurbeln.

Manfreds Vater, Engelbert Wieser, gehört zu den Gründervätern der Mostbarone. Nach der Übernahme des Hofes bilden Andrea und Manfred Wieser jetzt das jüngste Mostbaronpaar. Neben der Milchwirtschaft für die Hofer-Marke „Zurück zum Ursprung“ erzeugt der Biobetrieb hauptsächlich Most, Saft und Cider. Der Rohstoff dafür, nämlich Äpfel und Birnen, kommen von den etwa 2000 Bäumen, die auf den etwa 27 Hektar Eigengrund verteilt sind. Schon 1994 wurde mit der Bioproduktion begonnen. Allerdings ist der Most kein zertifiziertes Bioprodukt. Das soll sich aber ändern. Die junge Familie hat für die nahe Zukunft den verstärkten Ab-Hof Verkauf im Fokus und will auch die Präsenz im Internet verstärken.

Hochstamm ist ideal

Etwa 400 davon sind Hochstammbäume, wie sie das Erscheinungsbild des Mostviertels prägen. „Schon der Opa hat die Bäume gesetzt, von denen wir jetzt profitieren“, erklärt Manfred Wieser stolz. Vom Vater wurde dann zur Ergänzung der Hochstämme eine Plantage am Südhang mit Windschutz errichtet. „Das ist die perfekte Lage für den Obstbau“, erklärt Manfred Wieser. Wegen des spürbaren Klimawandels haben Manfred und sein Vater Engelbert viel in die Bewässerung der Obstplantagen investiert. Diese sind jetzt in den kommenden Jahren auch in trockeneren Jahren gut versorgt. Die alten Hochstammbäume brauchen solche Maßnahmen nicht. Ihre Wurzeln reichen tief in den Untergrund. Das hat sich in den vergangenen Sommern gezeigt. Der älteste Baum am Grund ist eine über 300 Jahre alte Kohlmas-Birne (Kodermass-Birne), die auch das Wahrzeichen des Hofes ist. Der stolze Birnbaum spendet im Sommer bei der größten Hitze noch immer seinen wohltuenden Schatten.Manfred Wieser ist auch überzeugt davon, dass der Obstbau mit Hochstamm die optimale Bewirtschaftung in einer traktortauglichen, befahrbaren Weide darstellt. Hier werden Kreisläufe geschlossen. Auch in der Bleiber-Weicher-Anlage, die Mostbaron Hans Hiebl in Haag betreibt, sieht Wieser eine geeignete Anlage für den schnellen Ertrag. Trotzdem ist sie auf nachhaltig lange Ertragsräume ausgerichtet. Die Wiesers haben sich auch eine eigene Obstpresse angeschafft. „Damit hat man mehr Kontrolle über die eigene Qualität“, so die Sicht des Landwirtschaftsmeisters.

Qualitätskriterien

Beim Gedanken, was für ihn ein guter Most ausmacht, kommt Manfred Wieser ins Philosophieren. „Ein gutes, reifes, gesundes Obst, in das man auch gerne hineinbeissen würde“, stellt für ihn das optimale Ausgangsprodukt dar. „Wenn du im Keller alles richtig machst, kannst du dein Produkt nur mehr über die Qualität des Rohstoffes steuern“, zitiert er den Trendsetter im Weinbau, Leo Hillinger. Es brauche auch weniger Zusätze, wenn das Obst die richtige Reife hat. Eine schonende, saubere Arbeit im Keller setzt der Mostbaron ohnehin voraus. Er selbst trinkt am liebsten einen Most, der am Gaumen und in der Nase viel hergibt. Und seine Vision ist, dass es normal wird, dass jeder wieder einen Most im Kühlschrank hat.

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